28.8.2019 – Kapitalistenschweine aus Houston Texas

Schaue ich auf die Rückenschmerzen, die ich da so habe, dann ist mir das viele Autofahren gar nicht so gut bekommen. Nun denn, Faszienrolle, here I come.

Morgens vor der HNO-Praxis der Liebsten gewartet. Zweimal um einen Euro für was zu trinken angesprochen worden, zweimal gern einen gegeben, zweimal danach die Blicke der Umsitzenden aufgefangen.
Letztens auch schon in eine sehr lustige Unterhaltung mit eine Bedienung im Café geraten, als sie sich für „diese Bettler“ entschuldigte und leider nicht begriff, dass ich mich dann gar nicht mit ihr über „diese Bettler“ aufregte, sondern eher über Menschen, die sie verscheuchten.
Nach circa dreimal hin und her (bzw. aneinander vorbei) begriff sie, dass ich vielleicht auch sie meinte und verstummte mit einem sehr interessanten Blick im Gesicht.

Überhaupt laufe ich in der letzten Zeit, so ich denn mal draußen bin ständig innerlich gewappnet durch die Gegend. Ob es ein schon zurecht gelegtes freundliches „Nein, Frau Merkel hat »die« nicht alleine alle reingelassen“ ist oder der Plan „Ich stell mich dann zwischen den Typ und den jungen Mann mit Kippah, wenn der Typ gleich sagt, was sein Blick schon stumm vorausschickt“ – ich habe das Gefühl, ich muss ständig wachsam sein weil die Stimmung an alle Ecken und Enden kippt.
Nee, stimmt gar nicht. Nicht die Stimmung kippt, sondern es möchte sich mancher auf einmal auch „was trauen“ und reißt die Klappe auf. Und weil es zu wenig Gegenwind gibt, fühlt er sich damit erfolgreich.

Ist klar, muss man auch erstmal üben, den Gegenwind.
Deswegen lege ich mir auch Sätze zurecht, damit ich nicht sprachlos da stehe. Oder vor Empörung sofort beleidigend werde. Und ich weiß, dass ich gerade in einer solchen Situation nichts ausdiskutieren werde. Kein Ergebnis bekommen werde.
Aber vielleicht kann ich einen Impuls setzen, einen Gedanken pflanzen.

Geholfen hat mir da übrigens auch sehr diese Broschüre der Rosa Luxemburg Stiftung (ganz unten auch als PDF-Download).
(Nachtrag: Und Cecilia erinnerte mich in den Kommentaren, dass es auch Kleiner Fünf gibt, bei denen ich auch regelmäßig lese. Tss. Einfach vergessen. Sorry.)

Irgendwie drumherum gearbeitet. Gestaltungs-Skizzen verschickt und erklärt, mich damit rumgeschlagen, dass Google nach einem Relaunch auf einmal Seiten in seinem Index entdeckt, die seit 2011 nicht mehr online sind und insgesamt versucht das ein oder andere lose Ende zu fassen zu bekommen.

Abendprogramm: Wir werden „Water“ gucken. Einen Film, den ich mit 16 mal sah und unfassbar lustig fand. Naja, mit 16.
Mal sehen, wie der so gealtert ist.
Eine temperamentvolle, entschlossen populäre Komödie, die sich durch ausgelassene Fantasie, Selbstironie und den Mut zu utopischen Positionen auszeichnet“ sagt das Lexikon des Internationalen Films. What can go wrong?

2 Kommentare

  1. Erschreckend, wie menschenverachtend vielerorts auf Bettler geschaut wird.
    Danke für den Hinweis auf die Rosa Luxemburg Stiftung. Kennen Sie Kleiner Fünf? Das scheint mir in eine ähnliche Richtung zu gehen; der „radikal höfliche“ Ansatz gefällt mir gut.

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