22.7.2025 – they try to make me go to recab

… and I say ok, ok, ok.

Es ist etwas ruhig hier und das hat Gründe.
Zum Beispiel: Am Schreibtisch ist es gelinde gesagt nervig im Moment. Ende der Woche habe ich eine Zwischenrechnung in einem Projekt geschrieben – zum einen, weil ich gerne hin und wieder mal Geld für Arbeit bekomme, aber ehrlich gesagt auch ein bisschen aus erzieherischen Gründen, denn:
Wir begannen im April mit einer Idee, deren Ausführung mich für eine Website normalerweise zwei Stunden Arbeit kostet. Es ging um zwei Websites, also vier Stunden zu tun für mich.
Auf meiner Rechnung tauchten auch exakt diese vier Stunden auf, außerdem aber auch ein deutlich höherer Posten mit Gesprächen, Kontakt zu Dienstleistern, Projektmanagement, dem Schreiben und Beantworten der Antworten auf Tickets, Kontrolle dessen, was andere (nicht) taten und so weiter. Und ich wollte das zwischendurch mal in Zahlen festhalten. Vielleicht erschrickt sich ja endlich jemand.

Sie haben an dem Wortbestandteil „zwischen“ in „zwischendurch“ und „Zwischenrechnung“ ja eh längst gemerkt, dass ich noch nicht fertig damit bin und deswegen spare ich mir den Rest für später auf.

Abseits des Schreibtisches hat das auch Folgen, denn zum einen ist das gerade nicht das einzige Projekt das so läuft. Fast egal wohin ich mich wende: Ich öffne Projektordner und die zuständige Ecke im Gehirn, beginne zu arbeiten und merke: Da ist eine Frage nicht beantwortet. Ich frage nach und bekomme drei Tage später als Antwort, dass man das jetzt gerade nicht so wisse, aber sich kümmern werde. Oder dass es jetzt plötzlich doch auch nach meinem Urlaub lange. Oder dass man sich durch meine Arbeit jetzt das erste Mal so richtig Gedanken gemacht habe und alles umschmeisse. Oder überraschend morgen in den Urlaub fahre, ob man das nicht erwähnt habe? Könne etwas dauern.

Und diese Kombi aus Losrennen und sofort in weicher Watte abgebremst werden macht mich zum anderen vollkommen fertig. Bei allem, was ich an vielen Montagen gelernt habe, zahlt so etwas trotzdem heftigst auf mein Unruhe-Konto ein und deswegen sitze ich – wenn nicht versuchsweise kurz am Schreibtisch – irgendwo und versuche zu spazieren oder zu meditieren, um den Blutdruck wieder ins Hochnormale zu senken.
Und wenn ich am Schreibtisch sitze, vermassele ich die Dinge, die ich tue, weil ich mich nicht konzentrieren kann. Oder bin – so wie letzte Woche – einfach mal ein paar Tage zu krank. Forkin’ shirt.

Kommen wir einfach zu Erfreulicherem.

Die Liebste weilt zum Beispiel währenddessen mit einer Freundin in der Stadt der Liebe und des Café au Lait und schickt Nachrichten, die sich entweder rund um „glücklich“ oder „so schön“ drehen und wenig könnte mich froher machen.

Gestern Abend ein Treffen mit der besten Gang der Stadt und wir haben versuchsweise mal Zoom zusammenfassen lassen, was wir so gemacht haben.

Die Gruppe traf sich zu einem informellen Meeting, bei dem sie zunächst über verschiedene Themen plauderten und dann versuchten, ein Online-Monopoly-Spiel zu starten. Trotz anfänglicher technischer Schwierigkeiten gelang es ihnen schließlich, das Spiel zu beginnen und sie verbrachten den Großteil des Treffens damit, Monopoly zu spielen, wobei sie ihre Züge diskutierten, über Strategien scherzten und nebenbei alltägliche Themen besprachen. Zum Abschluss planten sie ein zukünftiges Treffen und drückten ihre Freude über die regelmäßigen Zusammenkünfte aus.

Und das ist irgendwie komplett technisch richtig und trotzdem in der Substanz so an der Realität vorbei, dass ich es Beispiel nehmen würde, würde ich versuchen, jemand zu erklären, warum ich diesen ganzen aktuell „KI“-Hype so schlimm finde. Aber mich fragt ja keine.

2015 lernte ich in dem kleinen Theaterverein bei einer Inszenierung jemanden kennen. Sie spielte, ich fotografierte, wir schnackten gelegentlich mal und blieben danach irgendwie in Kontakt. Erst sporadisch, dann regelmäßiger und regelmäßiger – dieses Social Web hat ja auch doch noch manchmal schöne Seiten.
Vor einem Jahr gab’s mal wieder eine Inszenierung wo wir aufeinander trafen und bei der ersten Probe, wo wir beide waren, ertappte ich mich, dass ich vor Freude sie zu sehen nur blöd im Kreis grinste. Sie aber auch und wir mussten uns erstmal feste drücken – zum großen Erstaunen der ganzen Offliner drumherum, in deren Welt wir uns ja neun Jahre nicht gesehen hatten.
Heute haben wir endlich mal einen gemeinsamen Kaffee hinbekommen, saßen – unglaublich fix vorbeifliegende – zweieinhalb Stunden im Café in der großen Stadt und ich könnte kaum froher sein.

Das heutige Artikelbild ist mit einem Musiktipp versehen und wird Ihnen präsentiert von Keb’ Mo’, der 2022 genug Songs für drei Seiten Vinyl hatte und in die vierte Plattenseite einfach fix seinen Namen gravieren ließ. Ich mag daran, dass er nicht auf Teufel komm’ raus versucht hat, noch Füllmaterial aufzutreiben und außerdem sehr die Ästhetik. Und dann noch unglaublich den Bass auf diesen drei Seiten. Wenn Sie keine Angst vor Blues haben: Keb’ Mo‘ – Good to be (Sorry, ich verlinke keine Streaming-Dienste mehr; aber Sie bekommen das bei Interesse hin)

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

3 Kommentare

  1. Ohja. Es war ein ganz wunderbares Kaffee-Date! Ein Hoch auf das kleine Zimmertheater, was uns im letzten Jahr wieder in Verbindung miteinander brachte!

  2. Und wieder missachten Sie sowohl meinen, als auch KIs Hinweis auf die komplizierte Situation ihrer Deckenbelampung!

Kommentare sind geschlossen.

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