4.2.2024 – snippets

(Gestern) genau, am 3.2. nicht am 2.3. wie der Mann heute Morgen im Plattenladen schmerzlich erfahren musste; jetzt muss er ja noch fast einen Monat auf die Sonderaktion warten. Ich war dort, um ein paar alte Platten gegen etwas Bargeld und ein paar neue Platten zu tauschen und kam durchaus zufrieden wieder.

Aber „Sonderaktion“ ist ein schönes Stichwort, denn so fühlt sich das alles im Moment an und ich bin nicht im Ansatz in der Lage, mich an mehr als ein sehr anstrengendes Chaos zu erinnern. Aber schöne Sonnenaufgänge auf der Autobahn gab es, fangen wir doch damit mal an …

… bevor wir direkt zum …

Zeugs

… wechseln, das erscheint mir am sinnvollsten.

Und auch da gibt es erst etwas sehr schönes. Wenn Sie so alt sind wie ich, dann erinnern Sie sich sicher an die Eurythmics und wenn Sie jünger sind, dann schauen Sie einfach hier auf Instagram ein kurzes Video an, klappen danach den Mund wieder zu und wissen Sie auch, warum wir anderen uns erinnern:


Den vielleicht auch etwas schmerzhaft besten Satz des Tages schrieb Maximilian zum Thema Demokratie:

Heute ansonsten Demokratie an der Basis gelebt, es gab die Jahreshauptversammlung im Schrebergarten. Gar nicht als Scherz gemeint, denn Demokratie fängt tatsächlich da an, wo man sie gerne belächelt, siehe auch Elternabende. Zwei Spiegelungen fallen mir auf, das Große im Kleinen: Zum einen ist die Demokratie auch hier anstrengend und erfordert Sitzfleisch, Geduld, das Aushalten anderer Meinungen, Kompromisse und die bemerkenswerten Leistungen von Menschen, die sich tief, tief ins Kleingedruckte wagen. Das zieht sich durch alle Ebenen so durch.

Maximilian Buddenbohm
Kleine Jahresfortschrittsmeldung (3. Abschnitt)

Wir sind so unfassbar verwöhnt von 20-Stunden-Lieferzeiten und devoten „Wie war ich“-Dienstleistern, dass wir zu leicht vergessen konnten, wie es ist, sich mit jemand auseinander zu setzen und dabei im gleichen Raum sitzen bleiben zu müssen. Da sind Elternabend, Eigentümerversammlung oder andere Jahreshauptversammlungen eine gute Übung, um nicht zu vermerzen.


Genug mit dem Spaß. Wollen Sie wissen, wie Sie klüger werden können? Nicht immer auf diese Internet-Bildchen reinfallen? Fake-Bildchen und manipulatives Grafiken erkennen und sicher aussortieren können, bevor die Empörung wieder aus ihrer dreckigen kleinne Ecke kommt? Die Krautreporter haben’s aufgeschrieben:

begegnen uns im Internet jeden Tag Grafiken. Grafiken haben einen Vorteil: Sie machen Zahlen und Texte anschaulicher. So werden komplexe Themen auf einmal auch für Klicks verwendbar. Ihre meist nüchterne Optik, wissenschaftlich anmutenden Titel und zackigen Linien verleihen Aussagen und Zahlen eine gewisse Seriosität. Das aber reicht nicht. Um nicht unterzugehen, nutzen die Verbreiter:innen von Grafiken ähnliche Tricks, wie wir sie auch von schrillen Videos kennen: Dramatische Aussagen, steile Kurven und überraschende Zusammenhänge sind die Statistikantwort auf laute Musik, bunte Lichter und Jumpcuts. Aber genau wie bei viralen Videos stellt sich auch bei Grafiken Frage: Kann das sein?

Svenja Schlicht auf krautreporter.de:
So erkennst du virale Fake-Grafiken
Aber vorm Haus war auch ganz hübsch.

