25.4.2021 – please forgive me

Querdenker und nicht dichte Schauspieler machen offensichtlich immer mal wieder den Fehler zu denken, dass man blind und schlafschafig regierungstreu ist, wenn man aktuell endlich einen vernünftigen Lockdown haben möchte. Die Ambivalenz, dass man aus Vernunftgründen UND sogar gegen das eigene Wohlbefinden UND trotzdem nicht kritiklos & sehr Ministerpräsidenten-abwahlfreudig für eine #novid-Stragie ist, scheint zu kompliziert für unsere Zeiten zu sein.

Auf einem vollkommen anderen Spielfeld aber geschätzt ebenso ungeschickt ist es wohl von mir, eine aktuelle Dumm-Kampagne am ersten Tag danach als Beispiel dafür zu nehmen, dass ich persönlich es unklug finde, im gleichen beleidigenden Tonfall zurückzublöken, wenn jemand etwas dummes tut. Verzeihen Sie mir (ich mein das ernst).
Und ich sehe – auch das ist vielleicht wichtig – auch einen Unterschied zwischen einem Spruch auf Twitter oder im Blog und Menschen, die ernsthaft glauben, jemand müsse doch seinen sachlichen Fehler einsehen wenn ihm nur genug Menschen auf Twitter „Bist Du blöd!“ geantwortet haben – und dass sie seine Filme eh nie mochten.

Lassen Sie es mich nochmal klar sagen: Natürlich ist – warum ist an allen Stellen dieses Internets ausreichend beschrieben – diese ganze Kampagne ein einziger riesiger Mist. Und ich mag diese Haltung dazu auch gerne ausführlicher erklären, wenn mich jemand dazu fragt. Das ist das eine Thema.

Das andere, von dem ich sprach: Da ich ein großer Freund von gelingender Kommunikation bin und gerne eine bessere Welt hätte, mag ich gelegentlich darüber nachdenken, wie man sie besser bekommt.
When they go low, we go high“ hat Michelle Obama mit viel Beifall bedacht und vielzitiert mal gesagt. Und das finde ich eine hervorragende Haltung, auch wenn sie die anstrengendere ist.

Und Sue wies in ihrem letzten Newsletter auf eine Klickstrecke von Paul Bokowski auf Instagram hin, in der der beschreibt, wie alle immer reizbarer werden und endet den Newsletter mit dem schönen Satz „Es hilft vielleicht, sich das kurz in Erinnerung zu rufen, bevor man etwas vorschnell verurteilt, oder einfach mal kurz durchzuatmen und aus dem Fenster zu schauen, bevor man einen Tweet oder eine Antwort in einem Chat schreibt.
Wir können nicht mehr, die anderen können auch nicht mehr; es äußert sich nur unterschiedlich.

Und – und das ist wichtig – damit spreche ich niemand ab, vollkommen genervt von solchem Schwurblermist zu sein. Bin ich auch. Soll’n sie in der „Ich war mal Tatort-Star“-Hölle schmoren, von mir aus. Seh ich ähnlich.
Ich spreche – und das ist wie gelernt und gesagt schlechtes Timing, das am gleichen Tag zu besprechen – nur davon: Es gibt einen Unterschied, ob ich das hier in meinem kleinen Blog in einem Zusammenhang sage, oder ob ich es als @reply an einen Tatort-Kommissar schicke. Der natürlich darvor gewappnet ist, dass ihm nach Drücken des Senden-Buttons gleich der Dreck um die Ohren fliegt und der sich mit einem einfachen Trick gewappnet hat: Er hat sich hundertmal gesagt: „Wenn sie mich beleidigen, hab ich Recht“.

Dadurch, dass wir alle unsere Meinung mit einem Tweet, mit einer @reply, mit einem Kommentar zu einem Teil des großen Diskurses machen können, können wir den Diskurs eben auch mit-vergiften. Und ja, natürlich gehen die da low. Ich erdreiste mich jetzt mal, Mrs Obama zu ergänzen und sage: Beschimpfen wir sie im stillen und dann, öffentlich: let’s go high.

Aber – und deswegen ist meine Bitte um Entschuldigung so ernst gemeint: Es ist dumm von mir, meine Überlegungen über den Unterschied zwischen Meinungsblökerei und Diskurs in dem Moment zu veröffentlichen, wenn gerade alle emotional so richtig geladen sind.


