3.11.2021 – miscellaneous

Wussten Sie, dass „miscellaneous“ eines meiner Lieblingswörter in der englischen Sprache ist, ich es aber nicht sauber aussprechen kann?

Mein Wecker am Bett geht endlich wieder richtig. Seit Sonntag. Damit diese absolut unwichtige Tatsache eine launige Geschichte wird, gebe ich Ihnen ein paar Stichworte an die Hand, dann schaffen Sie das selbst: Sommerzeit, statt vernünftiger Bedienelemente drei Multifunktionstasten am Wecker, Bedienungsanleitung in Schriftgröße vier, Lesebrille liegt immer am Rechner, Winterzeit.
Sehen Sie? Klappt doch.

Natürlich muss ich mich jetzt nur noch wieder daran gewöhnen, nicht eine Stunde zu addieren, wenn ich nachts aufwache.

Natürlich nur noch E! Und kein Hybrid!“ hätte ich jederzeit gerufen. Hätte ich gedacht. Und dann ruft mich als erstes heute Morgen ein alter Freund an und sucht jemanden zum Mitdenken, denn er muss ein neues Auto bestellen und hätte das auch gerufen – aber in sein Nutzungs-Szenario passt eigentlich nur die resignierte Antwort „kauf einen Benziner“ und weil das ja überhaupt nicht geht, vielleicht doch ein Hybrid, damit wenigstens die Fahrt zur Autobahn ohne Abgase erfolgen kann.

Außerdem, mal was anderes: Wieso glauben eigentlich alle Hersteller, dass E-Autos aussehen müssen wie das Batmobil?

Ein paar Mails, ein bisschen Haushalt (seit auch ich begriffen habe, dass das Verb „hauselfen“ und das Substantiv „Hauselfen“ [also die aus Hogwarts] das gleiche Wort sind, hat es ein komisches Geschmäckle bekommen), ein Angebot nochmal schreiben, weil neben unserer Expertise auch noch Expertise-Vermittlung gefragt ist, in der Pause zum Getränkeshop und Wasser holen …

Im Getränkeshop fragte mich die Frau an der Kasse, ob ich schon den neuen Aushang gesehen habe und deutete auf einen Zettel. Dort gab es ein Gewinnspiel: Ganze 21,- € kann ich gewinnen, wenn ich der Geschäftsführung meine liebste Filiale mitteile.
Das ist zum einen natürlich eine ziemlich widerliche Idee, um mit Hilfe eine Kundenbefragung rauszubekommen, in welchen Filialen man die 450-Euro-Kräfte nochmal strammstehen lassen muss. Wie ich dann beim Abstimmen feststellte ist es aber außerdem eine ebenso widerliche Aktion um an möglichst viele Kundendaten zu kommen, denn wenn man nicht aufmerksam liest und einige Newsletter-Anmeldeformulare wegklickt, kann man denken, man müsse dort sehr viele Daten angeben

Mitgemacht habe ich trotzdem, weil dieser Getränkeshop eine kleine Insel der Glückseligkeit ist, in diesem von mir ja eher nicht so geschätzten Städtchen: Mein Gott, sind die da freundlich und hilfsbereit. Ich liebe es, wirklich. Also habe ich für sie abgestimmt.
Aber ich hasse es so sehr, wenn Angestellte so dazu gezwungen werden, nach Vollzug des eigentlichen Geschäftes noch um eine gute Benotung zu betteln – in meinem Autohaus ist das auch so. Ich finde das erniedrigend, das hat was von „Na? Na? Wie war ich?“ fragen und sich dabei auf dem Rücken wälzen.

Während im Getränkeshop – auch Dank der super Mitarbeiterinnen dort – alle brav maske und Abstand und so machen, lese ich die reichlich unschönen Meldungen von überall und merke, dass ich es in den letzten Wochen tatsächlich geschafft habe, auf einer kleinen Insel mit Corona-Pause zu leben. Mein Umfeld funktionierte, die Gewohnheiten saßen, alles easy. Also: deutliche mehr easy als schon mal.
Ich beginne, das mal wieder abzugleichen.
Während die Liebste, deren oberste Chefin ja die Masken in der Schule am Platz verbietet sich schon um die Booster-Spritze bemüht.

Pause, Fernsehen an: Mama Geiss wimmert, dass es einen schlimmen Unfall auf der Autobahn nach St Tropez gab – es wird eine Zeitungsmeldung eingeblendet, auf der ein riesiger Unfall mit brennenden LKWs zu sehen ist – und wisst Ihr, was das schlimmste daran ist? Jetzt kommen die Gäste zu unserer Halloween-Party nicht.
Ich bin ja Mitglied der Verbotspartei, ich darf das sagen: Diesen Menschen sollte man verbieten im Fernsehen ihren Gedankenmüll abzusondern.
Fernseher aus.

Versucht, mit der LiebstenSiedler von Catan“ zu spielen. Bis wir alle iPads aktualisiert, alle Passwörter zurückgesetzt oder herausgefunden hatten und alle Catan-Spiele auf die gleiche Version aktualisiert hatten ging die erste halbe Stunde rum. Dann mussten wir noch mit einer Freundin telefonieren, da wir einen gemeinsamen Urlaub planen und dann passierte eigentlich das gleiche mit Kreditkartenbanking und Secure-Pin und dann war es auch schon spät.

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

11 Kommentare

  1. Re: Hybrid

    Das würde mich ja schon interessieren, welches Nutzungsszenario ausschließlich den Kauf eines Verbrenners nahelegt. Oder fährt der Freund ständig Strecken mit mehr als 400 Kilometern ohne Pinkelpause durch?