Boomer anwesend? Genervt, mit den Klischees zu leben? Oder Du, ja, genau Du, Du Gen-Z-Weichei. Nee, war Spaß; einmal weil ich eh nur schwer in Gruppen denke und zum anderen weil kluge Menschen mich da bestätigen:

Woher kommen all diese Vorurteile über meine Generation? Aber auch: Warum rege ich mich so schnell über meinen Onkel und seine Positionen auf? Muss das so sein? Natürlich nicht. In meiner Recherche habe ich herausgefunden: Unser Umgang mit Generationen ist nicht nur nervig. Er ist sinnlos – und darüber hinaus gefährlich. Die Generationsforschung hat viele Schwachstellen

Emily Kossak auf krautreporter.de:
Okay, Boomer, beenden wir das. Unser Umgang mit Generationen ist nicht nur nervig. Er ist sinnlos.

Vor ein paar Monaten gingen hier in der Stadtverwaltung die Lichter aus – also so IT-technisch gesehen, denn das Kommando in einem Rechenzentrum, das zig Städte im Umkreis versorgt, hatten andere übernommen, Sie wissen schon, welche, die erst Lösegeld haben wollen.
Unser örtlicher „IT-Forensiker“, immer als erstes auf dem Schoß des Lokalzeitungsredakteurs, wenn das Thema auf etwas kommt, was ein Label und einen Bildschirm hat, rechnete den Zeitungslesern mit dystopischer Mine vor, dass das jetzt ein paar Wochen dauern könne. Das war am 30. Oktober und ich machte mich im Bekanntenkreis etwas unbeliebt mit meiner persönlichen Schätzung „nicht unter einem halben Jahr“.Ach, Du Unke nun wieder“, entgegnete man mir.
Ich unke nicht alleine:

Mit einer drastischen Warnung fordert der Bundesverband IT-Sicherheit (Teletrust) den IT-Planungsrat auf zu mehr Einsatz für IT-Sicherheit auch auf Ebene von Ländern und Gemeinden, im Sinne der „NIS2“ getauften Initiative zur Neuauflage der EU-Vorschriften zur Netz- und Informationssicherheit (NIS). „Die Gefahr eines weitreichenden Zusammenbruchs von Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen ist evident, ebenso das damit einhergehende datenschutzrechtliche Risiko“, schreibt der Verband in einem offenen Brief.

Stefan Krempl auf heise.de:
IT-Sicherheit: Teletrust warnt vor Kollaps deutscher Behörden

Wenn Sie hier sind, dann wissen Sie: ich liebe es, wenn ich etwas, was ich schon immer wusste reframed bekomme. Und so saß ich mit offenem Mund vor diesem Artikel über den Kolonialismus. Ich habe das weder sofort alles nachvollziehen können, noch mich schon weiter damit beschäftigt – aber es wirbelt das Köpfchen mal gut durcheinander.

Afrika hat eine Rolle in der Weltgeschichte gespielt? Klar. Aber wie groß diese Rolle wirklich war, habe ich weder in der Schule noch an der Uni gelernt.

Rico Grimm auf krautreporter.de:
Dieses Buch hat mir gezeigt, was Europa Afrika verdankt (alles)

In meiner Planung wird die nächste Woche etwas ruhiger und dann gibts ja auch mal wieder was zu erzählen. Aber Leben ist ja, was passiert, wenn man seine Plaung zusammenbrechen sieht – oder wie war das noch?
Vi ses.

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3 Kommentare

  1. Zum Thema der gehackten Stadtverwaltung empfehle ich den sehr erhellenden Podcast ,,You are fucked“:
    https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/faq-podcast-you-are-fucked-cyberangriff-anhalt-bitterfeld-100.html

    1. Ich veratme die ganzen Beschreibungen des Typs „Max Mustermann trägt einen grauen Rollkragenpullover und freundliche gröne Augen“ und versuchs mal :)

    2. Bei der Stelle „Warum hat bei ihnen jeder User Admin-Rechte?“ wäre ich fast vom Stuhl gefallen.

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