30.4.2026 – man muss mir doch nur sagen, dass ich froh bin.

Die kluge Frau hatte unseren Termin verschieben müssen und damit lag der Termin dann so mittendrin im Vormittag, dass es sich nicht wirklich lohnte, vorher schon an den Schreibtisch zu gehen. Hinterher musste ich erstmal froh sein und alles, was da zum Klingen gebracht worden war, ausklingen lassen – nur fair, beim letzten Mal musste ich ja auch ein paar Stunden hinterher traurig sein.
Ich hatte erzählt, wie die letzten beiden Wochen so gewesen waren und am Ende strahlte sie mich an und freute sich, auf was für einem guten Weg ich so war. Und als sie’s so sagte, sah ich’s auch und freute mich mit.

Begonnen, uns darüber zu unterhalten, warum in meiner Kohlenstoffwelt sich exakt niemand mit mir über mein kleines Album unterhält*. Sie wusste da gar nichts von, reagierte total freudig und neugierig und nach zwei Nachfragen musste ich feststellen, dass sich noch niemand face2face so lange mit mir darüber unterhalten hatte wie sie gerade. Ja, so hat sie auch geguckt.

*) Die meisten Menschen ragieren nach dem Muster „Oh toll/spannend/interessant. Und auf Spotify, dann muss ich ja mal gucken. Oh schau, eine Scheibe Käse/Eine Spinne mit sechs Beinen/[insert whatever gerade im Gesichtsfeld passiert]. Übrigens: Du glaubst ja nicht, was mir heute passiert ist…

Dann wollte noch ein Eis gegesen und ein Auto gewaschen werden und dann lernte ich, dass ich echt niemand für einen Halbtagsjob am Nachmittag bin. Aller Anfang gestaltete sich doch etwas mühsam; das geht morgens besser und da geht’s im Moment schon nicht so gut.
Aber immerhin bin ich beim Aussortieren des Musikbestandes jetzt schon bei der Entscheidung, ob ich zu viele U2-Alben in der Sammlung habe oder nicht.
Und ein bisschen zugeschnittenes MDF um daraus einen Sockel für die linke Box zu bauen – Sie sehen ja, die steht etwas tiefer – habe ich auch bestellt. Lief bei mir. Also die Prokrastination.

Endlich gedanklich bei der Arbeit angekommen dann 50 ungelesene Mails seit heute Morgen um acht vorgefunden (zzgl Spam, jaja). Na supi.

Meine kleine Fanpage macht offensichtlich einen so profesionellen Eindruck, dass ich inzwischen schon Booking-Anfragen hier hin bekomme. Und mein Versuch, so etwas zu vermeiden ist vermutlich nicht klar genug formuliert?

Ich stehe nicht in regelmäßigem Kontakt zu Tina Dico und kann keinen Kontakt herstellen. Entsprechende Anfragen lasse ich unbeantwortet; ich bitte um Verständnis.
Die Adressen von Management und Booking-Agentur finden Sie auf der offiziellen Website.

Hmmmm … wie könnte ich es nur deutlicher sagen …?

Exakt jetzt wo ich tippe könnte ich nach Düsseldorf losfahren und zum Tori Amos-Konzert fahren. Aber nee, das wäre zu viel und gerade ist es sogar ok dass ich nicht da sein werde. „Genau, Herr Fischer: Akzeptanz“, sagte die kluge Frau und lächelte.

Zeugs

Sie fotografieren doch sicher auch jede Menge mit Ihrem iPhone? Wenn die Bilder besser aussehen sollen, dann finden Sie hier sechs Tipps für Einstellungen, die von Apple eher in Richtung „praktisch“ als in Richtung „gute Bilder“ voreingestellt sind. Auf Insta natürlich, so wie man es heute macht.


Unseren täglichen KI-Diss gib uns heute: Hier tritt eine Gestalterin gegen eine KI an und gestaltet Logo und CD gegen die Maschine. KI ist übrigens genau so wenig kreativ wie intelligent – nämlich gar nicht.
Auch hier: Nur Durchschnitt.


And for entertaining reasons noch eines von diesen kleinen Dingen für die ich das Web liebe: Ein Dude hat einen unendlich loopenden Film gedreht. Und in den Kommentaren erklären die Dudes, was er falsch gemacht hat, statt sich einfach an 99% Perfektion zu freuen statt an dem einen Glitch herumzumäkeln, der ihnen natürlich nicht passiert wäre.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

14 Kommentare

    1. Nein. Wir waren aber auch schon quasi in der Nachspielzeit und ich gehe davon aus, dass wir da noch einmal drauf zurückkommen.

  1. Meiner Erfahrung nach scheuen viele Menschen das Gespräch mit Hobbykünstlern (der Begriff ist nicht despektierlich gemeint – bin ja selber so einer), da Letztere häufig so sehr von Stolz auf ihr eigenes Werk erfüllt sind, dass sie überhaupt nicht mehr aufhören können, davon zu erzählen. Viele Leute fürchten zudem, zum Konsum der Worte gedrängt zu werden („Hast Du es schon gelesen? Hast Du? Hast Du?“) und sind unsicher, wie sie sich verhalten sollen, wenn ihnen das Werk nicht gefällt.

    Ich „durfte“ schon „Nachwuchskünstler“ kennenlernen, die jegliches Nicht-Lob an ihrem Werk als vernichtende, unfaire Kritik verstanden haben.

    Deswegen halte ich mich in der Kohlenstoffwelt mit Äußerungen über meinen Text lieber zurück.

