4.2.2026 – reality bites

Am ersten dieses Jahres weckte mich die Liebste ja deutlich zu früh mit den Worten „ich hab schon richtig fies Grippe, ich fahr jetzt sofort los“ und verließ mich in Richtung ihres Gästezimmerbettes, wo sie in jenen Tagen zwischendurch residierte. Und ich wusste: „Inkubationszeit vermutlich ca 24h, heute ist Feiertag, also sollte ich morgen um sieben am Laden sein, um mich für die kommenden Tage auszustatten.
Ich schaffte es noch knapp in den Laden; die nächsten Tage sind in einem kurzen aber heftigen Fiebernebel verschwunden. Seitdem huste ich durchgängig jede freie Minute des Tages und heute Morgen kam ich endlich auf die kluge Idee, mal Frau Doktor aufzusuchen. Nun gut, die Lungen sind frei, aber wir haben mal ein Blutbild gemacht um zu sehen, ob da Bakterien unterwegs sind, die nicht unterwegs sein sollen. Morgen wissen wir alle mehr.


Im Moment arbeite ich auf eine Art und Weise mit einer Kundin, die ich vorher noch nie zugelassen habe und vermutlich auch nachher nie mehr zulassen werde: Wir schauen gemeinsam aufs Grafikprogramm und schieben gemeinsam Pixel. Aus vorherigen Optimierungen an ihrer Website wusste ich offensichtlich unterbewusst, dass das klappen würde und so habe ich erst richtig drüber nachgedacht, als wir schon mitten in der Arbeit waren.
Faszinierend.

Heute Nachmittag das erste Mal bei T. im Hospiz gewesen. Die Liebste hatte dort die ganzen Tage durchgängig immer wieder irgendetwas zu organisieren mit ihr und war deswegen ständig da – aus dem selben Grunde ich bisher noch nicht.
Das erste Mal in einem Hospiz. Was für ein guter Ort.
Das erste Mal in meinem Leben die Gestaltung einer Todesanzeige mit derjenigen besprochen, deren Name drauf steht. Es ist unfassbar gut, mitzuerleben, wie selbstbestimmt sie das alles in die Hand genommen hat. Aber es führt auch zu ungewohnten Situationen.
Seitdem traurig. Und das ist gut und richtig so; danke, keine aufmunternden Worte bitte, ich möchte jetzt gern etwas traurig sein.

Cover Malcolm F: Circles & Squares

Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.

2 Kommentare

  1. Ein Hospiz (wobei ich nur eins von innen von der Begleitung von zwei Sterbenden kenne) ist so ein besonderer Ort der Ruhe, Würde und Entspanntheit – kombiniert auf eine Weise, die mir vorher nicht in den Sinn gekommen wäre. Ein Ort, an dem Alltag und Sterben zusammengeführt werden. Und noch nie wurden meine meine Hunde so als Besucher willkommen geheißen wie dort. Jedes Leben ist willkommen. Und Traurigkeit ist ein Teil davon.

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