3.6.2022 – Flöz as Flöz can

Der Familie gehts besser, Danke der Nachfrage, sie ist sogar wieder zu Hause.
Deshalb ist vermutlich auch überhaupt nur möglich, wie es sonst hier im Moment aussieht:
Denn die Tage bestehen aus frühem Aufstehen – es schiebt sich langsam von sechs auf fünf Uhr nach vorne – und dann langen Tagen im Codeflöz. Mehr is’ nich.
Bei der Liebsten siehts ähnlich aus, denn während die Lehrerinnen unserer Kindheit vier Wochen vor den Ferien ja klischeehafterweise gar nichts mehr taten und jede Stunde mit dem Fernsehwagen in den Kursraum gerollert kamen, haben Sonderpädagoginnen aktuell viel zu tun: Sie fahren in Kitas und andere Schulen und schauen sich dort Kinder an. Kinder, die aufgefallen sind, weil sie wohl ein bisschen mehr Förderung brauchen. Und dann schauen die Sonderpädagoginnen und sprechen mit Kindern, Kitas, Eltern, Lehrerinnen und dann testen sie auch und dann versuchen sie, den besten Weg für die Kinder zu finden. Also: Neben dem normalen Unterricht.
Nix mit Fernsehwagen.

Exkurs: Lächelnde Erinnerungen kommen hoch an damals, als unsere Musiklehrerin mit uns eine Reihe über Tanzfilme machte (wir schauten Fame und Footloose und diesen blöden Film mit der Melone) und wir ihr treuherzig guckend glaubhaft machen konnten, dass „The Breakfast Club“ auch einer wäre.
Wir verbrachten diverse Stunden im miefigen Filmraum, bis sie gestand, sie hätte das schon irgendwann durchschaut, dass da vermutlich auch die nächste Stunde des Films niemand mehr plötzlich lostanzen würde – aber ihr habe der Film ausgesprochen gut gefallen und sie habe das Ende wissen wollen.
Exkurs Ende.

Abends versuchen wir, noch ein paar Schritte vor die Tür zu gehen. Nur hier im Wald oder im Städtchen – niemand hat noch Lust die halbe Stunde zum See zu fahren.
Gerade baut sich in der Fußgängerzone die Pfingstkirmes auf – je nach Sichtweise ein Happening aus der Reihe „muss aber auch endlich mal wieder“ oder eines aus der Reihe „es gibt sie noch, die Superspreader-Events“ – und wir gehen natürlich nicht auf die Kirmes. Aber weil wir früher mal mitten an der Hauptmeile gewohnt haben, mögen wir die Aufbaustimmung: Junge Männer zum Mitreisen brüllen, Stahl schlägt auf Stahl, wirklich große LKWs schieben sich Zentimetergenau auf die ihnen zugewiesenen Plätze, die Onkel und Tanten vom Ordungsamt in ihren albernen Westen laufen mit Klemmbrett vor der Brust wichtig dazwischen auf und ab und hin und wieder wird man von etwas verwahrlost aussehenden Kindern auf einem zu kleinen Fahrrad über den Haufen gefahren. Wir lieben es.

Die Liebste freut sich auf ein langes Wochenende, ich freue mich auf unterbrechungsfreies Coden, gleich treffe ich zum ersten Mal Herrn de Vries im Zoom.

Das ist alles schon ok.

Gestern Abend um zehn pingte mich die Warnapp an und meldete in gleichgültigem Tonfall: Ich habe Begegnungen gehabt, an zwei Tagen, zuletzt am Samstag. Da ich sonst niemanden traf bedeutet das in anderen Worten: Gestern Abend hat jemand, der oder die mit mir zwei Abende im Theater war, sein positives Ergebnis in die App eingegeben.
Das ist schon arg ironisch für jemanden, der so aufpasst wie ich und dann eine gezielte Ausnahme macht.

Aber auch das ist schon ok. Die Inkubationszeit ist ja quasi schon rum und man muss ja nicht immer Pech haben.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

2 Kommentare

  1. Allerheiligen Kirmes in Soest in meiner Grundschulzeit. Wenn die ersten Wagen mit Karussels kamen, beim Rangieren die ganze Innenstadt lahmlegten und am Hallenbad parkten und wenn sie dann langsam anfingen aufzubauen (Achterbahn brauchte am längsten), dann war das besser und aufregender als die Kirmes selbst. Und ein paar Wochen hatten wir „Kirmeskinder“ in der Klasse, die wir glühend beneideten, weil ihre Eltern Karussell oder Autoscooter besaßen und sie „immer“ fahren konnten. Und diese Kinder brachten am Tag vor Kirmesbeginn dann ein paar Freifahrt Chips für die Klasse mit – priceless!!!

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