5.11.2018 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Kaum ist man mal vier Tage nicht am Schreibtisch, wackeln überall die Säulen, auf denen die Erde steht. Mindestens, denn die erste wichtig-wichtig-wichtig-Mail hatte ich schon gestern Abend um zehn vor elf bekommen. Aber der Reihe nach …

Nachdem ich gegen vier schon ein Stündchen nur noch im Halbschlaf, halb Terra-X-guckend verbracht hatte und geschworen hätte, nicht wieder einschlafen zu können, weckte mich die Liebste um halb acht als sie das Haus verließ mitten aus einem Albtraum mit dem toten Katz. So erschrocken wie ich war fiel mir nichts besseres ein, als direkt an den Schreibtisch zu gehen.

Die wichtige Mail, von der ich gestern Abend nur den Absender gesehen hatte enthielt nur die Ankündigung eines Anrufs. Äh ja.
Der kam dann aber auch um viertel vor acht. Man diktierte mir eine E-Mail, die ich bitte an den gemeinsamen Dienstleister schicken sollte, damit „der Tonfall stimme“. Auf meine Frage, warum sie die Mail nicht selber schreibe, sagte sie tatsächlich „Weil … äh“ und beendete das Gespräch.
Da denkste, da haste nach 20 Jahren schon alles erlebt und dann sowas am Montagmorgen.

Rückenaufkleber auf den Buchhaltungsordner geklebt und zum Steuerberater gebracht. Hurra, noch voll *hust* in der Frist.
Auf dem Weg versucht, eine Kiste Wasser zu kaufen. Nach 10 Minuten Stau auf dem Weg zum Supermarktparkplatz aufgegeben. Stau um fünf nach acht??

Ein paar Stunden lang Kleinkram erledigt. Also: Kleinkram as in: Hier kommen Mails nicht an und der Support des Hosters äußert sich eher krytisch; da kommt eine Mail an, soll es aber gar nicht; dort hat facebook eine Benachrichtigung hingeschickt, die man nicht versteht – und da sollen ein paar Bilder verfremdet werden und das bedarf einer Nachfrage, denn: Es ist ein bisschen offen, wie „verfremdet“, aber ich habe eine Idee und find das schön und freu mich drauf.

Pia bei der Live-Übertragung auf Instagram zugehört, um zu erfahren, wie der Stand der Dinge ist. Gelernt, dass es Menschen gibt, die eine Spende an Bedingungen knüpfen  möchten. Aber auch mal wieder erfahren, dass „das Internet“ einfach helfen kann, wenn es nötig ist. Zweiteres finde ich schöner.

Fotolia gehört jetzt Adobe. Das entnahm ich wenigstens einer freundlichen Mail, die mich bat mein Konto zu übertragen. Die Übertragung ging super einfach – das ist nicht so selbstverständlich; seit Skype zum Beispiel zu Microsoft gehört habe ich zwei Microsoft-Konten, weil … – ach, ich schweife ab.
Aber ich überlege: Fotolia war für viele ja die erste Wahl für kostenlose Bilder, Adobe hingegen für viele das personifizierte Böse. Das wird bestimmt noch spannend.

Hey, eine Mail von nebenan.de. Wir verkaufen im Moment ein bischen Zeug und ich dachte: „Hey, gib der Plattform noch eine Chance, setz die Sachen da auch rein.“ Und wirklich: Gestern Abend reingesetzt, heute schon eine Mail, dass es eine Antwort auf die beiden angebotenen Jeans (ungetragen wegen geschmacklicher Verwirrung; man kann’s ja mal probieren) gibt.
Die Antwort lautet: „Leider nicht meine Größe.“

Ich lass das mal einfach so stehen.

Als die Liebste nach Hause kam eine gemeinsame Kaffeepause eingeschoben. Luxus-Bausteinchen der Selbstständigkeit – man muss sie nehmen wenn sie kommen.

Dann wieder Schreibtisch. Gedanken sortieren für eine Social Media-Policy für jemanden, der meint, das er keine braucht. Und für einen neuen Job der jetzt beginnt.

Ich fürchte, dieser Tag ist nicht besonders interessant zu lesen, denn da war viel unspannender Schreibtisch-Kram dabei. Aber so ist es eben – ich programmiere weder jeden Tag das neue facebook noch habe ich jeden Tag die irrsten Projekte aus aller Welt. Also: Ich habe natürlich die tollsten Kunden – und das meine ich viel ernster als es jetzt hier klingt – aber manchmal brauchen eben auch die nur eine neue E-Mail-Umleitung und das ist dann nur so mittelunterhaltsam zu lesen.
Aber ich spoilere mal, denn vermutlich noch im Laufe dieser Woche gehen zwei tolle Websites den Schritt in die Öffentlichkeit: Das eine ist ein – wie ich finde – wunderschönes Charity-Projekt und das andere die wirklich unterhaltsame Website eines deutschen Cartoonisten. An beiden durfte ich mitarbeiten und beide haben sehr viel Spaß gemacht.
Bleiben Sie also dran, ich zähl’ auf Sie.