Nennen Sie’s Lebenszeichen, Wasserstandsmeldung oder wie auch immer – mein Kopf hatte gerade das Bedürfnis, hier ein paar Zeilen hinzuschreiben.
Vorweg: Danke für Nachrichten, Nachfragen, Aufmerksamkeiten von der Wishlist, Hilfsangebote, Einladungen. Echt jetzt.
Was wir in den letzten drei Wochen getan haben:
Wir brachten jemanden sehr geliebtes in einer Behandlung unter. So, wie eine Ärztin es ihm empfahl, so wie das Krankenhaus, was ausgewählt war, es auch logisch und gut und richtig fand und schon mal ein Bett frei machte.
Ach nee, ooops, stimmt ja gar nicht – wir haben das ja nur versucht. Was wir stattdessen gemacht haben war, mit Versicherungen und Ämtern, Ärzten und Krankenhäusern gestritten, bis zu Anwaltsschreiben eskaliert, haben Zusagen und überraschende Rücknahmen derselben bekommen sind immer bis nach allen zugesagten Fristen hingehalten worden und ins Gesicht belogen worden und haben gelernt, dass man a) keinem Beteiligten im Gesundheitssystem etwas glaubt, was man nicht schriftlich hat und b) dass alles vollkommen kaputt ist und allen scheißegal ist, das irgendwo am anderen Ende ein Mensch sitzt.
Wir warten und sorgen uns übrigens immer noch, die letzte schriftliche Bestätigung fehlt – am Mittwoch wurde „kommt in den nächsten drei Tagen“ versprochen und je nach Rechenweise ist da der morgige Montag ja sogar noch drin.
Ich habe außerdem unfassbares Glück gehabt und bin einfach so, ohne Wartezeit, wieder bei der klugen Frau – ich erwähnte es schon. Ohne sie schaffe ich das alles gerade nicht. Wieder regelmäßig, dienstags jetzt, nicht mehr montags, Sie werden das beim Lesen schon hinbekommen.
Ich habe sogar noch mehr unfassbares Glück gehabt, denn nachdem ich nach einem relativ eindeutigen ersten Vor-Test vor knapp zwei Jahren immer um diese aufwändige Neurodivergenz-Diagnostik herumgeschlichen bin, fragte sie mich fröhlich, ob ich die nicht bei ihr machen wolle, sie habe sich da fortgebildet. Ohne Erklärungen, ohne „ach, Sie doch nicht“-Ärzte, ohne Wartelisten und -zeiten. Einfach so.
Ich habe außerdem überhaupt kein unfassbares Glück, denn wenn ich die spärlichen Nachrichten richtig deute, wird dieses Jahr noch jemand (ganz anderes, nicht minder nahestehendes) sterben oder in einen Zustand abgleiten, der nahe dran ist. Ich werde wohl dieses Jahr nicht mehr täglich bloggen – aber das haben Sie schon vermutet, nicht wahr?
