28.4.2026 – Membrum virile

Ja, genau der, I’m sorry. Gestern Abend bekam ich nämlich nach dem Klick auf einen sehr harmlosen Hashtag bei Bluesky mein erstes unverlangtes Dickpic zu sehen. Ich selbst brachte auf Mastodon meine Verwunderung zum Ausdruck, denn: natürlich weiß ich die Hintergründe wie Grenzüberschreitung und Machtdemonstration aber ästhetisch gesehen … meine Güte*.
Ausnahmsweise geschah mal wieder das, wofür wir das Internet früher geliebt haben, nämlich eine Unterhaltung, die gleichzeitig witzig und vollkommen ernsthaft war. Sie können das hier finden – gehen Sie ruhig kurz rüber, ich warte hier.

Am Ende schrieb ich

Ich glaube das allerschlimmste an dieser Dickpic-Unterhaltung finde ich den Fakt, dass ich zehn Jahre lang meine komplette Wohnungs-Adresse mit zwei Telefonnummern, zwei Mailadressen und drei Messenger-Accounts offen auf meiner Website hatte und exakt null ungewollte Nachrichten bekommen habe.
Ich vermute, nein, weiß: Wäre darüber nicht mein, sondern ein Foto einer Frau gewesen, sähe das komplett anders aus.
Und das kotzt mich schon sehr an.

und dem ist nichts hinzuzufügen.

Ach doch: Kiki ergänzte nämlich vollkommen zu Recht einen Abstecher zu den Pflicht-Impressumsangaben auf Websites und ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass eine meiner Kundinnen, die sich unverschämterweise trotz eines früheren Geschehnisses weder den Mund noch die Selbstständigkeit verbieten lassen möchte, ihre Impressums-Adresse für sehr akzeptabel kleines Geld bei einem Anwalt hat, der ihr Briefpost weiterleitet. Bzw nach besprochenen Regeln auch nicht.

*) Ja, ich erkenne einen hübschen Penis, wenn man ihn mir zeigt

Work: Am Schreibtisch begann der Tag mit zehn Minuten Hilfestellung für eine wunderbare Grafikerin, die ich jetzt seit zwei Jobs kenne; nicht nur, aber erst Recht wenn es nur zehn Minuten sind, dann finde ich: Wir Einzelkämpferinnen müssen zusammenhalten.
Huch: Gelogen. Eigentlich begann der Tag mit einen kompletten Neustarts des heimischen Netzwerkes. Alles fühlte sich an, als ginge man durch Honig und erst nachdem ich alle Fritz-Boxen und -Repeater sowie alle LAN-zu-Koaxial-Verbinder einmal neu gestartet hatte, ging’s wieder. Reboot tut immer gut, wie mal jemand zu mir sagte und trotzdem der Spruch ja hart vor „Tschau Kakao“ rangiert, krieg ich ihn nicht aus dem Kopf. Genau, Sie jetzt auch nicht mehr. Hihi.
Ich habs übrigens auch diesmal wieder nicht geschafft, in einer sinnvollen Reihenfolge auf die Neustart-Button zu klicken und mich zuallererst so selbst aus dem Netz gekickt, dass ich an die weiter hinten liegenden Geräte erstmal nicht mehr dran kam. Naja, hab ja nie behauptet, dass ich besonders klug wäre.

Dann ein bisschen SEO-Arbeit. Wenn Sie sich da auch Gedanken machen, aber nicht so im Thema sind: Gucken Sie sich mal schema.org an. Just said.

Life: Nachmittags mit dem Grafiker aus der Stadt im Café getroffen. Vier Wochen hatten wir uns nicht gesehen und das ging ja nun wirklich nicht. Krankheiten fressen Sozialkontakte und machen einsam; vergessen wir das nie.
Wir hatten eine Menge zu bereden und es tut – Diversität hin oder her – auch gut, immer mal wieder mit Menschen mit ähnlichem Mindset zu sprechen. Oder, wie die kluge Judith Holofernes mal sagte: „Du musst hier nicht dazu gehören, aber such Dir was zu Dir gehört

Dank dieses Feinkost-Anbieters bin ich dann jetzt übrigens auch wieder auf dem aktuellen Stand, was das Œuvre von Helene Fischer angeht. Und ich wäre es gern nicht, glauben Sie mir.

Egal, gleich wollen wir uns noch die Generalprobe des aktuellen Stücks unseres ehemaligen Theatervereins ansehen. Wie so Menschen mit einem Leben. Irre.

Balance: Nachdem wir schon seit Jahren wie zwei Rentner immer wieder im Wohnzimmerfenster stehen und blödsinnig grinsend dem Amselpärchen aus der Hecke beim Leben im Garten zusehen, haben wir jetzt auch noch zwei Rotkehlchen und könnten darob kaum glücklicher sein.

Zeugs

Die geschätzte Kaltmamsell hat in ihrem Blog das Geheimnis des Bloggens auf den Punkt gebracht:

Spätestens ab jetzt könnte das hier für Sie eher uninteressant werden, aber damit werden wir alle leben müssen, denn ich möchte unbedingt viele Details festhalten.

Kaltmamsell:
Regenwasserrückhaltebeckenfolienverlegung

Exakt wenn Sie so etwas lesen, wird es so richtig interessant. Quasi immer. Und wenn nicht, dann denken Sie einfach daran, dass es dann für andere hochspannend ist.
Wobei ich – als ich dem Grafiker erzählte, dass ich diesen Satz gebloggt haben würde, musste ich feststellen, dass diese Offenheit im Kopf auch ein gewisses Privileg benötigt: Das frei denken zu können nämlich. Ohne zu tief in den ollen Marx einsteigen zu wollen: Wenn Sie in Ihrem Alltag erst einmal weit genug von sich selbst entfremdet sind, dann verstehe ich jede Form von Ablehnung alles komplizierten schon.

Schön, dass Sie hier sind.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

2 Kommentare

  1. Du hast ja recht. Nachträglich fielen mir Frau Brüllens Schilderungen des archäologischen Grabens ein oder die von Texas Jim, wenn er etwas bastelt oder baut – genau die sind spannend.
    Und das immer wieder Großartige am Bloggen ist: Wer soll uns hindern?

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