… dieses Monats. Ist aber sehr ok für mich.
Auf dem Plattenteller liegt gerade Jamiroquai und Sie müssen sich einfach vorstellen, wie ich glücklich im warmen Bass-Sound sitze, leicht sitz-groove und liebe, liebe, liebe, dass die dänischen Lautsprecherhersteller und ich exakt die gleiche Idee haben, wie der deutsche Bass aus dem Jahr 2001 klingen sollte.

Darüberhinaus blicke ich auf ganz erstaunliche Statistiken dazu, wie viele von Ihnen sich dieses Album anhören, dieses kleine Dings, in das so viele lange Abende der letzten zweieinhalb Jahre geflossen sind, nachdem ich erstmal selbst begriffen hatte, worum es geht.
Überhaupt denke ich viel übers Musiker-sein nach. Sowohl in dieser Zeit als auch überhaupt. Über diese seltsamen Schwelle vor 5 Tagen zum Beispiel, als aus einer sehr privaten Sache, die ich lange Monate hätschelte und pflegte und die dennoch nur meins war ein öffentliches Dings geworden ist. Beim Bloggen und auch Fotografieren sind Machen und Hinaus-Schicken näher beieinander, sind kleiner im Aufwand und im Zweifelsfall kann ich sogar depublizieren.
Das gerade ist etwas anderes.
Und ich merke: Gerade in diesen Zeiten der künstlerischen Beliebigkeit fühlt es sich gut an.
Nach ein paar heftige Arbeitstagen hatten wir uns für dieses Wochenende vorgenommen, möglichst viel zeit in der Horizontalen zu verbringen – egal wo, egal wie, so lange es möglich ist, so übergangslos wie möglich in ein kleines Nickerchen hineinzugleiten. Stand Samstag Abend machen wir das sehr gut.
Zeugs
Christian denkt über eine weitere Nebenwirkung davon nach, dass wir die Welt hauptsächlich über kleine Bildschirme erleben: Den verlernten Umgang mit Risiken. Ein paar kluge Beobachtungen, die für mich nur zu gut nahtlos zu Beobachtungen im Straßenverkehr – live und auf meinen guilty-pleasure YT-Kanal –passen:
Die digitale Konditionierung verdrängt offenbar alte Affekte, etwa Mitleid im Falles des Verkehrsunfalls. Und sie verdrängt uralte Instinkte, etwa Flucht bei Gefahr. Letzteres war jüngst zu beobachten bei der schrecklichen Tragödie in Crans-Montana im Schweizer Kanton Wallis. Viele Tote, viele Schwerstverletzte, viele Fragen an die Betreiber und die behördliche Aufsicht, die die Justiz nun stellen wird. Was mich neben all dem nicht mehr losgelassen hat, sind Videoaufnahmen aus dem nächtlichen Partykeller: Die Schallisolierung an der Decke hat schon Feuer gefangen, es qualmt – und jemand filmt das, im Vordergrund weitere junge Menschen mit Smartphones in den Händen.
… und am Ende plötzlich ein sehr interessanter Schlenker zu einem Wissen, dass mir schon mehrfach das Leben gerettet hat und dessen Nutzung ist trotz Christians leicht pessimistischen Blick ich nur empfehlen kann:
Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ Dieses bekannte, dem Psychiater Viktor Frankl zugeschriebene und für die Ausbildung von Resilienz wichtige Zitat, bietet den Schlüssel zur Lösung unseres Problems. Es ist ein realistisch-optimistisches Zitat: realistisch, denn den Raum zu nutzen bedeutet Reflexion und Arbeit an sich selbst; optimistisch, denn ihm liegt der Glaube zu Grunde, dass der Mensch solche Muster durchbrechen kann und will.
Beide: Christian Buggisch
Kein Spielplatz
Es ist das Erkennen und die Nutzung exakt dieses Moments zwischen Reiz und Reaktion, eines Moments, den ich inzwischen als die größte Freiheit der menschlichen Spezies bezeichnen möchte – der mir die Möglichkeit gab, Panikattacken nicht mehr ausgeliefert zu sein.
Huch, wie sind wir denn jetzt dahin abgeglitten? Schließen wir doch mit einem durchweg unterhaltsamen Link, denn die Kaltmamsell hat wieder ihre Lieblingspostings veröffentlicht und ich bin bin vorhin dreimal durchs ganze Haus gelaufen, um der Liebsten meinen Bildschirm ins Gesicht zu halten, weil „DAS jetzt wirklich noch lustiger ist!“ Kann man zum Beispiel meta bene nicht lieben?
Kaltmamsell: Lieblings-Breviloquia* vom Januar 2026
Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.


Ich bin so froh, dass Sie wieder da sind.
Ui, was ein herzerwärmender Kommentar :)