Den Tag begonnen mit einem Zoom zur Fragestellung „wie bekommen wir mehr positive Bewertungen?“. Die Runde besteht aus $kundin, anderen $dienstleistern und mir und ich merke, wie sehr meine Rolle die desjenigen sein kann, der zwischen abgezocktem online-Geschäft und Anstand einen Weg gestalten kann. Das mag ich.
Über die Begeisterung/Empörung nachgedacht, dass „die Kaulitzens“ jetzt „Wetten Dass..?“ übernehmen sollen. Mich gefreut, dass ich alt genug bin, um zu denken „Passt total – die sind exakt genau so spießig-pseudo-rebellisch wie Gottschalk es damals war“ und jung genug, dass mir das eigentlich eh voll egal ist. Ich guck halt nur gern auf die Stellen zwischen Popkultur und Gesellschaft. Und freu mich drauf, wenn Bill derjenige ist, der alle antatscht.
Tina schrieb mal – ich glaube in ihrer Autobiografie? – sinngemäß: „Wenn man sein erstes Album veröffentlicht, dann erwartet man irgendwie, dass die Welt stehen bleibt. Tut sie aber nicht.“
Jaja. Kluge Tina.
Gehen Sie trotzdem gern hören. Oder lesen.
Die Statistiken bei meinem Distributor gehen jeweils einen Tag nach und so hänge ich vollkommen in der Luft. Also: was den in Zahlen messbaren Stop der Welt angeht – aber Zahlen sind ja auch nur ein Teil der Medaille. Die andere ist das reine Glück, wenn ich Re-Posts, geteilte Stories oder sogar ganze Blogartikel* finde. Danke. Echt.

*) Einen Satz von Kiki möchte ich hier besonders hervorheben:
Ich glaube, es war noch nie so wichtig, dem eigenen Kompass zu vertrauen, ob es sich nun um die eigene Kunst handelt oder um die eigenen moralischen Werte. Wer sich jetzt voll dem Algorithmus ergibt und ausliefert, wird gefressen, verdaut und ausgespuckt.
Kiki:
Bildet Banden
T. fühlt sich im Hospiz sehr wohl. Andere Menschen verhalten sich immer noch seltsam. Seltsam ist ok, nur wenn die Grenze zur Unverschämtheit überschritten wird, muss ich doch arg schlucken.
Bei der klugen Frau gewesen. Über die seltsamen Menschen gesprochen und wie ich mit ihnen umgehen kann ohne entweder beleidigend zu werden noch mich aus dem Blick zu verlieren. Grenzen und so.
„Sie sitzen hier, weil die anderen nicht hier sitzen, Herr Fischer“
Sonntag eine von den drei Platten vollkommen auf gut Glück mitgenommen. Keine Ahnung gehabt, was für Musik, nur eine dunkle Ahnung, dass ich den Namen mal gehört und irgendwie positiv assoziiert hatte. Außerdem stand was von „CokeBottle-Vinyl“ und „independent record store exclusive“ drauf und dummerweise bekommt man mich mit Special Issues sowie mit allem was Crystal Clear ist sofort.
Voll Glück gehabt: Ist sie nicht schön? Sie können sie ja jetzt nur sehen und nicht hören, aber ich kann ihnen versichern: Es ist auch allerfeinste Musik drauf und die klingt toll.

Vorgestern endlich einen Rückruf, gestern Abend plötzlich die gesammelten Antworten auf verschiedene Mails seit August ’25 bekommen. Ich hatte mir jeweils schon arge Sorgen um diese Beziehungen gemacht, aber überraschenderweise haben auch andere Menschen Chaos in ihrem Leben.
Ich fürchte, daran müssen wir uns alle gewöhnen: dass nicht jeder vergessene Rückruf, nicht jede nicht-beantwortete DM eine Bedeutung hat.
Und ich denke auch, dass das eine manchen Sauerländern und ihren Kompagnons sehr willkommene Auswirkung ihrer Bemühungen ist, die Gesellschaft zu spalten und muss vor Wut brechen, wenn ich das denke.
Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.


Vielleicht muss man auch einfach (neu) lernen, dass Beziehungen gut sein können, ohne symmetrisch zu sein.
Eine alte Freundin reagierte anderthalb Jahre lang nicht auf E-Mails oder SMS. Ich habe trotzdem zum Geburtstag gratuliert, wurde sofort zu einem speziell für mich gekochten Essen eingeladen, und wir hatten einen tollen Abend. Seitdem „ghostet“ sie mich wieder.
Sollte ich morgen mit Erkältung Zuhause bleiben, nehme ich mir vor, das Album zu hören. Ich komme im Moment zu selten zu sowas. Dafür habe ich mir (bisher erfolgreich) vorgenommen, mich um die offline-Beziehungen wieder intensiver zu kümmern – auch wenn das oft nur digital klappt. Lifestyle-Teilzeit und so. Bei einer Freundin, die völlig ungewohnt nicht reagiert hat, habe ich neulich tatsächlich mal direkt nachgefragt, ob alles in Ordnung ist. War es glücklicherweise. War nur zu viel anderes los. Hoffen wir, dass bei uns allen das andere wieder mehr Gutes ist.
Eine möglicherweise verrückte Frage, kann man das Album kaufen, also als MP3 oder flac oder sogar CD? Es gefällt mir auf Spotify sehr, gleichzeitig habe ich mir aber vorgenommen, wieder mehr Musik zu kaufen… Es ist jedenfalls sehr schöne Musik und sie tut dem Kopf sehr gut.
Oh, das ist aber schön zu hören – danke!
An der Mini-Auflage CDs überlege ich tatsächlich herum, aber ach, es ist ein teures Hobby. Aber mit den flacs sollte sich doch etwas machen lassen.