26.6.2021 – The good people of the world are washing their cars on their lunch break

Huch? Wo issen gestern hin? Ach egal.

Gut und ok lang geschlafen aber nur schwer aufgewacht, denn …:
Zwischen fünf und mehr als zwanzig Minuten – da sind sich die Quellen nicht so einig – soll es dauern, bis man nach einer Unterbrechung wieder zurück ins Arbeiten kommt. Hat man dann auch noch eigentlich etwas zu tun, was man eh gerne – warum auch immer – ein bisschen schieben würde, dann kann man freitags schon mal feststellen, dass man jetzt eine ganze Woche nicht zu Dings gekommen ist. Wobei „Dings“ ein Fachbegriff ist, nämlich für die Aufgabe, über die man freitags feststellt, dass man aufgrund von ständigen Unterbrechungen und einen eh leichten Hang sie aufzuschieben jetzt schon eine Woche nicht dazu gekommen ist.
Ja, das war jetzt vollkommen redundant.
Ja, mein Kopf macht das automatisch, um sich nicht um Dings kümmern zu müssen …
Ja, das ganze Haus ist frisch gesaugt, das Leergut ist weg, der Kleiderschrank ist aufgeräumt und die Küche glänzt nach dieser Woche – das haben Sie sich schon richtig gedacht.

Naja, ich hatte mir fest vorgenommen, Dings heute zu erledigen und quälte mich an den Schreibtisch.
Ach ja: Der Rechner hatte ja über Nacht eine DVD eingelesen und das musste natürlich erst begutachtet werden. Ach ja, die Morgentablette, erst nochmal ganz runter. Wieder hoch. Ob man die eingelesene DVD wohl nochmal aus Plex wieder löscht, ein bisschen ordentlicher taggen kann und sie dann neu einliest? Ich brauchte da dringend auch für DVDs einen Workflo…Verdammt. Dings. Ich wollte Dings machen. Dings, Dings, Dings
… und nicht mich darüber wundern, dass auf meinen DVDs die Reihenfolge der Folgen von „Ein Colt für alle Fälle“ eine andere ist, als sie auf fernsehserien.de für die letzte Ausstrahlung auf RTL-irgendwas angegeben war. Warum die das wohl in anderer Reihenfolge gesendet habe…DINGS. JETZT. HERRGOTT.

Das ist alles etwas weniger amüsant als ich es hier beschreibe, aber ich habe dann tatsächlich angefangen und Dings ziemlich weit erledigt.

Dann in den Garten. Der Rasen wollte noch abgefegt sein, ein bisschen Lüftung wollte er auch gern haben und unten, da im Wildblumenbeet vor dem Bienenhotel, da standen ein paar Dinge, die nicht mal in ein Wildblumenbeet gehörten.
Damit gingen auch zwei Stunden rum, dann nur noch fix den Grünabfall wegbringen und schon konnte ich es so richtig tief spüren: Ich will gar keinen Garten.
Beziehungsweise: Ich guck da schon gern drauf, so ist es ja nicht – so eine grüne Fläche beruhigt ja auch und die bunt blühenden Fleckchen drum herum sind wirklich hübsch, aber ich will, will, will nicht jemand sein, der Samstagnachmittags in einer Reihe Kleinwagen mit umgeklappter Rückbank am Kompost ansteht und dann zusammen mit anderen leicht verschwitzten Crocs-Trägern die Säcke ausleert, während aus den Autos WDR4 schallt.
Ich hasse es.
So wollte ich nie sein.
Jetzt ist es raus.

Überhaupt: Radio. Ich höre gern Radio, dachte ich. Als ich aber heute im Auto der Liebsten unterwegs war, lief dort gar nicht Cosmo – was ich als „Radio“ bezeichne – sondern WDR2.
Ich bin fassungslos.