    Aber abgesehen davon, ist „hybrid“ nicht die richtige Antwort. Hybridfahrzeuge vereinen das Schlechteste aus beiden Welten, auch wenn man im ersten Moment das Gegenteil vermuten könnte. Für ordentliche E-Fahrten ist der Akku viel zu klein und geladen werden muss er ja trotzdem; was bedeutet, dass er im Alltagsstress dann doch oft leer sein wird, man kommt ja schließlich auch ohne von A nach B. Und der Verbrauch an Sprit ist aufgrund des höheren Gewichts sogar noch größer, das Teil ist also _noch_ klimafeindlicher also sowieso schon. Und am Ende kannst du das Ding nicht mal mehr ordentlich verkaufen, weil in drei Jahren kein Hahn mehr nach Hybridautos krähen wird. (Ein Argument, das Firmenauto-Leasende leider wenig interessiert.)

    1. Ja, damit hast Du sein Nutzungsverhalten ziemlich gut beschrieben. In Kurzform: Kundenbesuche über zwei Bundesländer (quasi: Vertreter) und gelegentlich Familie in ca 600km mit der nächsten Ladestation in 15km Entfernung (was sich sicher lösen ließe, aber nicht das Hauptprpblem ist).
      Dazu kommt ein Preisdeckel, da Firmenwagen im Leasing.

      @Hybrid: Ja, ist mir vollkommen klar. Alles davon und wenn ich sehe, was durch die Straßen fährt, dann kann ich es nicht fassen, wie diese Pseudo-Lösung offensichtlich für gutes Gewissen sorgt.

      Ich bin wirklich sehr erstaunt aus dem Gespräch raus und wir denken da beide auch immer noch nach, weil wir diese Lösung schlicht nicht wollen.

    2. Ich kenne mich da zu wenig aus, aber spielen die laufenden Kosten nicht auch eine Rolle bei einem Firmenwagen? E ist im laufenden Betrieb schließlich deutlich günstiger.

      Ansonsten würde mich interessieren – aber das ist hier vermutlich das falsche Forum – wie lang denn so eine Strecke normalerweise ist und warum es nicht möglich ist, an den Endpunkten das Auto zu laden, während man wichtigere Dinge macht. „Weil die Ladestation nicht direkt vor der Tür ist“ ist ein Bequemlichkeitsargument, denn – so viel Erfahrung habe ich jetzt schon – die nächste Ladesäule ist meistens nicht mehr als zehn Minuten gemütlicher Spaziergang weg; meistens weniger. Einen freien und kostenlosen Parkplatz gibt’s oben drauf. Und mit Schnellladern an der Autobahn kann man die Pinkelpause ebenfalls sinnvoll nutzen.

  2. Sind denn alle Hypride Mist oder nur die Plug-in-Hypride? Wir haben, in einer Kleinstadt lebend und ohne die Ladesäule in 10 Minuten fußläufiger Entfernung, als Kompromiss einen Hyprid ohne Plug-in, der sich während des Fahrens selbst lädt und zwischen E und Verbrenner wechselt, je nach Ladezustand. Von allen Autos, die wir bisher hatten, ist es das, was mit Abstand am wenigsten verbraucht.

    1. So wie ich das hier* lese, wären PlugIn-Hybrid noch die vernünftigste Wahl, aber grundsätzlich bezweifle ich das Konzept etwas. Klar, sparsamer ist immer besser, aber wenn ich die Batterie mit dem Benzin lade, dann vergeude ich ja noch mehr Energie.
      Darf ich fragen, was „wenig verbrauchen“ in l/100km so in etwa bedeutet? da wäre ich mal neugierig.

      *) https://www.carwow.de/ratgeber/welches-auto-passt-zu-mir/der-unterschied-von-hybrid-und-plug-in-hybrid

  3. Also, wenn mein Benziner irgendwann nicht mehr kann – und ich dann noch imstande bin, Auto zu fahren – steige ich um auf „E“.

    Aus dem simplen Bauchgefühl heraus, nichts mehr verbrennen zu wollen außer eventuell in einem Lagerfeuer.

    Im Idealfall habe ich dann mein Haus woanders hin verfrachtet und sowohl Solarthermie als auch Photovoltaik auf dem Dach – neben einer Trockentrenntoilette im und einer Pflanzenkläranlage am Haus.

    Möglicherweise ist dann aber auch die nächste Bushaltestelle nicht drei Kilometer weit weg, höher frequentiert und vieles fuß- beziehungsweise radläufig gut erreichbar – dann verzichte ich aufs Auto.

    So stelle ich mir das vor. Bis dahin lote ich weiter aus, was wirklich wie sinnvoll ist im Sinne von Naturnähe und dem geschundenen Wort von der Nachhaltigkeit.

    Möglicherweise kommt dann etwas ganz und gar Anderes dabei heraus …

  4. Verbrauch: auf längeren Strecken um die 4 Liter. Kürzere Strecken natürlich mehr, so um die 5 Liter, aber die versuchen wir sowieso möglichst mit dem Fahrrad zurückzulegen.

    1. Achso, und noch was zum Aufladen: Es wird nicht allein über den Motor geladen. Diese Hybride sind so gebaut, dass sie übers Bremsen viel aufladen, auch Rollen ohne Gas geben (Bergabfahren) lädt auf. In der Stadt oder im Stau, wo man immer wieder bremst, lädt der Motor also fast überhaupt nicht, man verbraucht dadurch folglich auch weniger.

    2. Ah, merci. Ich halte das Konzept dauerhaft für immer noch nicht gut, aber wenn es so funktioniert, dann vielleicht doch eine Übergangstechnik. Wieder was gelernt, merci!

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