28.3.2026 – Print wirkt

Erster Ferientag: Unruhig geschlafen, als stünde eine Reise, eine Prüfung oder OP an (ja, in meinem Hirn ist das alles gleich anstrengend). Quasi panisch aufgewacht, weil ich halt total gut auf Veränderungen im üblichen Rhythmus kann (nicht) und dann rat- und rastlos in den Tag gerutscht.

Mittags kam das Jahres-Fotobuch, mein Gott, die sind so schnell. Und genauso, wie ich für alle Kundinnen immer nochmal einen Zwischenstop für Kontrolle und Abnahme mache, wenn die Website das erste Mal im Browser und nicht nur eine Grafik ist, so ist es auch hier: Der Medienwechsel macht eine Veränderung und man kann noch so lange Bilder in einer Software schieben – das Buch in der Hand zu haben ist etwas anderes.

Dann, vollkomen aus dem Nichts ist er wieder mal passiert, der magische Moment: Ich hörte irgendwo einen Beat und wusste: Das willst Du auch machen. Bis ich das Laptop hochgetragen und verkabelt, die Kopfhörer rausgefudelt und die DAW angemacht hatte, war alles von dem Beat aus meinem Kopf verschwunden. Bis auf das Gefühl das ich dabei gehabt hatte – und das konnte ich aufnehmen und festhalten. Und eine kleine nervige Geräusch-Spur und ein paar hypsche Rhodes-Akkorde und dann noch zwei oder drei Mini-Melodien und schon zwei Stunden später war da eine Skizze, die mir sehr gefiel und die ich jetzt als Basis für eine Ausarbeitung nutzen kann.
Das war das erste Mal dieses Jahr und Sie sehen mich sehr glücklich darüber.

Wo wir bei Musik sind: Sie kennen die RedHotChiliPeppers. Angefangen mit Metal-Funk-Crossover und Skandalen, inzwischen deutlich ruhiger und poppiger aber bei Bedarf immer noch eher laut und vorwärts als leise oder kunstvoll? Gut.
Flea, ihr Bassist, bekannt als hyperaktiver,bunt behaarter musikalischer Kern der Gruppe hat eine Soloplatte gemacht. Mit Jazz. Und dazu ein Video. Mit Kunst. Ein bisschen schräg, vielleicht an zwei, drei Stellen hart an „sehr gewollt“ aber vor allem ehrlich und fühlbar und ich bin sehr beeindruckt.

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Nachmittags losgefahren und abends eine Freundin in mittelweitweg besucht. Froh, froh, froh darob. Erstens lieben wir die sowieso sehr und zweitens haben wir diese Treffen mit harter Arbeit gegen übliche, un-hinterfragte gesellschaftliche Konventionen erkämpft: Wir haben sie kennen gelernt, als sie vor Jahren die Gattin eines alten Freundes der Liebsten wurde. Dann haben die beiden sich getrennt und üblicherweise fallen dann ja die jeweiligen Freundeskreise (also wir) an die jeweiligen Expartner zurück. Wir haben hart gegen diese Konvention gekämpft und sind mit beiden befreundet geblieben.
Und zweitens haben wir es geschafft, dass beide Kinder, inzwischen auch erwachsen und mitt-pubertär jede eigene Freizeibeschäftigung kippen, wenn wir kommen, weil sie uns mögen. Ich liebe alles daran.

Und ich erzähl das nicht, weil wir so geile Schweine sind, sondern weil das eine der Situatonen war, bei denen ich merkte, wie machtvoll so unhinterfragte Konevtionen sein können.
Eine andere ist übrigens – zumindest hier im Sauerland – dass ich als Mann nicht mit einer Frau Kaffee trinken kann. Naja, aber aber das Wissen um so anachronistische Sitten aus dem Sauerland – das erklärt ja vielleicht auch einiges von dem, was in Berlin abgeht.


Bei Maximilian auf den Begriff und einen Artikel über „Workload Creep“ gestoßen. Ich fasse zusammen: Der Einsatz von „KI“ führt gar nicht dazu, dass wir weniger zu tun haben, sondern mehr.
Nein, nicht wie man jetzt unken könte, weil wir die „KI“ korrigieren müssen, sondern weil wir in der freien Zeit anderes tun.
Was noch geschah: Ich las den Artikel und wurde etwas unwillig.
Denn: Das ist doch keine neue Erkenntnis? Wenn Sie so alt sind wie ich, dann haben Sie diesen Zyklus doch auch schon unzählige Male mitgemacht: Tolle Erfindung wird auf den Markt geworfen und verspricht uns allen leichtere und/oder weniger Arbeit. Wirtschaft kauft die Erfindung, setzt sie ein und merkt: Es wir ja wirklich Arbeitszeit frei. Wirtschaft entlässt die Fachmenschen, die die Aufgabe vorher gemacht haben und bürdet sie jemand anderer zusätzlich auf, weil die ja jetzt mehr Zeit hat. Das ist doch nicht neu? Wo sind sie denn, die Schreibstuben und Sekretariate, oder auch die Tiefzieher, die, die eine Autokarosserie dengelten und bördelten? Ganzu schweigen von den Ritzenschiebern und Eismännern, jaja, googeln Sie ruhig.
Die Wirtschaft hatte und hat kein Interesse, dass wir weniger arbeiten. Sie hat Interesse daran, dass wir in den acht Stunden so viel wie möglich machen. Überraschenderweise also auch bei „KI“-Nutzung.
Wir rufen doch immer, man solle mal aus der Geschichte lernen – also warum nicht auch mal hier?

(Wir stehen übrigens bei 2700 Streams – also los!)

Cover Malcolm F: Circles & Squares

Schaffen wir die 3000 Streams?
Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.

4 Kommentare

  1. Das mit dem Kaffeetrinken ist gruselig. Auch als Berlin-Implikation. Ich bin ja auch in der Provinz aufgewachsen, aber da kenne ich das nicht so, glaube ich. Oder es wird erst ab einem Alter relevant, in dem ich da nicht mehr gewohnt habe? In der großen Stadt habe ich da jedenfalls noch nie drüber nachgedacht. Aber ich ahne, wer doch.

    1. Es ist nicht ausgesprochen; ich habe nur irgendwann gemerkt, dass, wenn ich eine Bekannte von hier, mit der ich seit Jahren schreibe mal auf einen Kaffee frage, immer sofort ein Pärchen-date draus wird. Also: Ich frage nach „mal Kaffee?“, sie sagt: „oh gern, ich frag mal den Göga, frag Du doch Steffi wann sie Zeit hat“

    2. Der Kaffeetrinken-Anachronismus taucht aber nicht nur im Sauerland auf. Einer, der mal ein Freund war, hat mir auch mal im Tonfall des Besserwissenden gesagt: „Männer und Frauen können nicht befreundet sein!“

      Seitdem denke ich immer wieder auf dieser alten Konvention herum und bin jetzt froh, dass sie auch anderen Menschen auffällt.

    3. Naja, das Thema gibt’s ja seit Harry und Sally.
      Mich bestürzt nur, dass in meinem Umkreis offenbar schleichend aus Team Sally in Team Harry gewechselt sind.
      Andererseits – nimmt man mal mit rein, was wir Männer gerade lernen sollten – ist es vielleicht auch nicht so ganz unlogisch.

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