Im übrigen finde es faszinierend, wie viele der Beteiligten sich jetzt schon zurück gezogen haben. Wie viele offensichtlich ohne nachzudenken jemandem, den sie kennen hinterher gelaufen sind und Texte abgelesen haben, die ihnen jemand geschickt hat, ohne dass sie das Storytelling kannten, für das sie ihre berühmte Nase in die Kamera hielten.
Die ganze absurde Geschichte gibts bei netzpolitik und bei Zapp.
Was mich aber nur noch mehr dazu bringt zu sagen: Nur weil sie als Tatort-Kommissare klug sind, sind sie nicht automatisch kluge Menschen – also liebe Redaktionen: Ladet sie nicht ständig zu irgendeinem Scheiß in die Talkshows. Damit weder wir noch sie selbst glauben, sie hätten was zu Rente oder Lockdown, Rassismus oder Politik zu sagen, wenn das nicht so ist.
Und den Liefers, den hab ich schon lang nicht mehr gemocht, der beleidigt seine kleinwüchsige Tatortkollegin Christine Urspruch nämlich auch außerhalb des Drehbuchs, wenn eine Kamera an ist. #unfreundlicherkommentarzumschluss


Gestern waren wir ja am Meer und ich bin zu müde für den Scheiß. Note 2 myself: Es kostet mich mehr Energie, als es mir gibt. Was wirklich eine traurige Erkenntnis ist.

Heute also mit einem soliden Kater-Gefühl rumgehangen und gedanklich darauf vorbereitet, morgen wieder zu arbeiten. Mal sehen, was das Ohr dazu sagt.

Wieder ein Stück gemastert. 10/12 Songs fertig. Langsam wird’s ernst, bald kann ich sagen: Das Album ist fertig.

Und dann kamen die Liebste und ich auf die abenteuerliche Idee, die Treadmill hochzutragen; eines der Ziele unserer ganzen Renovierungs- und Räumaktionen war es ja, sie aus dem Wohnzimmer weg zu bekommen. Nur ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit und schon hatten wir beide „einfach mal probieren, ob wir sie nicht doch zusammen heben können?“ gesagt und dann hatten wir den Salat: Wir konnten sie heben.
Jedenfalls in etwa bis zur Hälfte der Treppe, dann sagte die Liebste so etwas wie „ich verstehe gerade, wie man sich einen Leistenbruch zuzieht“ und das war ja auch ein blöder Moment für so einen Satz (nix passiert, alle Leisten heile).
Und dann sind wir die zweite Hälfte der Treppe sehr, sehr vorsichtig, Stufe für Stufe hoch und dann waren wir oben und wollten durch die Tür des ehemaligen Näh- und zukünftigen Näh- und Treadmillzimmers und dann war die Treadmill zu breit für den Türrahmen und wir standen auf dem Treppenabsatz und im Ablassen verkantete sich die Treadmill hinter der Türklinke und dann standen 66kg Treadmill auf einem schmalen Treppenabsatz und ich darunter und verf*ckte Scheiße, das war gar nicht so zum Lachen, wie es sich jetzt tippt und hoffentlich liest.
Wir vermuteten kurz, das sei jetzt das Ende unseres Zusammenlebens gewesen, denn ich konnte halt nicht mehr hoch und die Liebste nicht mehr runter – das Treppenhaus war komplett blockiert. Wir fanden uns beide mit der Auswahl der Stockwerke arg benachteiligt – ich wollte die Wanne und sie die Küche und so mussten wir wohl irgendwie weiter machen.
Im Ergebnis haben wir das Ding dann auf dem Treppenabsatz irgendwie abgestellt, dann vorsichtig auseinander geschraubt und es irgendwie hinbekommen – und wir haben auf unseren Bucketlists notiert: „Wenn wir hier mal ausziehen und die Möbelpacker daran scheitern, einfach mit den Schulter zucken und gehen.

Aber jetzt ist das Wohnzimmer wieder frei und schön und das ist schon auch ein gutes Gefühl und wir können auch beide wieder lachen, wenn jemand „Pivot!“ sagt. Das war zwischendurch kurz weg, irgendwo in der Mitte der Treppe.

Lied des Tages (haha, nee gar nicht – nur für den Witz natürlich):

Sie finden gutes altes Tagebuchbloggen gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

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