31.8.2025 – Wasserstand

Offensichtlich gibt es wenig zu sagen. Hier im Haus wird gerade vieles neu umstrukturiert, ein paar Dinge eingerissen auf die Grundmauern und neu aufgebaut und das Planen, Aufbauen, Angucken, Verwerfen, wieder-Aufbauen, Nicken, vorsichtig-damit-Leben, das-nächste-Ding-Ansehen braucht Zeit und lässt mich an anderen Stellen verstummen.
Ich habe zum Beispiel mal als Arbeitshypothese genommen, dass ich an einem Wochenende kaum entspanne, weil ich bis zum Samstagabend Übergangsschmerzen habe und mein Kopf im Büro bleibt. Ab Sonntagmittag werde ich nervös und von Montag bis Dienstagabend habe ich dann im Büro wieder Übergangsschmerzen und bin unkonzentriert. Die Lösung ist natürlich entweder pausenloses Arbeiten, gar nicht arbeiten oder, realistisch, ein längeres Wochenende. Ja, das hätten wir alle gerne, aber ich muss als Selbstständiger ja auch mal Vorteile haben und ich habe jetzt neun Tage Arbeitswoche und vier Tage Wochenende; der Tag, der rechnerisch über bleibt, ist Verfügungsmasse.
Gemessen am abgearbeiteten Volumen in den neun Tagen war das super, gemessen am Erholungsgrad jetzt in diesem Moment, am Sonntagmittag ebenfalls.

Sollte ich mich wirklich am geleisteten Arbeitsvolumen messen?
Auf Insta hatte die wunderbare Frau Klugscheißer jetzt ein Bildchen repostet, wo man aufgefordert wurde, sich selbst zu beschreiben, ohne Name, Beruf, äußerliche Merkmale zu benutzen und da ich darin kein Problem sah gehts wohl noch mit dem Fall in den totalen Kapitalismus.

Passend zu den Worten „Fall“ und „Kapitalismus“ kommt man ja mit einem kleinen Hopser zu „Fall“ und „Demokratie“, viele wissen ja nicht einmal dass Kapitalismus und Demokratie nicht das selbe, ja, nicht einmal automatisch gekoppelt sind.
Die Liebste hatte da einen Film über Erich Kästner gesehen, in dem es auch darum ging, dass Kästner als fast vollständig ungefährdete Person beschloss, im Land zu bleiben und aufzuschreiben, was denn da nach der „Machtübernahme“ der Nazis im Lande so passierte. (Hat er dann nicht getan)
Und ich kam in den leicht philosophischen Gedankenkreisel, ob nicht jeder anständige Bürger das Land verlassen müsste, wenn Nazis an die Regierung kommen – so als ultimatives Signal, dass sie nicht erwünscht sind.
Aktuell wären das um die 75% der Deutschen, die in zwei Jahren, wenn Fritze weder das Regieren gelernt hat, noch ein Verbotsverfahren zugelassen hat und seine Regierung auseinander bricht, gehen müssten und schon da wird natürlich deutlich, dass es ein reines Gedankenkonstrukt ist. Im besten Falle aber eines, was noch einmal etwas mit der Haltung machen kann?

Sag, Frau Mutter, hättest Du gedacht, dass Du noch einmal über Nazis nachdenken musst?“, fragte ich sie letztens und sie seufzte arg. Ich auch.

Quite random Photodump:
Oldtimer-Rallye im Städtchen, Typografie-Liebe, Dänemark-Liebe since 1998, wirklich, wirklich gutes Essen*

*) in Köln: Zen Chay

Drei Viertel des Jahres sind rum und ich habe schon ein ganzes Viertel meines Jahresumsatzes berechnet – also nicht des erhofften, sondern des schon mit Unterschrift beauftragten Umsatzes. Die Excel-Tabelle sagt, dass am Ende des Jahres alles gut sein wird, denn ich hab zu tun wie blöde. Aber ich gehe etwas auf dem Zahnfleisch. Sie sind bestimmt genau so überrascht wie ich, nicht wahr?

Zeugs

Der sehr geschätzte war-schon-immer-da Blog-Kollege hat es sehr wahr formuliert: „KI ist gefährlich, verdummt die Users, schadet dem Planeten, was nicht alles – das steht so oft im Netz, dass ich es nicht auch noch aufschreiben muss“ aber ich möchte trotzdem nicht aufhören, dagegen zu wettern – und zwar einzig und allein aus dem Grund, dass die dauernde Penetration mit einem Thema ja leider auch Realität und Normalität schafft. Also penetriere ich dagegen. (Ok, das klang jetzt seltsam.)
Hier also die neusten KI-Hasser-Links:

Überhaupt: Der Konstantin schrieb just einen Artikel über Resignation in Sachen Technik mit der Folge der Vereinsamung und berührt damit ein Thema, über das ich viel nachdenke. Die entsprechenden Ereignisse waren entweder früher nicht so viele oder ich hab sie nicht wahrgenommen aber in den letzten Monaten (und vermutlich Jahren) häuft es sich, dass ich erlebe, wie Menschen baff erstaunt sind, wenn ich aus einer Erkenntnis eine Handlung ableite. Das älteste Beispiel ist natürlich mein Entschluss kein Fleisch mehr zu essen mit 16, dann zB aktueller der Boykott von WhatsApp und Facebook, die Installation eines anderen Browsers, keine Cloud-Benutzung und vorgestern war es der Satz „Ach, Ihr macht wirklich keine Flugreisen mehr?
Davor die Entscheidung zum E-Auto, immer wieder das Erstaunen, dass ein Amerikaner, der Faschosachen macht ein Fascho sein könnte – aber das sind natürlich auch alles noch in der Öffentlichkeit polemisierte Grabenkämpfe. Nicht minder spannend sind die kleinen Entscheidungen im Alltag, wie zum Beispiel, nur noch mit Frauen zu arbeiten, jemanden, die irgendwo in irgendeinem Spektrum steckt, nicht überreden zu wollen, „doch noch kurz mitzukommen“ oder Menschen die ungefiltert Hass-Gerede in die Umwelt blasen wenigstens kurz zu sagen: Das ist hier gerade nicht erwünscht.

Immer wieder dieses Erstaunen, wenn man etwas tut oder sagt – ganz als wäre für sie alles, was in TV und SocialWeb auf sie einprasselt nur noch Entertainment und nicht mit dem Alltag verknüpft.
Hm, eventuell hab ich mir gerade selbst die Antwort gegeben?

Sie mögen das, wenn ich auch mal aus dem täglichen Alltags-Einerlei ausbreche und über Gott und die Welt nachdenke und möchten diese Arbeit unterstützen? Hier steht eine virtuelle Kaffeekasse!
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist.

2 Kommentare

Kommentare sind geschlossen.

Die Website setzt 1 notwendiges Cookie. Ich nutze Matomo, um zu sehen, welche Artikel Sie interessieren. Matomo ist lokal installiert es werden keine Cookies gesetzt, so dass Sie dort vollkommen anonym bleiben. Externe Dienste werden erst auf Ihre Anforderung genutzt.