29.1.2026 – sonst würde es ja jeder tun

Erstmal: Danke, ey: Kiki, Loosy, Dirk, Joël, Maximilian

Sonst ist hier gerade wenig zu erzählen und das finden wir gut. Sogar das, was sich nicht erzählen ließ, löst sich immer weiter auf und ich kann gar nicht genug erleichtert darüber sein.
Deswegen habe ich heute nur vier Zitate & Artikel für Sie, die für mich alle total thematisch zusammen hängen:

Maximilian schreibt ja so schön:

Christian macht Musik, Kiki macht Kunst, ich mache nur so Texte. Die Herausforderungen ähneln sich in der heraufziehenden KI-Welt.

Kiki wird detaillierter:

Was tun? Tatsächlich eine Mischung aus Gleichgültigkeit den Wünschen und Algorithmusforderungen der Plattformen gegenüber an den Tag zu legen, und sturem Veröffentlichen dort, wo es im jeweiligen Moment sinnvoll erscheint, nicht zuletzt auf der eigenen Website, im eigenen Blog. Und nicht zuletzt die Rückbesinnung auf Präsenz im „Offline-Leben“: Berufsverbände, Galerien, Ausstellungen, Messen, Pop-up-Art, Kunsthandwerkermärkte – die Mischung macht’s. Besonders aber: Den Zusammenhalt zwischen KünstlerInnen suchen und fördern. Gemeinsam sind wir unauswiderstehlich!

Franziska – aus der Sicht der Unternehmensberatung aber vollkommen passend – fragt sich und uns dazu:

Erinnerst du dich an die 2010er Jahre? Facebook hat ordentlich dafür getrommelt, dass Medien und Marken dort aktiv werden sollen. Reichweite aufbauen, Fangemeinde aufbauen, hier läge die Zukunft. Und das haben die meisten von uns (ja, auch ich damals in der Redaktion) gemacht. Mit Ressourcen und strategischer Priorität. Irgendwann kam dann der Algorithmus-Switch. Konkret: 2018 sank die organische Reichweite von Facebook-Pages dramatisch […] Bei Instagram wiederholte sich das Spiel, bei TikTok ebenfalls. Und von Twitter haben sich die meisten aus anderen Gründen getrennt. Und jetzt erleben wir es erneut. Die Frage ist also: Warum glauben wir jedes Mal, dass es diesmal anders wird?

Und Marcel ergänzt zum Schluss noch einen wichtigen Aspekt, der weniger mit der Außenwirkung, sondern mit dem Schaffensprozess zu tun hat:

Die Anfassbarkeit meiner Werke berührt mich emotional.
Vor ein paar Tagen habe ich die letzte Seite des Skizzenbuchs gefüllt, das ich im April 2025 angefangen hatte. Mehr als die Hälfte davon wurde im Januar 2026 befüllt. Gleichzeitig ist diese zweite Hälfte die, in der die meisten Arbeiten sind, die mir gefallen. […]
Aber warum fühlt sich das so bedeutsam an? Ich glaube, es hat mit etwas zu tun, das uns gerade kollektiv abhandenkommt.
Code wird plötzlich von AI geschrieben, Designs im Handumdrehen von AI erstellt, und Texte schreibt schon lange niemand mehr selbst. Das Höchste der Gefühle ist, dass man die Geviertstriche von Hand durch Punkte ersetzt, oder, wenn man sich ganz kreativ fühlt, durch Semikolons. Es fühlt sich an, als würde überall der eigentlich wichtige Aspekt an Arbeit wegoptimiert: das Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Gerade zu letzterem: Obwohl ich – Überraschung! – ohne AI arbeite, entsteht natürlich bei mir sehr viel der Musik im Computer, auf virtuellen Instrumenten gespielt und nach dem Einspielen gern mit der Maus noch gerade (oder schräg) gerückt. So froh ich bin, so arbeiten zu können, merke ich aber auch, dass mir das Zusammenspielen mit anderen, das „manuelle“ Musikmachen auch fehlt.
Leider ist an so etwas wie Auftritte auf Bühnen mit Menschen vor Menschen im Moment vollkommen nicht zu denken. (Ganz abgesehen davon, dass es mit 20 ca 1673 mal leichter war, gleichgesonnene Mitmusikerinnen zu finden als mit 50, aber das ist eine andere Geschichte).
Dafür sammeln sich die Links auf CD- bzw sogar Vinyl-on-demand-Anbieter in meinem ausgelagerten elektronischen nicht-Cloud-Zettelkasten. Wer weiß, wer weiß?

Aber vielleicht in Folge einer unbewussten Vorausahnung finden sich auf Circles & Squares schon ein paar mehr Einsätze der Saiteninstrumente, die bei mir hinten im Raum stehen als auf dem Vorgänger; auf den neuen Stücken, die natürlich schon hier liegen geht’s weiter.
Und gestern habe ich eine mutige Anfrage an eine Sängerin (nein, nicht Tina) rausgeschickt – mit der Frage nach einem gemeinsamen Projekt.
Also: Bilder wir Banden. Banden gegen die Algorithmen.


By the way: ich hab inzwischen auch einen Link für Qobuz. Gehen Sie ruhig hin und erfreuen Sie sich! Wenn Sie alle noch zweimal hören gehen, komme ich schon fast bei Spotify in die non-demoneytized Zone, jaja!

Cover Malcolm F: Circles & Squares

Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.

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