23.9.2019 – Metagedanken. Hust.

Lang und tief geschlafen, gegen sieben ins Büro hoch gerobbt. Mails sortiert und beantwortet. Hat ca. zwei Stunden gedauert und danach wars auch erstmal genug gewesen. Pause gemacht, viel gehustet, inhaliert, später nochmal ein paar Stunden hoch. So kann das funktionieren die nächsten Tage. Home Office, sweet Home Office.

Google – bzw genauer die Google Search Console* – hatte mich Ende letzter Woche mit Mails überschüttet, weil ein bisschen HTML-Code, den ich seit ein paar Jahren benutze, jetzt für Google nicht mehr so gültig ist. Es ist jetzt nicht so, als hätte ich diesen Code nicht damals direkt aus Googles Beschreibungen heraus kopiert, aber nun denn, wenn Big G das Stöckchen hält, dann müssen wir Webworker springen.
Genauer: Meine Kunden müssen springen, denn ich bin ja eigentlich nur der Werkzeughalter.
Ich bin aber auch der Bote; in diesem Fall der mit den schlechten Nachrichten – denn meine Stunde Arbeitszeit ist eine Stunde Arbeitszeit ist eine Stunde Arbeitszeit.
Wenn mich aber jemand anschreibt und sagt: „Da hat jemand „mit“ dem wir (sehr unfreiwillig) arbeiten sehr willkührlich seine Regeln umgestellt und ich kann das zwar richten, aber es kostet Summe X“ – na, ich wäre auch nicht begeistert.

Andrerseits: Wenn bei uns der Schornsteinfeger kommt und uns mitteilt, dass unsere Heizung saniert werden muss und dass diese seine Fachmeinung uns jetzt 75,30 kostet – tja nun, dann wissen wir, dass Eigentum verpflichtet und sanieren unsere heizung und zahlen ihm 75,30 und nochmal 75,30 dafür, dass er die neue Heizung dann abnimmt.
Können wir „Homepage verpflichtet“ bitte in irgendein Gesetz aufnehmen?

*) Die Search Console ist ein Tool von Google, mit dem ich ein bisschen kontrollieren kann, wie der Suchbot von Google meine Website sieht, ob es technisches Optimierungspotential gibt und mit dem ich ihn sogar in Maßen, sehr(!) in Maßen steuern kann.

Überhaupt erlebe ich, dass die Schere zwischen vermittelter und wirklicher Wirklichkeit rund ums Thema „die eigene Website“ immer weiter auseinander geht.

Denn in der Vorabendwerbung sitzt eine einsame Startup-Designerin vor dem Laptop und bastelt sich zum Feierabend beim dampfenden Tee ihre Homepage. Und als sie eine Frage hat, steht sofort die freundliche junge Kundenberaterin bereit und weiß Rat.

Dass die eigene Homepage (schon immer mehr war und) inzwischen neben zwei, drei kurzen Sätzchen und ein paar hübschen Bildchen auch noch ein riesiges Gebiet Rechtssprechung und – wenn man etwas davon haben will – auch noch das nicht viel kleinere Gebiet SEO abdeckt – tja, das hab ich in der Vorabendwerbung noch nicht gesehen. Und das sind dann CoolDowns, die ich jemandem erstmal mitgeben muss, wenn sie zu mir kommt.
Oder anders: Ich bin der der’s erstmal kompliziert macht und egal, ob und wie gut ich für all das Lösungen habe: Erstmal mach ichs kompliziert.
Wie gesagt: „Homepage verpflichtet“ ins Grundgesetz!
Ich muss nachdenken.

(Da gibts schon geile Ecken, da am Teich)

Die zweite Schere über die ich aus Gründen gerade nachdenke, ist die zwischen einer verbeamteten Lehrerin und einem selbstständigen Freiberufler, wenn es um Krank-Sein, Gesundwerden und Krankschreibung geht. Ich habe da gerade zwei Vergleichsobjekte im Haushalt und – ach lassen wir das.
Schaue ich auf den aktuellen Lehrermangel, denke ich manchmal: Ich lass mich jetzt noch bis zum BurnOut einstellen und dann frühverrenten. Aber das sind nur die ganz sarkastischen Momente, keine Sorge.

Falls Sie sich schon immer gefragt haben, wie denn eigentlich Jazz funktioniert, dann lesen Sie Vanessas aktuellen Newsletter (Sie sollten das eh tun).
Sie schreibt zwar über Nudeln und Unterehmen, aber sie beschreibt auch Jazz; dort heißt es gern „know the rules to break the rules

Lässt man das einen Moment sacken, merkt man schnell:
a) Das passt auch auf noch mehr als auf Nudeln, Musik oder Unternehmen
und
b) ist das eine Tugend, die immer mehr schwindet. Rules breaken wollen alle gerne – aber sie erst lernen ist doch arg aus der Mode gekommen.
Und dann endet man auf einmal in einem 380 PS-SUV, blinkt den Fiat 500 von der linken Spur, und denkt, man würde jetzt gerade wild und frei ein paar rules breaken.

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