26.5.2021 – mixed Mittwoch

Vor einem Jahr und ein paar Tagen – so entdeckte ich bei timehop – schrieb ich bei Facebook, „been hit by a black dog“ und ich muss das nur mal kurz für mich erwähnen um zu sehen, wie viel ich gelernt habe und wie viel besser es mir geht.

Die letzten Tage sind einfach nicht erwähnenswert – Freitagmittag hatte ich mein Büro zugemacht und mich auf vier Tage Kurzurlaub gefreut. Denn – Sie müssen das nicht wissen – Dienstags ist hier im Kaff auch noch Urlaub. Ehernes Gesetz. Isso. Denn außerhalb der #aktuellensituation feiert Menden die Ankuft des heiligen Geistes (Bildungsauftrag auch schon erfüllt!) mit einer relativ fetten Kirmes. Deswegen kommen auch die, die es raus aus dem Kaff geschafft haben, an Pfingsten nach Hause und die Ehemaligentreffen der Schulen sind an diesen Tagen.
Und der Dienstag, der ist der Tag, an dem dann nur noch die Mendener selber da sind, weil Auswärtige natürlich wieder arbeiten. Und – egal, ob ich sowieso natürlich nicht zur Kirmes gegangen wäre oder doch – ich lass mir doch von so einer doofen Pandemie nicht vorschreiben, ob ich frei habe oder nicht!
Dummerweise hatte ich von den vier Tagen etwa dreieinhalb Migräne.
Fast komplett nicht erwähnenswert also – bis auf eine Kleinigkeit: Die Liebste wurde gestern Abend zum zweiten Mal geimpft. Yay, aber sowas von.

Schlecht geschlafen, weil ich eine Freundin unabsichtlich aber tief verletzt habe und darüber nachdenken musste. Biberkacke, ich sags Ihnen.

Heute morgen dann eine Rückmeldung zu meinen Logovorschlägen bekommen (Sie erinnern sich? Das „Logo“ ?), mich gefreut – und dann schnell ein ZIP gepackt mit den verschiedenen Dateiformaten für verschiedene Anwendungen. Und dann einen Haken dran gemacht.

Schriften gesichtet und ausgewählt. Weil ich ja sonst nichts zu tun habe, will ich den Relaunch meiner Seiten mal wieder angehen; da liegt eh seit Ende 2020 etwas angefangenes auf der Festplatte.

Freitag kommt der Versicherungsmann und schaut sich den Riss in der Mauer und den abgesackten Vorgarten an. Ich bin gespannt. Er klang schon am Telefon wie jemand, der gerne mit Menschen umgeht und mit ihnen zusammen gute Lösungen sucht. Nicht.

Mich mal mit Sky Ticket beschäftigt. Die übertragen nämlich das Friends-Reunion-Special. Bei der Gelegenheit unsanft daran erinnert worden, dass mein Personalausweis abgelaufen ist. Yay.
Also: kein Friends gucken.
Mich auf der Website meines kleinen Kaffs umgeschaut, wie ich #inderaktuellensituation an einen neuen Ausweis komme. Viele lange Sätze im Beamtenpassiv sowie ein paar Grammatikfehler gefunden aber verwirrt zurückgeblieben. Meine Güte.

Über einen Grünspecht im Garten gefreut.

Spätnachmittags tatsächlich noch eine halbe Stunde blauen Himmel erwischt.

Sie wissen, ich schaue gerne dahin, wo es knirscht wenn verschiedene Lebensrealitäten aufeinander treffen. Nicht ganz so gerne aber dafür noch interessierter schaue ich, wenn es dabei um Statusunterschiede geht und die eine Seite der anderen etwas vorschreiben kann. Also z.B. Führungsetagen vs. Angestellte oder auch Politiker vs. Volk. Heute morgen stieß mich Dave-Kay auf twitter auf einen Artikel aus Berlin, nach dem der dortige Justizsenator eine PS-Obergrenze für Fahranfängerinnen fordert. So weit gar nicht so doof. Nur:
Denkbare Obergrenzen könnten 200 oder 250 PS sein“ (Artikel im Tagesspiegel)
Und ich schaue auf die 150 PS in meinem Audi, den ich schon nur nachts nach elf ausfahren könnte, wenn ich es wollte und schüttele so sehr mit dem Kopf, dass ich wieder Kopfschmerzen bekomme.

