24.6.2019

Heute war es warm, ich codete, ich lag im kühlsten Raum und sonst ist quasi nix passiert.

Hier kommen ein paar Fragen:

  1. Würdest du gern in eine frühere Zeit zurückversetzt werden?
    Naja, da gibt’s ja eine Menge Ansätze, diese Frage zu beantworten. Will ich in die andere Zeit, weil sie besser war oder weil sie mich einfach interessiert?
    Rein egoistisch und aus Neugierde: Ja. Ich sagte bei irgendeiner anderen Frage schon, dass ich bei vielen Ereignissen der Menschheit gern dabei gewesen wäre und so: Ja, um mir da Dinge anzuschauen – ja.
    Man könnte sich natürlich auch – ausgestattet mit Filmen von heute zurück begeben und versuchen, die Menschen früher dazu zu bewegen, besser mit ihrem Planeten umzugehen. Das wäre bestimmt von ganz ganz großem Erfolg gekrönt. Wenn man es als Erfolg ansieht, für verrückt erklärt zu werden und eingesperrt oder umgebracht zu werden.
    Ich glaube, frühere Zeiten waren hauptsächlich anderes, oft schlechter und seltenst besser und deswegen insgesamt: Nein.
  2. Wie egozentrisch bist du?
    Gelegentlich denke ich darüber nach, ob alle außer mir nur eine Projektion meines Hirns sind (gibts da nicht auch eine philosophische Richtung, die so denkt?)
    Aber im Ernst: Wir stellten letztens fest, dass ich meist den sozialen Aspekt („Was machen WIR?“) vor das Erlebnis stelle („WAS machen wir?“) ich denke, sogar manchmal zu oft.
    Andererseits bin ich natürlich fest davon überzeugt, dass ich alleine begriffen habe, wie’s läuft und insgesamt vermutlich so durchschnittlich.
  3. Wie entspannst du dich am liebsten?
    Am liebsten, in dem ich Wellen dabei zusehe, wie sie ankommen und sich am Strand brechen, aus- und zurücklaufen und von den nächsten Wellen wieder hoch geschoben werden – diesem ewigen Kreislauf könnte ich ewig zusehen.
    Mangels Meer vor der Haustür ist es aber realistischer ins Feld zu gucken, Fotos zu machen oder auch gern mal zu meditieren.
  4. Fühlst du dich manchmal ausgeschlossen?
    Na sicher.
  5. Worüber grübelst du häufig?
    Über das Leben. Über verpasste Chancen und im Moment ist mein Thema die große Ungerechtigkeit.
  6. Wie siehst du die Zukunft?
    Naja, in acht Jahren haben wir den Planeten irreparabel kaputt deswegen vermeide ich, da wirklich drüber nachzudenken.
  7. Wann bist du deinem Partner zuerst aufgefallen?
    Ich stand vermutlich auf einer Party und diskutierte mit meiner damaligen Freundin.
  8. Welchem Familienmitglied ähnelst du am meisten?
    Ich kenne nicht viel meiner Familie und deswegen weiß ich das nicht.
  9. Wie verbringst du am liebsten deinen Abend?
    Mit ein, zwei Menschen oder ein, zwei Screens.
  10. Wie unabhängig bist du in deinem Leben?
    Niemand ist unabhängig.
    Ich finde das aber auch gar nicht schlimm, denn wenn wir in der ständigen Angst leben abhängig zu sein, dann können wir uns auf niemanden richtig einlassen – ich bin recht gerne abhängig. It’s about Vertrauen und Nähe, u know?
    Daher finde ich es persönlich vermutlich wichtiger, sehr genau aufzupassen, von wem man abhängig ist und vom wem nicht.

Momentan tausche ich Mails mit einer wannabe-Kundin und denke viel über Umgangston in Mails und geschäftlichen Zusammenhängen nach. In ihrer kleinen Powerpoint darüber was auf die Website soll spricht sie zB von „Impressum und Datenschutzfickscheiße“.
Jetzt bin ich weder jemand, der zusammenzuckt oder sich angeekelt wegdreht, wenn jemand Fäkalsprache benutzt, noch jemand, der seine Emails nach dem Knigge von 1955 formuliert – aber in diesem Zusammenhang hätten Sie mich zumindest verwundert eine Augenbraue hochziehen sehen können, wären Sie dabei gewesen. Und ich überlege, wie viel ihr wohl meine Arbeit wert ist – gemessen nicht in Geld, sondern in Wertschätzung – wenn sie so über die Dinge spricht. Ob das wohl eine Zuammenarbeit wird, wo wir auf Augenhöhe und mit Respekt miteinander Dinge besprechen werden? Ich habe Zweifel.

6 Kommentare

  1. Ich würde vermuten, dass Sie Deine Arbeit besonders zu schätzen weiß, weil Sie vielleicht mehr Wert auf Inhalt legt, als auf den rechtlich-formalen Kram. Denn eine wirklich tolle Datenschutzerklärung, die einfach mal schreibt, „Hey, wir haben ein facebook widged, ja das f da oben, damit weiß facebook auch schon was über dich, ohne, dass Du da drauf klickst, Mitlied bist oder da vorbei musst.“, die würde einer rechtlichen Überprüfung ja nie standhalten.
    Aber ich kenne auch nicht den restlichen Inhalt der Mails, vielleicht hat sie den Job mit der Webseite auch nur bekommen, weil Sie nicht schnell genug in eine andere Richtung geguckt hat.

    1. Das ist ein schöner Gedanke, aber auch danach noch eingetrudelte Mails sagen: Ist mir egal, was Du sagst, mach es schnell, billig und belästige mich nicht mit dem Dreck.

  2. Schade, also mal wieder nur der Verkauf von Lebenszeit gegen Geld.
    Und oft weiß man dann vorher schon, dass man hinterher doch nur Ärger mit dem Kunden hat.

    1. ich denke noch darüber nach, ob aus dem Status wannabe-Kundin vielleicht auch dann-doch-nicht-Kundin wird.

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