22.6.2021 – Nun. Denn.

Es mäandert so vor sich hin und ich weiß noch nicht, was dazu zu sagen oder bloggen. Äußerlich sehen die Tage alle gleich aus, aber dahinter denke ich viel nach, denn ich will die Strukturen, die sich in den letzten eineinhalb Jahren eingeschlichen haben und die auch sicher gut und richtig waren, wieder ändern. Die kluge Frau findet das gut und sinnig, aber ich krieg noch nicht alles zu packen. Am Ende sollte bitte nur stehen, dass ich ein bisschen arbeiten, hin und wieder mal einkaufen, gelegentlich mal Freunde treffen kann, ohne dass es vorher unüberwindlich anstrengend scheint oder hinter nervenzerfetzend anstrengend war.
Ich bin auf einem guten Weg, sagt sie. Ich bin auf einem guten Weg, sag ich. I live, I learn. Vielleicht hab ich sogar – wie zu Beginn der Pandemie als wir uns alle einschließen und reduzieren mussten – im Vorteil, weil ich eben die Dinge die ich tue und die Art, wie ich lebe, so selten unreflektiert geschehen lasse und so viele Techniken und Skills dafür traniert habe, mit Unerwartetem umzugehen?
Unterhielt ich mich jedenfalls mit einer Dienstleisterin und die war bass erstaunt darüber, dass sie im Moment niemanden treffen mag, obwohl sie so gerne jemanden treffen würde. „Das klingt unlogisch Christian“, sprach sie, „aber ich hab total Sehnsucht nach Freunden aber wenn eine Verabredung ansteht, dann will ich immer keine Menschen sehen“ Sie war dann etwas erstaunt und etwas erfreut darob, dass ich das gar nicht komisch fand. ist ja immer schön, wenn man sich gerade selber seltsam findet und dann andere trifft, denen es genau so geht.

Als ich vor zehn Minuten das Blog vor mit dem Gedanken öffnete, ich müsse doch wenigstens heute was schreiben, da war ich der festen Auffassung, ich habe ja nichts zu sagen. Dann flossen die Gedanken dazu los, dass ich nichts zu sagen haben und jedenfalls – schön, dass Sie zugehört haben.

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8 Kommentare

  1. „…dass sie im Moment niemanden treffen mag, obwohl sie so gerne jemanden treffen würde.“
    Danke. Genau das.
    Mir fehl(t)en dafür die Worte.

    1. Ich würde sgen „ich richts ihr aus“, aber sie ist eigentlich ein fröhlich-extrovertierter Mensche, die das nicht verstehen würde 🙂

  2. Hier ist noch so Eine. Sooo Sehnsucht nach echten Menschen, aber jede der sowieso schon wenigen Verabredungen abgesagt, weil es dann eben doch nicht ging.
    Aber wir sind auf einem Weg, oder?

    1. Wir sind auf einem Weg. Alle sind auf einem Weg – und manche merken den Weg mehr und manche weniger. Wie immer.

  3. Frau Novemberregen schilderte am 20.April 2020 das Konzept vom neurotischen Keller, an das ich bei deinem Eintrag wieder denken musste. Und mal abgesehen davon, dass ich dieses Bild so unfassbar gut und treffend finde, ist das auch mein Empfinden momentan: jeder nimmt aus dieser Pandemie was mit, wir gehen da nicht unbeschadet durch, auch wenn erstmal alles – gerade jetzt im Sommer – wieder normal wirkt. Ist es aber nicht. Es ist ein ständiges Abwägen, ob man die Kraft hat, sich mit jemandem zu treffen, ob es safe ist, diejeniege zu treffen, ob man vorher um einen Test bitten kann ohne abgeurteilt zu werden, usw. usf. Das erhöht die Komplexität sozialer Interaktion ja bereits im Vorfeld enorm, und nimmt mir bereits Energie und Vorfreude, wenn dieses Gedankenkarussel erstmal Fahrt aufgenommen hat. Und dann ist es manchmal eben gesünder und leichter (auf vielen Ebenen), die Interaktion zu unterlassen. Die, die danach nicht mehr da sind und kein Verständnis hatten, nunja, vielleicht ist es um die auch nicht schade.

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