31.1.2019 – uns geht es gut

(irgendwas mit schlecht geschlafen)

Nachdem sogar das Rheinland Schnee hat, ist auch hier endlich was angekommen. Lustige Anekdote am Rande: Exakt während ich diesen Satzanfang tippte erhielt ich einen Anruf, dass das Rheinland mit dem Schnee verkehrstechnisch überfordert ist und Sylvia noch in eben diesem Schnee steckte, statt am Schreibtisch zu sitzen.

Wenn man – wie ich – irgendwo im Sauerland aufgewachsen ist, dann versteht man dieses ganze Getue um den Schnee ja eh nicht. Fährt man halt langsamer und kommt 5 Minuten später an. Aber doch nicht SO viel langsamer …

Internetpeopleliebe: So glücklich, dass aus meinem gestrigen kleinen Ausflug in die Sprachwissenschaften sofort (bei facebook) eine angeregte Unterhaltung zwischen Herzensmenschen entstand. Ich sage ja immer: Wenn das, was wir hier schreiben, auch nur von einem Menschen gelesen wird, die sich dann nicht mehr alleine fühlt – dann ist das Geschriebene schon etwas wert. Klappt auch anders herum: Wenn man etwas schreibt und auch nur eine Antwort bekommt und sich nicht mehr alleine fühlt.

Vormittags mit Sylvia – nachdem der Verkehr sie frei gelassen hatte – dann unser langjähriges gemeinsames Projekt auf die Zielgerade gebracht. Wobei Zielgerade bedeutet: Wir haben die ToDo-Liste so zusammen gestrichen, dass wir den Rest vor Ihrem letzten Tag noch schaffen können.
Feels very, very weird.
Dieses Baby – das ich Ihnen nicht zeigen kann weil es in einem Intranet liegt – haben wir jetzt über viele Jahre gemeinsam gehätschelt, getätschelt und entwickelt und dabei schon ziemlich groß werden sehen. Und – so viel Eigenlob muss sein: auch ziemlich gut werden sehen.
Dass diese Zusammenarbeit in 14 Tagen vorbei sein soll hinterlässt mich etwas leer.

Ich sags Ihnen: Wenn Sie mit jemandem so richtig gut zusammen arbeiten – so gegenseitig Sätze ergänzend und sich gegenseitig voller Freude zu Höchstleitungen treibend und gleichzeitig mit unfassbar viel gemeinsamem Spaß – dann nehmen Sie das nicht für selbstverständlich.

Nachmittags den alten Bassverstärker zur Post gebracht. 20 kg eingewickelt in viel Füllmaterial, Pappe und viel Gaffa. Ich habe da ehrlich gesagt einen kleinen Fetisch, solche Pakete wirklich sicher zu verpacken – was mir übrigens tatsächlich auf irgendeiner Verkaufsplattform schon einmal einen extra Bewertungsstern eingebracht hat. Ich fürchte, ich habe ein bisschen so geguckt wie Monica, als Chandler ihr sagt, sie sei die beste schlechteste Masseurin der Welt.

In der Postfiliale dann sehr viel von dem Leben mitbekommen, das ich sonst in meiner kleinen Welt nicht so sehe. Zuerst die Frau, die daran verzweifelte, dass man ihr das Paket für Ihre Tochter nicht aushändigen konnte. Denn die ist Krankenhaus und sie weiß nicht, wie sie da hinkommen soll.
Dann der Mann, der Geld abheben wollte, denn das Jobcenter sagte, es habe gezahlt. Das Postbankkonto wollte aber nichts auszahlen, nicht mal die Hälfte des Werts der Luxus-Hobby-Kiste, die ich da gerade durchs Land verschickte. Ach Mist, dann läge da noch die Pfändung drauf. Ob er nicht anrufen und nachfragen könne? Nein, gerade nicht, er habe kein Guthaben mehr.

Uns geht es so verdammt gut.
Feelin’ very humble.

Große Bewunderung übrigens für die Frau hinter dem Schalter, die ihr geduldig erklärte, auch wenn die Schlange immer länger wurde …
… die ihm total selbstverständlich ihr Telefon gab …
… die dann selbst eine Hotline anrief und sauber zusammen faltete, als die sie vertrösten wollten …
… und die mit der anderen Hand die einfache Fälle, so wie mein Paket abfertigte. Großer, großer Respekt.

Aus irgendeinem Grund habe ich den ganzen Tag Suspicious Minds gehört. In voller Lautstärke. Immer im Kreis. Ich weiß nicht, ob das etwas über mich aussagt.

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