24.8.2020 – cleaning up my closet

Früh aufgewacht, früh hochgegangen. Ins Büro, Verzeihung: „in die Holding“, wie die Liebste und ich es jetzt nennen. Das klingt so schön nach den von Anstettens.

Da war Großreinemachen angesagt. Das Zeiterfassungs-Tool musste mal durchgefeudelt werden und die Ergebnisse wollten in Rechnungen übertragen sein. Auf dem Schreibtisch lagen noch Notiz-Stapel deren Projekte abgeschlossen waren – die riefen nach Wegheften. Außerdem Inbox und Anrufbeantworter und wo ich so schön im Schwung war auch gleich noch den Boden und die Regale.
Momentan lebe ich in der Annahme, dann könnte ich mich den Rest der Woche ohne hier mal ’ne Kleinigkeit und da mal ’ne Frage an einem Stück dem Blog widmen, das ich gerade mit einem Theme versehe. Denn eigentlich gibts da gerade keine offenen Fäden mehr. Also kaum …
Schaue ich jedoch auf die Mail die da heute reinkam und die sinngemäß sagte: „Hier die Vorlagen. Wir müssen noch über das Timing reden, die Sachen sollten nämlich letzten Freitag beim Kunden sein“ – dann unterschätze ich da aber vermutlich die Menschen und morgen früh wird die Inbox wieder voll mit Kleinkram sein. Der asapst erldigt sein muss.

Ja, ist klar, geht uns allen so. Das machts nicht besser.

Parallel den ganzen Tag versucht im Nikolaisaal in Potsdam wen ans Telefon zu bekommen. Tina tritt da nämlich im nächsten Februar zusammen mit dem Filmorchester Babelsberg auf und erstens ist sie ja schon mal mit einem Orchester aufgetreten und das war ganz, ganz großartig und zweitens: Wer weiß denn bitte, was #inderaktuellensituation nächsten Februar ist und ich möchte keinesfalls, dass man dann wieder lustig reisen und Konzerte besuchen kann und ich dummerweise kein Ticket habe.
„Sie sind aba auch nich von hier, wa?“ ranzte mich in fröhlicher Berliner Schnauze die Dame am Telefon an und war verwundert: Seit Tina das Konzert am Freitag angekündigt hat, stände bei Ihr das Telefon nicht mehr still.
Versteh ich gut.

Die hochgeschätzte Frau Brüllen hat gestern einen winzig kleinen Raller bekommen und ich möchte mich dem komplett anschließen. So introvert ich auch bin, ich vermisse es, Menschen zu treffen. Ich twitterte das letztens auch schon:

Und Konzerte. Konzerte vermise ich auch. Womit wir wieder einen Absatz weiter oben wären. Was weiß denn ich, was im Februar geht?

Nachmittags kam die Liebste heim – ich habe mich immer noch nicht wieder dran gewöhnt, dass die jetzt vormittags wieder weg ist – wir arbeiteten beide noch ein wenig vor uns hin und irgendwann stellte ich zum einen fest, dass meine Konzentrationsstörungen wohl endgültig vorbei sind und zweitens, dass wir noch gar nicht draußen waren heute.

Und so zog es uns zum See.

Kommen wir zum Beifang:

Die Videos zur „Polizeigewalt“ in den letzten Wochen haben Sie vermutlich gesehen. Ich mochte gern dieses Interview in der Zeit lesen, in der weder Polizisten noch alle anderen das alleinige Problem sind, sondern eine diffenziertere Betrachtung aufgemacht wird. Sie wissen ja, ich steh einfach auf sowas. Ja, sogar bei der Polizei.
Rafael Behr war lange Polizist, seither forscht er zur Polizei. Er bestreitet, dass Polizeigewalt zunimmt und beklagt dennoch eine Kultur des Schweigens und Wegschauens.
zeit.de: Rafael Behr: „Die Polizei ist sehr machtvoll. Wir müssen misstrauisch sein.“

Dass Schulen irgendwie eine sehr eigene Deutung von Abstand, Hygiene und Alltagsmaske leben, ist ja inzwischen bekannt. Worüber weniger gesprochen wurde, das ist, wie Kinder und Jugendliche in die Schulen kommen. Die Landesregierung NRW hat 1000 Busse extra bereit gestellt. Dass ich jedoch erst dadurch davon erfahre, dass ich lesen musss, dass 800 davon nicht abgerufen worden sind macht mich etwas ratlos.
Rheinische Post: NRW-Städte rufen Kontingent nicht ab: 800 Schulbusse stehen in Depots

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3 Kommentare

  1. Beim Gymnasium ums Eck vom Büro sah ich heute früh zum ersten Mal wieder Horden von Jugendlichen vorm Tor. Maske? Abstand? Wassn das? Hier draußen auch etwa?

    Ich verstehe es einfach nicht und lauf mit Maske im weiten Bogen drum rum.
    Früher oder später sitzen wir eh alle wieder im Homeoffice, fürchte ich.

Kommentare sind geschlossen.

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