24.11.2025 – Bist Du aber groß geworden

Fragmentarisches ab-Arbeiten diverser Kleinigekiten der letzten drei Wochen:

So wie nur die Tante, die zweimal im Jahr kommt, die Möglichkeit hat, zu sehen, wie Nichten und Neffen wachsen, weil nur sie genügend Abstand hat, so schärft meine unfreiwillige* Online-Abstinenz mir den Blick für vieles. Vor allem zuzusehen, wie irrsinnig das Tempo ist, wie verzweifelt alle über jedes Stöckchen springen, dasss Ihnen jemand hinhält – mon dieu.

*) Irgendwann hatte ich einfach keine Energie mehr, irgendetwas aufzunehmen, was nicht mit Lösungsmöglichkeiten des ganzen Drecks zu tun hatte. Oder zu schlafen. Oh, wie viel wir geschlafen haben.


Es ist tatsächlich passiert: Es hatte jemand Recht im Internet. Im Vertrauen: Ich wars.


Endlich Worte für ein schon ganz lange herumgetragenes diffuses Gefühl:

„Gen Z has done something incredible by normalising mental health. Every scroll online reminds us to heal, reflect, and “do the work.” Threads about trauma, posts about attachment styles, and reels on mental health flood our feeds. It’s great that we’re more open about emotions. But peace doesn’t always come from understanding every feeling. Sometimes, it comes from letting one go without turning it into a self-reflection essay,“ Sarah writes on Youth Ki Awaaz.

Youth Ki Awaaz auf Instagram

Mein 18-jähriges ich, das innerhalb eines Jahres viermal exakt 5 Minuten bevor die Massenschlägerei in der berühmt berüchtigten Rock-Disko ausbrach, den Raum verließ, grinst. Mein heutiges ich verdrückt ein Tränchen.

Harward neurologist says: people who cry easily make the best leaders – because their brain has a rare advantage […] They can read the room before the room knows what it feels

ALEXANDRINA VASILKEVICH auf Instagram

Die AI-Blase beginnt langsam zu platzen. Was natürlich grammatikalisch sehr seltsam klingt, wirtschaftlich allerdings absehbar war und bestimmt lachen wir später irgendwann mal drüber.


Nach ziemlich viel Trash-TV haben wir dann mal was ganz anderes gebraucht: Wenn Sie mal auf der Suche nach Filmen sind, die wie Actionfime wirken, aber vollkommen anders funktionieren, Filme bei denen man nicht versteht, wie sie in Amerika gedreht werden konnten weil die US of A dabei wirklich ansehnlich schlecht wegkommen – dann widmen Sie sich ruhig mal dem Spätwerk von Kathryn Bigelow. Zero Dark Thirty (Suche nach Bin Laden), Detroit (Der Algiers Motel incident) und A House of Dynamite (die letzten 20 Minuten vor dem Einschlag einer Atomrakete in einer amerikanischen Großstadt) haben wir gesehen und ich spreche uneingeschränkte Empfehlungen aus. Ok, eins und zwei nur, wenn Sie Gewalt- und Folterszenen ertragen.
Auch Reality – Wahrheit hat ihren Preis (die Hausdurchsuchung bei der Whistleblowerin Reality Winner) passt irgendwie in diese Reihe (keine Gewaltszenen) und war sehr beindruckend.


Und dann war da noch jemand am Telefon und sprach:

Jaja, Ihr Fall war heute Morgen dann in unserer Teambesprechung. Die Zusage hatte ich dann auch schon als Diktat, ich habe Ihre E-Mail auch schon getippt. Aber bei uns gehen die E-Mails dann immer erst abends zwischen 21:00 und 23:00 alle zusammen raus.

Kannste Dir nicht ausdenken. Aber wir haben jetzt alles schriftlich, was wir an Zusagen benötigen. Zur Feier des Tages Sushi.

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

Alle bisherigen Antworten finden Sie übrigens hier.

2 Kommentare

  1. Vielleicht bringt abends dann der Lehrling/die Lehrling alle E-Mails zum Briefkasten und merkt unterwegs, dass er/sie neue Briefmarken braucht, aber vom Chef kein Geld bekommen hat. Die E-Mails werden dann im Postfach gelagert, bis die Briefmarken gekauft sind. Das kann schon mal bis 23:00 dauern.

    1. Ach, das klingt ja auch plausibel. Wir hatten den Verdacht, irgendwer müsste die Brieftauben erst noch in den Stock holen und die kleinen Dosen an den Beinen neu bestücken.

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