22.9.2026 – this & that

Work: Ich programmiere, die Agentur staunt, dass die Sätze im Bereich „Leistungsumfang“ im Angebot so gemeint waren, wie sie da stehen und „aber ich dachte Du könntest dann noch …“ keine funktionierende Einleitung dafür ist, den nachfolgenden Wunsch zu einem kostenlosen zu machen. Der Kunde denkt eh, dass er sich am Ende alles anschaut und dann alles über den Haufen wirft und das wird noch sehr lustig.
Eine Rebriefing-Mail losgeschickt, bei der ich mich wirklich sehr, sehr über ein „machen wir so“ freuen würde. Cross u fingers.

Life: Die Monopoly-Gang formiert sich wieder. Schön.
T. zieht wohl wieder ins Hospiz. Nicht schön und ich halte dieses Hin und Her für menschenunwürdig und es macht mich wütend und traurig und ängstlich und überhaupt.

Balance: Das Batmobil ist außen und innen wieder schwarz und abends waren wir am See und es gab Pizza. Ich hab vergessen, ein Bild zu machen, aber Sie wissen ja auch inzwischen, wie es da aussieht.

Das Bild des Tages ist ein trauriger Blick in meine Mediathek. Jahrelang habe ich die Musiktipps von Cosmo in Monats-Playlists zusammengetragen, habe ihnen hübsche Cover verpasst und habe sie geliebt. Immer wieder so viel gute neue Musik! (Auch das Reeperbahn-Festival findet die Cosmo-Musikredaktion ganz ausgezeichnet und verleiht noch schnell einen fetten Preis) „Schnell noch“? Ja. Ab nächsten April gibt’s kein Cosmo mehr.
Ich finde das persönlich und gesellschaftlich richtig scheiße und außerdem rassistischen Drecksmist. Ich habe nirgends so viel außerhalb meiner kleinen deutsch- höchstens mal eurozentrischen Bubble gelernt und bin sicher, nicht nur mir geht es so.

Zeugs

Andrea* hat neben ihrem Brotjob seit ca einem halben Jahr einen Sitz im Rat ihrer Stadt und blickt – aus ihrem Blickwinkel als Kommunikationsprofi – darauf zurück:

So sind die ersten Eindrücke meiner kommunalpolitischen Arbeit nicht vorrangig durch Sachthemen oder unterschiedliche fachliche und politische Positionen dominiert, sondern durch Beobachtungen von Kommunikations- sowie Verhaltensmuster der handelnden Personen. Mein Blick aus systemsicher Perspektive läuft quasi immer mit.
Meine Grundwerte – wie wertschätzende Kommunikation und Augenhöhe – werden durch die anderen Fraktionen in jeder Stadtverordnetenversammlung mehrfach verletzt.

Andrea Schmitt:
Kann politische Arbeit im Parlament von guter Führungs- und Teamkultur profitieren?

Aus der Arbeit mit Unternehmen zählt uns dieser junge Mann auf Instagram gleich elf Gesetze auf, die in der Zusammenarbeit von Menschen gelten. 80/20, Dunning-Kruger oder das Peter-Prinzip kennen die meisten, aber es gibt wirklich noch schöne andere.
Zum Beispiel Goodharts Gesetz:

Goodharts Gesetz behauptet, dass eine Kennzahl ihren Nutzen verliert, sobald sie als Ziel verwendet wird.

Wikipedia

Franziska* hat das in ihrem letzten Newsletter gleich mal für Newsletter in die Praxis überführt und mit Inhalt gefüllt:

Es gibt diesen Moment in der Analyse eines Newsletters, da hast du das Gefühl: alles super. Die Öffnungsrate liegt bei stabilen 40 Prozent, die Klickrate bei 20, die Abmelderate bei 0,2 Prozent. Man präsentiert die Zahlen im Statusmeeting, jemand sagt „stabile Werte“, und das Thema ist durch.

Franziska Bluhm:
Zahlen lügen nicht. Oder doch?

*) Transparenz-Dings: Ich arbeite mit meiner kleinen Agentur sowohl für Andrea als auch für Franziska. Die Links hier gibts aber unbeauftragt, aus Überzeugung und erst Recht nicht nicht gegen Geld.

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