27./28.9.2021 – schock Deine Freunde, lies kein Buch

Montag: Um acht klingelte pünktlich der Handwerker, der unserer Heizung einen neuen Wärmetauscher einbaute; der alte war dann nämlich wohl der Grund dafür, dass die Heizung ständig Druck verlor.
Schon um neun war er wieder weg und ich bin ganz froh – so eine funktionierende Heizung finde ich jahreszeitbedingt eine prima Sache.

Der Tag am Schreibtisch begann mit einem Notruf: das WordPress-PlugIn WP DSGVO Tools hat(te)* eine Sicherheitslücke – betroffene Seiten leiten weiter auf eine Website, die mein Virenscanner mir nicht anzeigen möchte. Die Mail des Anbieters kam erst gestern Abend, so dass ich die betroffene Kunden-Installation erst mal durchsuchen musste.

*) Der Fix ist fertig aber in diesem Moment noch nicht im WP-Verzeichnis.

Dann weiter programmiert – das aktuelle Projekt braucht gerade nur noch das letzte bisschen responsive Kosmetik. Mittagspause gemacht, mal in Am Anschlag reingeguckt. Nach der ersten Viertelstunde gemerkt, dass mir das doch ziemlich auf die Stimmung schlug. Ausgemacht.

Programmiert, nicht so recht weiter gekommen, innegehalten und in mich gefühlt und gedacht: Ups? Ein depressiver Schub?
Fassen wir’s zusammen: Diese erste Folge war mir nicht nur ein bisschen, sondern ganz gehörig auf die Stimmung geschlagen.

Wie’s dann so ist, gingen dann hier und da und dort noch Kleinigkeiten schief und der Montag ging so mitellaunig in den Abend.
Auf Prime fand ich noch Infinite – Lebe enendlich und ich fand den nicht so schlecht, wie die Wertungen auf filmstarts.de. Zwar auch nicht viel besser, aber als Ablenkung schon ok.

Dienstag begann damit, die inzwischen eingetrudelten Inhalte in die Website einzufügen. Auch wenn es eigentlich ideal wäre, wenn ich Struktur und Gestaltung rund um die zuerst erstellten Inhalte bauen könnte, ist es in weit über 90% der Fälle anders herum.
Je nachdem, wie abstraktionsfähig die Kundin ist, erlebe ich da schon mal Überraschungen und muss plötzlich drei Seiten Text bei „da kommt nicht viel, Herr Fischer“ oder auch drei Zeilen bei „da schreibe ich Ihnen dann ausführlich was“ unterbringen.
Diesmal aber keine besonderen Vorkommnisse und die Website wird gut, denke ich.

Zwischendurch ein kurzes Telefonat mit einer Freundin – so als Fachfrau zum Thema „Lesen“ zu dem durchaus interessanten Thema, dass viele Menschen finden, dass ich „nicht lese“. Und eigentlich meinen, dass ich keine Romane lese, was aber durchaus mal reicht, um sich vielleicht auch etwas besser zu fühlen. Auf die Spitze trieb es eine Freundin, die am neu eingerichteten Wohnzimmer-Bücherregal vorbei strich, an der Liebsten Hälfte diverse Male stoppte und Bücherrücken als Gesprächsaufhänger nutzte. Auf der Hälfte, da wo meine Seite beginnt, drehte sie dann mit den Worten „ach, und du liest ja nicht, Christian“ ab. Und ignorierte damit ca sechs Meter teilweise doppelt gestelltes gebundenes Papier. Halt nur mit wenig Romanen.

Aus purer Neugierde eine Frage an sie – nur als Stimmungsbild und ohne richtig oder falsch: Welcher der beiden Begriffe ist für Ihr Gefühl der bessere, wertigere?

Welcher Begriff bedeutet gefühlt etwas besseres als der andere?

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Nachmittags saßen die Liebste und ich im menschenleeren Café in der Innenstadt und drehten noch eine Runde an der alten Stadtmauer entlang.
Sie geht gleich Freundinnen treffen und ich werde mal Prime durchsuchen.

Weiterhin das Gefühl schweren Wahlkaters hinter allem. Siehe auch hier, Moritz Neumeier findet gute Worte, die ich auch exakt so hätte sagen können, wären Sie mir eingefallen.

Sie finden gutes altes Tagebuchbloggen gut?
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5 Kommentare

  1. Mir fehlt eine dritte Antwortmöglichkeit: beide Begriffe sind für mich gleichwertig. Bei Schriftsteller:in denke ich aber hauptsächlich an Romane, bei Autor:in an alles andere: von Sachbüchern über Artikel bis Blogs und Lyrik, aber auch an Geschichten, Romane etc. Also ist Autor:in eigentlich der Überbegriff für alle, die schreiben. Also für mich jetzt eben.
    Wobei ich mich extrem schwer tue, mich selbst als Autorin zu bezeichnen, obwohl ich ja öffentlich lesbar schreibe. Wie ist das bei dir in Bezug auf dein Blog?

    Und anzunehmen, dass du nicht liest, ist schon arg daneben. Ich wollte schreiben, dass sie dich wohl nicht wirklich kennt, aber ich kenn dich auch nicht gut und weiß, dass du ziemlich viel liest.

    1. Erstmal danke für die weiteren Gedanken zu „Autorin vs. Schriftstellerin“. Die kleine Umfrage entstand, weil wir während des Telefonates feststellten, dass wir die Begiffe beide exakt gegensätzlich mit Wertung füllen – und schaue ich auf den aktuellen Stand, dann stehts gerade genau 50:50. Und das zeigt ja hauptsächlich mal wieder, wie wenig man sich auf ein allgemeines Verständnis von Gegebenheiten verlassen kann …

      Ich? Ich „schreibe ins Internet“. Oder: „Ich bin Blogger“. Wobei diese Selbstbezeichnung auch eher aus einer Zeit stammt, die man beinahe in Dekaden messen kann – aber ich denke da auch nicht oft drüber nach.
      Und die Abwertung, die mit dem Begriff „Blogger“ eihergeht, die kommt und geht ja auch immer mal wieder und ist mir vollkommen wumpe.
      Vermutlich wäre ich eher Autor – Tagebuch-Autor oder Blog-Autor, wenn ich mich festlegen müsste.

      @Lesen: Tja 😉
      Ich vermute, es gibt da auch so eine immanente Bedeutung und der Satz müsste eigentlich heißen „Du liest ja keine Romane (evtl. ergänzt um: Und weil ich selbst nur Romane lese, kann ich mich da jetzt nicht drüber unterhalten)“
      Und vermutlich ist dieses Bedeutung ungefähr so sinnig wie „Frauen lesen halt viel, Männer nicht so“ oder sowas (was ich auch oft höre).

  2. „… wie wenig man sich auf ein allgemeines Verständnis von Gegebenheiten verlassen kann.“
    Das begreife ich seit einiger Zeit immer mehr. Und wundere mich dabei oft: ist es nicht seltsam, dass andere Menschen – sogar die, die uns vertraut und ähnlich sind – so anders denken und dabei genauso richtig liegen wie wir selbst?

    1. Einmal fällt mir da natürlich Maximilians Tweet ein ( https://twitter.com/Buddenbohm/status/1442342118131965952 ) und dann denke ich – aber ich bin auch gerade sehr in Zen-Laune): Ist es dann nicht schön, dass man in gar nicht so vielen Dingen 100% Übereinstimmung braucht?

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