    1. Interessante Idee, klingt auch nicht unwahrscheinlich.

      Ich verstehe zwar nie, warum man eine Gruppe von Menschen „schlecht behandeln“ sollte, weil einzelne aus der Gruppe sich mal unangenehm benommen haben, aber nun denn.

    2. Man weiß ja leider erst hinterher, mit wem man es da zu tun hat. Da kann ich die Vorsicht vieler Menschen verstehen.

      Außerdem ist die Zurückhaltung von Menschen meiner Meinung nach kein „schlecht Behandeln“. Entweder interessieren sie sich für das, was wir tun oder eben nicht.

    3. „schlecht behandeln“ stand ja mit Absicht in Anführungszeichen. Besser passt vielleicht: Erstmal von der schlechteren Möglichkeit ausgehen und dann lieber nichts tun. So wie „ach nee, wenn wir Transfrauen zu lassen, betrügen bestimmt Männer“, „wenn ich dem Wohnungslosen Menschen jetzt einen Euro gebe, dann kauft der bestimmt Drogen“ – das ist ja ein weit verbreitetes Muster, immer zuerst eine Sorge zu konstruieren und dann lieber etwas freundliches nicht zu tun.

      Es gibt doch diese Cola-Firma, die auf Vertrauen und Anarchie beruht – der Gründer ist inzwischen auf Tour und vermarktet das Grundprinzip. Und er erzählt, das wäre auch quasi immer die erste Frage: Bist Du noch nie betrogen woden?
      Und dann sagt er fröhlich: Doch, klar. Einmal. Vollkommen nebensächlich, wenn ich’s in Relation zu unseren Vorteilen setze. Das hat mir echt zu denken gegeben.

    4. Ps: Vielleicht – ich denke da gerade noch etwas drüber nach – ist es doch mindestens schlechtes Benehmen, wenn ich eine Leidenschaft eines Freundes so komplett ignoriere, nur weil whatever. Wir sind doch alle groß, man kann whatever doch kommunizieren?

    5. > Ps: Vielleicht – ich denke da gerade noch etwas drüber nach – ist es doch mindestens schlechtes Benehmen, wenn ich eine Leidenschaft eines Freundes so komplett ignoriere, nur weil whatever. Wir sind doch alle groß, man kann whatever doch kommunizieren?

      Natürlich sollte man gerade unter Freunden offen kommunizieren. In Deinem Beitrag schreibst Du aber ja von „den meisten Menschen“ und das können ja auch z.B. Nachbarn oder Arbeitskollegen o.ä. sein.

      Vielleicht bin ich auch zu sehr gebranntes Kind, weil ich mal mit jemandem befreundet war, der ziemlichen Druck auf mich (und auf andere) ausgeübt hat, sein Werk gut zu finden.

      Oder eine etwas andere Deutung: Vielleicht ist die Zurückhaltung vieler Menschen auch ein Anzeichen von Überforderung, weil Kunst nun mal häufig (immer?) etwas sehr Persönliches ist und sie so empfinden, als ob sich jemand vor ihnen total öffnet (ob das jetzt stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt). Der Typ aus meiner Vergangenheit wollte mir immer im persönlichen Gespräch Texte von sich vorlesen und das hat sich für mich falsch angefühlt. Lesungen von ihm habe ich gerne besucht, weil dann meine Rolle als Publikum klar definiert war – es gab sozusagen eine gewisse Grenze zwischen uns.

      (Sind jetzt alles ein wenig unsortierte Gedanken von mir. Sorry, falls das ein bisschen konfus klingt.)

    6. … spannende Frage, wo da Henne und wo da Ei ist, wenn jemand so pushy wird, oder?

      Ich muss gestehen: ich erwarte ein bisschen von den Menschen in meinem Freundeskreis, dass sie kommunizieren können – wenigstens so gut, dass sie zB eine solche Überforderung ausdrücken können. Das ist ja dann etwas vollkommen anderes, als dieses megapeinliche Ausweichen.

    7. > Ich muss gestehen: ich erwarte ein bisschen von den Menschen in meinem Freundeskreis, dass sie kommunizieren können […]

      Da gebe ich Dir vollkommen Recht!

  2. Ich kenne das auch mit den Reaktionen auf Künstlerisches. Ich glaube, es ist so eine Mischung aus Unwissen, wie viel Arbeit in einem Album, einem Text oder einem Gemälde usw. steckt und daher ein Mangel an Follow-up-Fragen, die der Person einfallen, und vielleicht auch generell ein Unbehagen, sich womöglich jetzt mit etwas Emotionalem befassen zu müssen. Ich rede eigentlich nur mit Leuten übers Schreiben, die selbst schreiben, da ist dann viel wertvoller Austausch, bei allen anderen erwähne ich es gar nicht erst oder nur ganz kurz.

    1. Das klingt leider alles sehr logisch – ich lerne das halt gerade alles erst.

      These: Am Ende läuft wieder alles darauf zusammen, dass viele Menschen eins ehr enges Feld von „normal“ haben, in dem sie sich sicher bewegen können und rechts und links ungewohnt und wird vermieden. Ich muss nachdenken.

  3. Ad „Vorstellung von normal“: oh, definitiv. Wenn du erzählen würdest, du hättest dein Haus renoviert oder für einen Marathon trainiert (um mal Beispiele zu nehmen, deren Zeitaufwand vergleichbar ist), wären die Reaktionen ganz andere, würde ich tippen. Und es kämen mehr Nachfragen.

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