31.8.2021 – nicht weit von uns im Norden

… da gibts ein kleines Land, das ich immer wenn ich da war ziemlich überzeugend fand.
Grüße an Frau Herzbruch, die weiß, wen ich hier leicht abgewandelt zitiere.

Wenn Sie nicht allzu selten hier sind, dann wissen Sie um meine tiefe Liebe zu unserem Nachbarland im Norden – und vielleicht sogar auch um meinen tiefen Wunsch, da dereinst zu leben. Nun ist es öfter so, dass ich in die Verlegenheit komme, beschreiben zu sollen, was mich denn an diesem Land so anzieht und dann stammele ich so etwas wie „die sind da einfach so freundlich [Pause] es ist irgendwie eine grundsätzliche Haltung, die man da so merkt [debiles Grinsen, leerer Blick]“ und das ist natürlich vollkommen unzureichend.
Diesen Sommer sind/waren zwei Freunde da oben und ich freue mich so sehr, wenn sie etwas erzählen, was diese gestammelten Puzzlesteinchen mit mehr Inhalt füllen ergänzen. Ob es etwas ist wie „ich verstehe jetzt, was Du mit freundlich meinst. Und die denken ja Kinder immer in einer Art mit, da geht mein Mutterherz schon etwas über“ oder aber die Bemerknisse, die Frau Nessy gerade auf ihrer Radreise durch Dänemark macht:

Es ist alles sehr hübsch hier. Die Städte, die Bauernhöfe, das ganze Land. Ich habe den Eindruck, dass sich alle Mühe geben, es sich schön zu machen.

Ich könnte es nicht schöner sagen: Alle geben sich Mühe. Und was kann daran schlecht sein? Wäre ich zynisch, würde ich noch hinzufügen, dass sie nicht die Elite ihrer Künstlerinnen und Architektinnen aus dem Land gejagt haben und deswegen insgesamt einen „leichten“ Vorsprung in Sachen Stil und Geschmack habe… aber ich wollte ja nicht.

Mich beschleicht das Gefühl, dass Kinder hier einen sehr hohen Stellenwert haben. Die Schulen und Schulhöfe, die Spielplätze und Freizeitstätten, an denen wir vorbeiradeln, sind toll ausgestattet, fantasievoll und mit Hingabe. Ich habe noch kein einziges heruntergekommenes Klettergerüst, keine Schule mit bröckelnder Fassade und keinen Sportplatz mit einem Acker von Rasen gesehen.

… und dann noch ein paar Sätze über das Radfahren dort oben, die vermutlich deutsch-sozialisierten Radfahrerinnen auch die Tränen ins Gesicht treiben …
Lesen Sie doch selbst:
Frau Nessy: Dänemark, Teil II: Picknick am Hald Sø, Minigolf in Viborg und ein Haus am See

Something completely different: Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf der Website eines nachhaltigen Yoga-Wear Labels gelandet. Den Menupunkt „Werte“ gefunden. Auf mehr Erklärung des Wortes Nachhaltigkeit gehofft. Dies gelesen:

Unsere Grundintention ist es, Frauen zu stärken. AchievePrime wurde als Antwort auf diesen Wunsch im Sinne einer starken und liebevollen Unterstützung für all diejenigen wunderbaren Frauen gegründet, die Tag für Tag auf allen Ebenen herausgefordert werden und sich am Ende doch nur eines wünschen: für sich genauso da zu sein wie für andere, immer öfter den persönlichen „Peak State“ zu erreichen und sich dabei immer weiterzuentwickeln, auf sich zu achten und Gutes für die Welt zu tun.

www.achieveprime.com/pages/values-new

Alle Buzzwords „Frauen stärken“, „liebevolle Unterstützung“, „Tag für Tag herausgefordert“, „weiterentwickeln“ drin – perfekt. Aber am Ende steht da doch nur: Frauen, die überlastet sind, sollen auch beim Entspannen noch das Beste geben können, sich selbst dabei noch weiter entwickeln und der Welt noch mehr Gutes tun.
Wenn ich etwas gelernt habe in meinen montäglichen Seelenmassage-Sitzungen, dann, dass mein Fehler war: Mein Anspruch an die perfekte Entspannung, mein Wille, mich doch bitte in Stress-Situationen wieder 100% peaceful entspannen zu können.
Aber die Idee, dass man Buddha-lächelnd, weich in der Seele und straff im Körper nach 10 Stunden Alltags-Dauerfeuer aus der Halbstunden-Meditation kommen könnte, ist einfach Blödsinn.
Aber da sie unerreichbar ist, lässt sich damit natürlich weiter viel Tee und Yoga-Wear verkaufen. Denn natürlich scheitern wir da alle dran; im Gegenteil: Wir machen uns auch noch Entspannungsstress. Wie praktisch, da lässt sich ja noch mehr Self-Care-Kram verkaufen.
Interesting funfact: Seit ich die perfekte Entspannung nicht mehr jage, bin ich deutlich öfter entspannt.

(Sorry, liebes Yoga-Label, Ihr seid da bestimmt nicht die einzigen und böse Absicht unterstelle ich Euch auch nicht. Euer Text brachte es einfach nur so arg konzentriert auf den Punkt)

Tagebuchbloggen: Viel Musik gemacht. Wirklich viel Musik gemacht. Viel im Zen-Foto-Buch gelesen und sehe, sehr begeistert gewesen. Könnte, so wie es im Moment scheint, das zweite Augenöffner-Buch werden. Lange mit einer Freundin telefoniert und von der Aufarbeitung des Triells über das grundsätzliche Problem der Grünen zur aktuellen Kita-Politik alles durch bekommen.

Vollkommen überraschenderweise mit der Liebsten einmal um den See gelaufen und danach noch Pizzabrot & Tzatziki auf die Hand geholt und dem letzten Segelboot zugeguckt, wie es knapp vor der abendlichen Windstille zurück an den Steg kam (Mit Motor, so ein Cheater).

Zeugs:

Sven beantwortet eine wichtige Frage: Wie hieß eigentlich früher YouPorn?
Genau, nur deswegen guckten wir Tatort.


Quarks hat sich mal mit dem Thema SUV befasst. Ich mag sehr das Experiment am Anfang des Films, als Parkgebühren nach Größe und Auslastung des Autos erhoben werden.
(via Toms Twitter)

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