Abgesehen davon, dass so eine Forderung diesen absoluten PS-Wahnsinn, den die Autobauer veranstalten quasi noch befeuert, brachte die Liebste noch einen ganz anderen Gedanken rein:
Wer eine PS-Obergrenze fordert, der geht vollkommen automatisch davon aus, dass jugendliche Fahranfänger ein eigenes Auto bekommen. Und egal, ob man da aus finanzieller oder klimatechnischer Sicht drauf guckt ist das nicht die Realität abseits der Politiker-Bubble.

Irgendwo in eine Sprach-Gender-Debatte gerutscht. OwM (old white man) wollte sich eigentlich mit seinen Kommentatoren zusammen darüber amüsieren, dass er das Wort „Gästin“ gelesen hatte, nachdem er ein Posting vorher allgemein über die Verschandlung der schönen deutschen Sprache weinte. Der erste Kommentator allerdings verwies ihn auf den Duden, in dem das Wort einfach drin steht und setzte noch drauf, dass schon Grimms Wörterbuch 1876 das Wort kannte.
Exakt ab dem Moment waren OwM die Regeln unserer schönen Sprache dann gar nicht mehr so wichtig – wen denn schon die Grimms kümmerten?? – und die Argumentation schwenkte zu „aber ist doch eh überflüssig, er kenne auch eine Frau, die das auch so sehe“. In other words: Ich will so bleiben, wie ich bin.
Ist mir natürlich eigentlich bekannt; war aber super schön, das noch einmal live so vorgeführt zu bekommen.

Zeugs:

Kinder sind halt so“ – den Satz haben wir bestimmt alle schon mal gehört. Und ja, ich bin auch der Ansicht, dass es nicht schlimm ist, wenn Kinder einmal raufen und nicht wegen eines falschen Blicks ein Entschuldigungsschreiben an Thorben-Jendrik aufgesetzt werden muss. Aber es gibt Unterschiede zwischen Einzelfällen und systemischem Verhalten und das erklärt sehr gut und ausführlich Martin Gommel:

Was hätte dir damals am meisten geholfen? Was hättest du dir gewünscht?
„Ehrlich gesagt den Tod. Oder Lehrer, die mich fair behandeln, die eingreifen und nicht noch zusätzlich draufhauen. Oder vielleicht Therapeuten, die nicht mit Unverständnis auf eine weinende Schülerin reagieren, weil sie mit Stöcken und Vogelkot beworfen und beschimpft wurde. Nicht jemanden, der es als Fortschritt sieht, weil es ja dieses Mal keine Steine und Spucke waren.“

Martin Gommel auf krautreporter.de: Schulalltag – Mobbing ist Psychoterror

Kennen Sie die TBBT-Folge, in der Amy Sheldon beweist, dass die Person Indiana Jones für die gesamte Geschichte des Films vollkommen unwichtig ist? Die ist sehr lustig. Ich habe das noch nicht komplett nachvollzogen, muss sogar gestehen, dass Indy ein wenig an mir vorbei gegangen ist, aber trotzdem hat diese Doku mir sehr viel Spaß gemacht und die Bedeutung dieser Abenteuer-Trilogie für den modernen Film gezeigt.
Indiana Jones: Hinter den Kulissen (Arte auf YouTube, 52 Minuten)

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3 Kommentare

  1. Apropos Personalausweis / Öffnungszeiten / Kleinstadt (wobei das evtl wg Corona in Großstädten auch nicht viel besser läuft): Vor ein paar Tagen wegen Notwendigkeit einen Kurzzeitpflegeplatz für Angehörige organisieren zu müssen hier mit dem Seniorenbüro telefoniert. Nette freundliche Mitarbeiterin: „Ja, da kann ich Ihnen ein paar Heime hier nennen.“ – „Können Sie mir dazu einfach eine Liste mailen?“ – „Nee, die Liste haben wir nicht digital, aber ich kann Ihnen die mal so durchgeben“. *headdesk*

  2. „Vormünderin!“ – in meinem Beruf bin ich gelegentlich konfrontiert mit dem todernsten Gebrauch dieser Absurdität …

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