28.10.2021 – Brummm vs. Sirrrr 0:1

Irgendwie sehe ich den November um die Ecke schauen. Ich mag den November nicht. Der November mag mich nicht.

Trotzdem hat sich die allgemeine Stimmung gefangen und ich bin ehrlich gesagt ziemlich stolz drauf. Denn eigentlich hat sich nicht – so aus dem Nichts oder per Zufall – die Stimmung gefangen, sondern ich habe das, was ich montags immer gelernt habe, benutzt, um mir selbst die Stimmung zu fangen. Und ich sag Ihnen: Zu merken, dass ich das kann, das ist extremst super.

Der Tag begann mit einem aufgeregten Gebimmel an der Haustür, als die Liebste dachte, sie hätte sich aus dem Testwagen ausgesperrt. War dann gar nicht so, aber dann war ich ohne jede Anlaufphase sehr, sehr wach.

Es folgte direkt eine aufgeregte Mail, weil ein Projekt, das auch schon länger lag, die letzten PHP-Updates nicht vertragen hatte und Sie glauben nicht, wie viele grellrote Fehlermeldungen mein Lieblings-CMS da aus so einem kleinen Fakt produzieren kann. Jede Menge, quasi eine Bildschirm-füllende Menge sogar, wie die Kundin sah, als sie sich mal wieder einloggen wollte. Dass ich dann nur in einer Zeile Code ein kleines chr() ergänzen musste, um den Bildschirm wieder freizuräumen – kann ja niemand wissen.

Dann zwei aufgeregte Anrufe darüber dass … stop, mal kurz eine Frage an die Chrome-Nutzerinnen unter Ihnen: Kann es sein, dass Chrome die Meldung darüber, dass eine Website kein https benutzt, optisch wird etwas dramatisiert hat?
Denn beiden Anruferinnen war aufgefallen, dass ihre zehn Jahre alten Seiten eben „nicht sicher!!“ waren. Kann doch kein Zufall sein, dass das an einem Tag passiert?
Naja, auch blitzschnell zu lösen, aber Kleinigkeit ist eben Kleinigkeit und dauert etwas Zeit.
Vor allem, weil die eine Kundin und ich uns ziemlich gut verstehen und uns jedes Mal festquatschen. Dieses Mal fanden wir Themen bis zur Bedeutung der Gebietsreform 1975 in NRW für die Bevölkerung (Spoiler: Große Bedeutung und so manche Eingemeindung ist noch heute nicht überwunden). Ich sag ja: ich hab die besten Kundinnen der Welt.

Es scheint, als sei ich in einem Pool von Webdesign-Agenturen gelandet, die man mal ohne Vorgespräch zu einem Angebot oder Pitch einlädt. Jedenfalls bekomme ich in der letzten Zeit häufiger von Institutionen, von denen ich noch nie gehört habe, nicht-personalisierte Anfragen. Nicht mal mit Anrede.
Meist dafür mit aufwändigen PDFs im Anhang, in denen sehr genau steht, wer man ist, ein winziges bisschen darüber, was ich tun soll („Relaunchen“, „Programmieren“, „Gestalten“) und am wenigsten darüber, um was es geht; also, was ich denn programmieren soll, mit was für Funktionen für welche Zielgruppe uns.
Meist mit knappen Fristen oder der Bitte um eine Arbeitsprobe.
Ich vermute, dass es da um Angebote geht, die eingeholt werden müssen, weil nun mal immer mehrere Angebote eingeholt werden müssen und sende dann eine freundliche Absage. Und selbst wenn nicht: Ich kann halt kein Angebot scheiben, wenn ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, wie der Aufwand aussieht und eigentlich kann ich auch kein Angebot schreiben, wenn ich mit der Interessentin nicht wenigstens mal ein Wort gesprochen habe. Und umsonst arbeiten, verklärt „pitchen“ genannt – das tue ich eh nicht.

Ohne jeden Aufforderungscharakter hier *flöt* ein Link von Gerrit van Aaken (die älteren kennen ihn vielleicht noch) aus dem Jahr 2014 der immer noch aktuell ist. Wie geht das? Heute: Webdesign-Anfrage

Am frühen Nachmittag kam die Liebste mit frischem Börek nach Hause und wir mussten ja auch das Auto nochmal im Hellen fahren und dann zum Händler zurückbringen und nochmal Farben und Schiebedächer und Polster gucken und einen Termin für die Bestellung verabreden und damit ist ein Nachmittag dann auch schnell rum – und wir kamen erst im Dunklen wieder nach Hause. Ja richtig, im Dunklen. Sagte ich schon, dass ich den November echt nicht mag?
Aber Cruisen ohne CO2-Gewissensbisse, das ist super.

Dann noch aus dem Tattoo, was der Mann letztens bei TVOG auf dem Arm hatte, im Illustrator meine Version gemacht und dann wars auch richtig dunkel. Mal sehen, ob mir das morgen noch gefällt, mal sehen, wie es aussieht, wenn’s mit Stift auf dem Arm gemalt ist, mal sehen, ob der Tattoo-Mann sich an den Gutschein erinnert, den wir noch haben …
Mal sehen.

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

4 Kommentare

  1. Story zu der 1975 Gebietsreform und Lokalpatriotismus im Ruhrgebiet. Kenn jemanden, der am 31.12.74 in Wanne-Eickel geboren ist. Lehnt – vermutlich bis heute, ich hab die Story vor Jahren mal gehört – bei jedem neuen Perso ab, Geburtsort mal auf Herne zu ändern.

  2. > Kann es sein, dass Chrome die Meldung darüber, dass eine Website kein https benutzt, optisch etwas dramatisiert hat?

    Ja. 🙂

Kommentare sind geschlossen.

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