23.10.2020 – the return of the webdesigner

Der Urlaub, der ein seltsamer war ist dann jetzt vorbei. Am Mittwoch sind wir noch einmal zum Augendoc gefahren – also ich bin gefahren und die Liebste war dann drin beim Doc. Alles gut und gute Aussichten – so lässt sich ihr vierstündiger Termin zusammen fassen.

Ich war derweil bei einer Agentur, die zum Glück Luftlinie gerade mal 500m vom Augenkrankenhaus entfernt ist und wir standen lange zusammen und planten die nächsten paar Jahre unserer Zusammenarbeit für einen Kunden. Jedenfalls wenn der versteht, was wir ihm vorschlagen und wenn er dann will.
Zusammen stehen ist übrigens deutlich entspannter als zusammensitzen, hab ich bei der Gelegenheit festgestellt.

Und ab gestern saß ich dann auch wieder hier am Schreibtisch – und ich fremdelte etwas, muss ich gestehen. Nun denn, am ersten Tag nach dem Urlaub tut man ja eh kaum anderes, als die Inbox zu säubern und dann auf den Rest zu antworten. Mit zweiterem bin ich ehrlich gesagt bis jetzt, Freitag Abend noch nicht ganz durch und das hat auch durch und durch Gutes. Denn es bedeutet, dass da wieder Mails zu beantworten sind.

Der deutlich weniger schöne Grund ist, dass ich aus Gründen (die übrigens nicht mit „Co…“ anfangen) ein paar Grippe-Symptome mit mir rumschleppe und noch nicht wieder richtig denken kann. Aber die lassen auch gerade nach, die Symptome; Montag gehts dann richtig weiter.

Herbst-Challenge mit mir selbst: Immer tristere Herbstbilder machen.

Außerdem: Neuanfang und Abschied.

Neuanfang, weil eine Kundin – die eigentlich nur über Eck Kundin ist – eine Idee hat und die Idee ist gut und liebevoll und toll und ich freue mich sehr, daran zu arbeiten. Kennen Sie das – diese Menschen, denen man, wenn sie den Mund aufmachen, anmerkt, dass das was sie tun Hand und Fuß hat und sie wissen, was sie können und die das gerne anderen zugänglich machen wollen? Ich freue mich wirklich sehr und werde bestimmt darüber noch mehr berichten.

Abschied, weil eine lang-, langjährige Kundin sich beruflich verändert hat. Statt sich in Berlin um die Belange von Mensch und Umwelt einzusetzen, ist sie jetzt plötzlich Chefin einer kleinen mittleren Stadt im Rheinland. Naja, so ganz plötzlich nicht, sie hat natürlich Wahlkampf gemacht.
Und gestern sprach ich mit ihrem Mitarbeiter und wir stellten fest, dass das dann wohl unser letztes Telefonat war und weil wir uns immer sehr gut verstanden haben und – also ich kann das von meiner Seite aus so klar sagen – auch echt mochten, war das schon ein Downer.

Heute Morgen dann der erste Videocall. Während des Urlaubs war ein Mikrofon und eine neue Cam gekommen und ich hab den Schreibtisch komplett umgestellt und nach Jahren, in denen ich immer gedacht hatte, dass Kamera und Mikro im Laptop ja ausreichen, kann ich nur endlich wirklich am Rechner sitzen und ZoomenSkypenTeamenMeeten und wieso hatte ich das nicht längst gemacht?

Mich darüber daran erinnert, wie ich vor Jahren mal einen ersten Kennenlern-Videodings mit einer Freundin hatte, weil wir eventuell zusammen was machen wollten und sie weit weg wohnt und ich war schon etwas aufgeregt gewesen und ich glaube, es war sogar mein erster Videocall ever.
Ihr kennt das eventuell: Man sitzt da etwas verkrampft, weil man sich ja ständig selber sieht und Doppelkinn und ständiges ins-Gesicht-Fassen vermeiden will und auf jeden Fall war ich nach zwei Stunden vollkommen verkrampft.
Immerhin hatten wir bis dahin festgestellt, dass wir uns auch außerhalb von Twitter verstanden und so erzählte ich das, wie verkrampft ich jetzt so saß. Und sie lachte und meinte sowas wie: „Ach wie blöd, Dein Bild ist hier eh nach 10 Minuten eingefroren, alles umsonst

Das hat sich während Corona auch geändert, nicht? Seit alle zu Hause vor dem Wäscheberg sitzen ist eh alles egal.

