25.8.2019 – feste Unterhaltung, feste Nahrung

Guten Tag, mein Name ist Christian und meine secret superpower ist es , dass ich selten merke, wenn etwas gerade schön ist. Deswegen mache ich Fotos und Fotobücher und blogge, um wenigstens im Nachhinein zu schauen, wann es mir – irgendwo oder irgendwann – gut ging.
Dummerweise hat sich das verselbständigt und wenn ich jetzt etwas wiederhole, was mir mal gut gefiel, dann habe ich den Anspruch, dass es genau so supidupi wird wie in der Fotobuch gespeisten Erinnerung und dann kackt die Realität überraschenderweise meist ab. Dann mache ich also ein Foto, drucke es in ein Fotobuch und merke hinterher, wie schön es doch war. Und dann renne ich wieder los und unternehme etwas, um was Schönes zu erleben.
Ich glaube, ich muss mein Konzept mal überdenken.

(Ratet, wer heute Nacht gegrübelt hat und sich das mal aufschreiben muss!)

Der Herr prozac74 postete letztens irgendwo ein Bild, genauer: ein altes Bild von vor x Jahren, noch genauer ein aufwändiges Composing und schrieb darunter sinngemäß: „Eine Erinnerung an eine Zeit, als Zeit wohl noch eine endlose Ressource war
Erst dachte ich: „Kenn ich!“ und dann überlegte ich natürlich, wo die Zeit denn hin ist. Früher hab ich doch sowas auch gemacht? Ich konnte auch total gut Flow. Aber Flow entsteht nur, wenn man die Zeit hat, die man braucht. Und nicht die, die der Kunde höchstens bezahlen will, die, die gerade zufällig zwischen zwei Notwendigkeiten passt, die, die noch geht bevor ich so müde bin.
Hm.

Lese ich die beiden erste Absätze hier, dann denke ich: Die Antwort könnte ja ein, weniger zu tun. Und so mehr Zeit für die Details zu bekommen.
Ich bin übrigens fast sicher, dass ich das schon mal wusste, aber naja, das passiert wohl manchmal.

Sehr Ihr, dazu ist ein Blog nämlich auch gut. Hätte ich das nur gedacht und nicht getippt, hätte ichs ja nicht nochmal lesen können und dann wäre ich nicht auf diese Lösungsidee gekommen.

Feste Nahrung! Feste Nahrung!

Morgens zur Liebsten ins Krankenhaus, nachmittags zurück. Es mag sein, dass ich die Fahrt laut mit-gröhlend zum voll aufgedrehten Autoradio mit einer Ärzteplatte von 1988 verbrachte. Sagte ichs schon mal? Ich möchte wirklich gerne etwas weniger textsicher bei Musik sein, die mehr als 10 Jahre alt und mir dafür das ein oder andere lebenpraktische oder -nützliche merken können. Statt dessen weiß mein Hirn aber das bei „Zu spät“ die Zeile „ich hasse ihn“ dreimal wiederholt wird oder dass statt der Fäkalien Michael Jackson nicht mehr so stinken tut. (Kennerinnen wissen jetzt, welche Platte ich gehört habe, gell?)
Aber Spaß hats schon gemacht.

Gestern Abend lief das jährliche Helene Fischer-Konzert im Fernsehen, am Samstag ging die diesjährige Promi Big Brother-Staffel zu Ende und letzte Woche hat Luke Mockrige den Fernsehgarten getrollt. Da ich davon ausgehe, dass Fernsehunterhaltung ein Spiegel unserer Gesellschaft ist, habe ich alles mit großem Interesse registriert.
Bei Big Brother fand ich interessant, dass nicht die größten Bullies gewannen, beim Fernsehgarten den gerechten Zorn, in den sich Kiwi steigerte und bei Helene F. beschäftigen mich gerade sehr die Bühnenoutfits und -choreos.

Ja, ich habe gerade den altehrwürdigen Fernsehgarten und Big Brother und Deutschlands erfolgreichste Interpretin in einen Topf geworfen.

Passend dazu denke ich gerade noch über einen Tweet von DaveKay nach – also nicht nur über den Tweet, sondern halt über beiden Meinungen, die hier aufeinander stoßen.

Und ich weiß interessanterweise wirklich nicht wo ich stehe.

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2 Kommentare

  1. Wenn „ich hasse ihn“ 3x, dann wars live. Müssen wir auch immer drauf hinweisen, wenn mal ne Aushilfe in der Band mitspielt.

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