27.12.2019 – Wie einmal mein Weihnachtsgeschenk vier Tage lang hielt.

Ich hatte es ja erwähnt: Aus unbekannten Gründen hatte die Liebste und ich dieses Jahr gegenseitige Geschenke zu Weihnachten; wobei ich relativ dezidiert etwas gewünscht hatte. Abends am 24. packte ich also eine neue Uhr aus und heute packte ich eine neue Uhr wieder ein. Mit ein bisschen Bauchgrummeln – so wegen Geschenk und so – aber sehr wohldurchdacht.

Vorgeschichte: Vor ca eineinhalb Jahren sah ich eine Anzeige für eine Smartwatch, die ich interessant fand. Nun bin ich ja Nerd genug, dass ich eigentlich schon seit immer eine AppleWatch hätte tragen sollen, aber … nee. Ganz eindeutig nee. Zum einen bin ich Kind der Achtziger und ich hatte schon genug hässliche Digitaluhren und zum anderen hat es ja einen guten Grund, dass ich schon die Benachrichtigungen auf dem Handy sehr, sehr, sehr dezidiert sehr reduziert habe.
Die Uhr, die ich sah, hat ein ganz normales Ziffernblatt mit zwei Zeigern (echte, nicht welche aus Pixeln) und darin ein kleines zweites Rad mit einem Zeiger. Alles in feinem, reduzierten dänischen Design.
Der kleine Zeiger zeigt mir den erreichten Prozentsatz des eingestellten Schrittziels an und die beiden großen die Zeit. Und in der App kann ich fünf Apps und fünf Kontakte einstellen, die es bis zur Uhr schaffen und dort eine Vibration und eine Zeigerstellung auslösen. Außerdem trackt sie meinen Schlaf und das wars.

Ich fand das super.

Nun ist die Liste der Apps, aus denen ich auswählen kann, nicht allzu lang. Und mir scheint, dass sich der Hersteller sehr auf Android konzentriert und mein iPhone etwas stiefmütterlich behandelt. Und ich bin ja nun Nerd genug, dass ich schon auch gern mal neues Gear anschaue. Oder drumrum streiche. Oder bemerke, dass es viele wirklich gute Gründe gibt, die neues Gear besser als altes Gear machen. Neu ist schließlich immer besser, das wusste schon Barney Stinson.
Also wünschte ich mir eine neue Uhr. Ähnlich schlicht, aber mit einem kleinen Display im Zifferblatt.

Ich packte sie freudig aus, konfigurierte sie, trug sie und stellte fest: Ich kontrolliere alle drei Minuten meinen Puls. Und werde panisch, wenn er höher oder niedriger als drei Minuten zuvor ist. Also quasi immer.
Außerdem: Ich komme gut damit klar, einen Blick auf die Uhr zu werfen und zu sehen: „ach guck Twitter, das ist mir gerade egal“ – mir ist es aber faktisch nicht möglich, auf einem kleinen Display mal eben die Benachrichtigung zu lesen und dann noch zu beschließen dass es mir gerade egal ist.
Dann will ich reagieren und dann hätte ich direkt aufs Handy gucken können und das will ich ja vermeiden.

Also trage ich wieder die alte Uhr. Seien wir ehrlich: Sie ist eh schöner.

Das Jahres-Fotobuch ist fertig. Als wir auf Seite 75 feststellten, dass wir keine weiteren Seiten hinzufügen konnten, haben wir zum Jahresbeginn etwas ausgedünnt und jetzt sind es eben nur 182 Fotos. Man muss sich auch mal beschränken.

Dabei wieder auf die Gepardenbabies gestoßen. Ich mag Geparden. Sie müssen da jetzt durch.

Ein sehr, sehr gemochter Internetmensch, eine, die mir immer Halt gegeben hat mit ihrer Klugheit, ihrer Haltung, ihrem Humor, hat ihre Accounts zugemacht. Ich verstehe jedes Argument; natürlich kann ich nachvollziehen, dass man vieles in diesem Web einfach nicht mehr im Leben haben möchte – aber ich sage es Ihnen und ich sage es auch Dir selbst: Du fehlst mir jetzt schon. Du warst ein Fels in meiner Brandung.

An anderer Stelle wiederum sehr liebe Worte gelesen und sehr berührt gewesen. Freud & Leid, Karma & Dings, Ying & Yang. Alles fließt. [Bitte hier nach Belieben andere Allgemeinplätze, die aber irgendwie auch wahr sind, einfügen]

2 Kommentare

  1. Ich kann mit Uhren, die all meine vitalen Funktionen protokollieren, absolut nichts anfangen. Ich weiß selbst, wie ich geschlafen habe, wie meine Verdauung ist und ob ich Herzklopfen habe. Das geht meine Uhr nichts an und schon gar nicht möchte ich ein Protokoll dazu geführt bekommen. Ich befürchte, dass Menschen, die sich all das permanent anzeigen lassen, eher nervöser, ängstlicher und schlafloser werden, weil sich ja im Vergleich zu gestern vielleicht etwas verschlechtert haben könnte und was machen wir denn dann? (Das ist nur meine Meinung und jeder kann das natürlich halten, wie er/sie will.)
    Meine Uhr hat 2 Zeiger und ein absolut weißes Zifferblatt ohne Ziffern. Ich kann also die Zeit erahnen, das reicht mir. Einziges Zugeständnis an die „neue“ Zeit, sie ist batteriebetrieben und ich muss sie nicht aufziehen.

    1. Ein paar Dinge hab ich schon gern im Blick, denn ich weiß das nicht immer.
      Aber die Gefahr, immer nervöser zu werden, wenn man sich städig kontrolliert – die habe ich ja nun auch erlebt 😉

Kommentare sind geschlossen.

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