Im Ernst: Hier in unserem Internet sind die Themen so vollständig andere – oder aber zumindest der Blick darauf, dass ich diese bräsige gutbürgerliche-grillvorfreudige Samstagsmittags-Laune nicht ertrug. Wie Laschet als Akustikversion. Himmel.

Sie merken schon: Das war mein Tag, hm?

Die Liebste macht den Fernseher an und ruft „Schau, schon Vorberichtserstattung“ und ich verstehe „Frau Berichterstattung“ und überlege ob die nicht Frau Wellmer heißt und vielleicht sagt das alles über meinen Kopf gerade aus und nehmen Sie mich bloß nicht zu ernst.

Musik des Tages aus gegebenem Anlass:

Zeugs:

Sie schreiben auch in dieses Internet, posten Bilder oder so? Dann ist vielleicht der neue Leitfaden zur Kennzeichnung von Werbung von den Medienanstalten interessant.
Hier als PDF

Dieser Leitfaden der Medienanstalten enthält Hilfestellungen zu den Kennzeich-nungspflichten bei Werbung in Social-Media-Angeboten (wie Instagram, Twitter, Facebook, YouTube, TikTok, Twitch etc.) und sonstigen Online-Medien wie z.B. Blogs und Podcasts.Grundlage sind allein die Werberegeln des Medienstaatsvertrags (MStV) und des Telemediengesetzes (TMG), die dem Schutz der Nutzenden vor Irreführung dienen und kommerzielle Inhalte transparent machen. Dabei gelten für Video- und Audio-Angebote andere Kennzeichnungsanforderungen als für Bild-/Text-Ange-bote, sodass zwischen diesen beiden unterschieden werden muss (siehe Kasten „Medienrechtliche Grundlagen“). Der Leitfaden enthält zunächst eine Kennzeichnungsmatrix.
[…]
[Zu unser aller Beruhigung:]
Sofern weder eine Kooperation mit einem Unternehmen noch ein entsprechender kommerzieller Anreiz durch Dritte vorliegt, stellt die Erwähnung und Darstellung von Produkten usw., die etwa selbst zu den marktüblichen Konditionen erworben wurden oder aus rein redaktionellen Motiven gezeigt werden, in der Regel keine Werbung dar

Leitfaden der MedienanstaltenWerbekennzeichnung bei Online-Medien

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4 Kommentare

  1. Re: Leitfaden – Puh. Punkt D trifft bei mir voll zu, keine Kennzeichnung erforderlich. (Trotzdem schreibe ich ja in der Regel #schamloseEigenwerbung dran, das finde ich einfach anständiger.)

    Radio ist … ja, puh. Eine andere Welt, definitiv. Das kann sehr beruhigend und erheiternd sein, unsere kleine Bubble ähnelt dann ja doch häufig sehr einer Ansammlung dieser verwirrter „Das Ende ist nah!“-Schilderträgern in Fussgängerzonen. Aber länger als ein paar Minuten halte ich das auch schwer durch.

    1. Ja, die Frage des Stils ist ja von so einem Leitfaden eh vollkommen unberührt. Ich fand ihn aber auch – vor allem mit Blick auf diese Hysterie auf Instagram – recht beruhigend.

  2. Wenn es ein richtiger Garten ist, hat der einen eigenen Kompost und dann muss man nicht irgendwohin fahren … also das würde ich ja auch nicht wollen! Garten ist super!!!
    Und auch bei Thema Radio bin ich entspannter. Inzwischen ist die Auswahl so groß, ich finde immer was spannendes … ja, nicht unbedingt immer im Regionalradio … aber zB im Momment gibt es jeden Sommer-Sonntag bei Radio1 (rbb) 10h Musik zu einem Thema mit Hintergrund, mit Leuten die die Musik ausgewählt haben und toller Musik, oft auch Sachen die (mir) neu, unbekannt und hörenswert sind.

    1. Oh mein Gott: ich habe einen falschen Garten. kein Wunder, dass im Autoradio auch Formatradio dudelt ;))

Kommentare sind geschlossen.

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