Apropos „Corona“ – ich hatte ja schon ein paar mal bemerkt, wenn und wohin sich meine persönlichen Herausforderungen geändert hatten. Gerade passiert wieder was neues. Gerade verzweifle ich darüber, wie wenig nicht nur Politik, andere Menschen und Schulen vorbereitet sind, dass jetzt vollkommen überraschenderweise(!) Herbst ist und wir am Anfang der zweiten Welle stecken, sondern auch die Infrastruktur vollkommen versagt.
Da ist einmal die Geschichte von Johnny …

In unserem Fall lag das Ergebnis des Tests (Donnerstag) am Samstag danach vor, und es wurde am Montag auch dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Dieses war mit vielen Meldungen aber überlastet und konnte uns erst fünf Tage später kontaktieren. Es waren also seit dem Test bereits neun Tage vergangen, sieben seit dem Ergebnis.
Das ist für eine gelungene Rückverfolgung zu spät, das wissen auch die Ämter. Da diese aber vor Papierbergen sitzen (dazu später mehr), ist es in einigen Städten leider im Moment die Norm.
[…]
Keine der Telefonnummern und Mailadressen war für uns erreichbar, das war frustrierend, ärgerlich, beunruhigend.
[…]
Laut Aussage einer Mitarbeiterin müssen auf dem Gesundheitsamt Berge von Papierlisten abgearbeitet werden, es werden Faxe hin- und hergeschickt und Telefonnummern sind besetzt (oder eben gerade nicht, haha). Der positiv getestete Sohn hat heute, am 22.10., Briefpost vom Gesundheitsamt bekommen mit den Infos zu Quarantäne, in die er sich bis zum 17.10. begeben muss. Also bis fünf Tage vor Erhalt des Briefes.

Spreeblick: Erkenntnisse aus zwei Wochen Corona-Quarantäne mit der Familie
Vorgeschichte: Corona in the house: Quarantäne mit der Familie

… oder auch hier dieser Thread von Marina Weisband:

Corona-Test muss her. Er ruft beim Hausarzt an. „Wir eine Bestätigung von Ihrem Arbeitgeber, dass eine Gefährdung gegeben war“. Er besorgt den. Arzt: „Das reicht uns nicht. Wir brauchen eine Aufforderung des Gesundsheitsamts.
Zwanzig Minuten in der Warteschleife beim Gesundheitsamt. Mitarbeiter: „Nein, wieso? Sowas brauchen die Ärzte nicht.“
[…]
Die Info kriegen wir also frühestens nächste Woche. Obwohl wir wissen, dass er potentiell infiziert ist. Dann der Knaller: „Haben Sie Symtome?“ „Nein“ „Dann brauchen Sie auch keinen Test machen.“
Unterm Strich: Er kriegt keinen Test, obwohl 8 Stunden neben definitiv Infiziertem. Ich weiß nicht, ob ich selbst gefährdet bin. Ich weiß nicht, ob ich alle Termine absagen muss.

@Afelia: Familienmitglied sitzt seit zwei Wochen wieder im Homeoffice.

… und während ich hier tippe, blinkt neben mir auf dem iPhone-Sperrbildschirm eine Meldung auf, dass die Corona-Warn-App mir etwas sagen möchte. Ich tippe das also an, das iPhone entsperrt sich, wechselt zur Warn-App und … nichts. Ich weiß nicht, was die App möchte. Keine Meldung, kein Hinweis und nichts mehr im Sperrbildschirm. Leute, das geht so nicht.

Ach .com, ich bin gerade so schön in Fahrt.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat kein nennenswertes Vermögen und ist daher nur eine Kündigung, eine schwere Krankheit oder einen neuerlichen Lockdown von der Armut entfernt.
[…]
Ich bin weit davon entfernt, die staatlichen Hilfspakete, Rettungsschirme und Fördermaßnahmen in Gänze zu verdammen. Vieles davon war nötig. Aber auffällig und kritikwürdig ist ihre verteilungspolitische Schieflage. Es gibt ein deutliches Übergewicht zugunsten der großen Unternehmen, die selbst dann unterstützt werden, wenn das unnötig ist.

taz.de: Armutsforscher zu Folgen von Corona: Kardinalproblem Vermögensverteilung

Ja, ich weiß, ich hab auch keine Patentrezepte und wenn man so will, dann motze ich auch hier nur rum, wie dumm „die da“ sind. So kann man das sehen.
Man kann aber auch denken, dass Missstände nur aufgedeckt werden können, wenn darauf aufmerksam gemacht wird. Und dafür muss man diese Geschichten teilen.

Und im Bereich Schule stehe ich anch wie vor bereit, mit jeder Verantwortlichen über Digitalisierung zu sprechen*.

*) Meine Erfahrung bisher deutet allerdings eher darauf hin, dass dieses Angebot niemals in Anspruch genommen weren wird, weil zuerst eher Schulungen in Windows und Internet nötig wären. Auf allen Ebenen. Aber das ist ein anderer Rant und der ist schon oft gerantet worden.

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2 Kommentare

  1. Blinkende Corona-Warn: Meine möchte unbedingt täglich geöffnet werden und weist da seit den letzten Updates (ios auf 14 oder Corona-Warn) auch immer wieder mal drauf hin. Vermutlich so etwas?

    1. Ja, kann gut sein.
      Wäre aber auch gut, wenn es einen entsprechenden Hinweis gäbe. Stichwort: Vertrauen in die App 😉

Kommentare sind geschlossen.

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