3.3.2020 – an Igel has landed

Immer noch wütend. Immer noch gut. Sehr gut damit geschlafen.

Im Traum eine alte Freundin getroffen. Eine, bei der ich keine Ahnung habe, warum wir uns nicht mehr sehen. Mal aufraffen und eine nette Mail schreiben.

Morgens als erstes eine Website „live geschaltet“. Ich hatte mich hier in den letzten Wochen gelegentlich ausgeweint über die seltsame Form der Mitarbeit der Kundin und ich werde Ihnen jetzt auch hier keinen Link hin schreiben.
Irgendwann bemerkte ich nämlich, dass unsere Mailwechel nach diesem Schema abliefen:
Ich: Erklärung eines technischen Features und Frage dazu
Sie: Weiß nicht, entscheiden Sie, aber bei der Gelegenheit: Sie wissen, ich schätze Ihre Expertise, aber vielleicht … – machen Sie doch bitte in der Gestaltung das und das besser so: …
(und später)
Sie: Ach, das [technische Feature nach dem ich gefragt hatte] hätte ich aber gern anders.

Was dazu führte, das die Website jetzt ganz exakt so aussieht, wie in der Powerpoint-Präsentation, die sie mir zu Beginn mal als Idee geschickt hatte. Unter uns: Da war Luft nach oben.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich kann die Gestaltung anderer umsetzen ohne zu murren. Und wenn jemand eine Website haben möchte, die meiner Meinung nach nicht hybsch ist, die aussieht, als wäre sie von 2002 oder die alle Regeln moderner UI-Gestaltung ignoriert – kein Problem.
Was ich nicht so mag: Wenn jemand mir sagt, ich hätte freie Hand und dann innerhalb einiger Monate im Endeffekt jedes Detail in Einzelstückchen wieder wegnimmt. Und mir bei jedem Detail erklärt, warum das nun gerade aber bestimmt nicht so wichtig ist, auch wenn ich bestimmt mehr Ahnung habe als sie.
Das hat nichts mit verletztem Gestalterstolz zu tun, sondern mit Kommunikation.
Außerdem: Der klare Satz: „Das soll exakt so aussehen wie die PPT und ich will keine Ideen!“ zu Beginn hätte uns vermutlich vier Wochen Arbeit gespart.

Rechnungen geschrieben, eine Mahnung geschrieben, die Schornsteinfegerin durchs Haus geführt.

Zur Zahnklinik gefahren. Ich habe da seit dem Schnubbn und der verstopften Nebenhöhle am Wochenende ein ungutes Gefühl. Nicht im Mund, sondern eher in Richtung Kieferhöhle. Zwei Stunden gewartet – wir nennen es Konfrontationstherapie – und dann gehört: „Also im Prinzip … ich meine … hm … da sollte … ich glaube nicht … also … kommense doch nächste Woche nochmal rein. Das sollte aber besser werden.
Ich bin so mittel amused und lasse so schnell wie möglich mal die Neben- und Kieferhöhlen schallen. Und versuche mir in der Zwischenzeit nicht zu viele Gedanken um eine mögliche Entzündung mitten im Kopf zu machen.

Beim Warten viel in diesem Internet gelesen und es macht mich traurig und fassungslos, was an allen Ecken dieser Welt passiert. Ich bin sprachlos darüber.

Auf dem Rückweg erwarteten mich dann zwei Unfälle mit entsprechendem Stau auf der Autobahn.
Zwei Stunden statt 45 Minuten, was beschwer ich mich?

Außerdem geht mein Dank an die Götter des ABS, die mir und dem, der hinter mir war, noch ermöglichten zu bremsen, als der Typ in der rechten, stehenden Spur ohne zu gucken auf die mittlere wechselte, wo wir immerhin gerade gute 40 fahren konnten.
Da waren noch fast 40cm Platz, was beschwer ich mich?

Bis auf einen Toast gegen zehn war ich noch nüchtern und so holte ich die Liebste ab und wir fuhren weiter, was essen. Lernerfolg: Brokkoli-Käse-Pizzaschnecken sind eine super Erfindung, machen instantly satt – aber kennen Sie das, wenn alles Blut zum Verdauen in die Köpermitte geschickt wird und Sie beginnen zu frieren als säßen Sie beim Eislochfischen?
Deswegen früh ins Bett.

2 Kommentare

    1. @daniela: Nein, purer Zufall. Nur das Wortspiel mit dem Eagle auf dem Mond.
      Das Video ist aber ziemlich klasse!

Kommentare sind geschlossen.

Die Website benötigt Cookies. Ich nutze Matomo, um zu sehen, welche Artikel Sie interessieren. Matomo ist lokal installiert, es werden keine Daten mit externen Diensten ausgetauscht oder Cookies gesetzt. Auf Anforderung können Sie zB Videos ansehen, die dann weitere Cookies setzen.