22.4.2021 – gimme ’ope, ’oanna

Wissen Sie, dieses Bild hier, das habe ich gestern Abend mit dem Handy gemacht. Das ist der Blick aus der Terassentür heraus den Garten hinunter – und das iPhone war gut überfordert mit der Dunkelheit, aber darum geht es auch gar nicht. Es geht um dieses kleine Licht in der Mitte des Bildes, das da am Ende des Gartens leuchtet.

Dieses Licht nämlich, das ist eine kleine Solarleuchte aus billigstem Plastik. Ich habe sie 2018 in Aarhus gekauft, als wir zusammen das erste Mal da waren. Wir hatten in dem irrigen Glauben, man brauche in Dänemark Bargeld ein paar Euro in Kronen getauscht und am Ende des Urlaubs hatten wir noch fast die gleiche Menge Kronen bar bei uns. Und außerdem mögen wir große ausländische Supermärkte und so suchten wir uns einen großen Supermarkt. So ein richtig riesiges Ding am Rande der Stadt.
Auf einem Grabbeltisch kurz vor den Kassen, da gab es so billiges Gartenzeugs und ich sah diese kleine Leuchte. So eine von denen, die man einfach in die Erde steckt und die sich dann tagsüber mit Sonnenlicht aufladen und dann nachts leuchten. Und irgendwie hatte ich die Idee, die könnte ich – wenn wir erstmal den Garten umgebaut haben würden wohl gerne haben wollen.
Sie kostete ganze 21 Kronen und um von da auf Euros zu kommen muss man grob durch sieben teilen und auch sonst machte sie einen höchst qualitativ guten Eindruck und naja, sie wissen ja, am letzten Urlaubstag, da macht man ja auch mal Blödsinn.

Zu Hause verschwand sie in irgendeiner Schublade, wurde da rausgeholt weil sie im Weg war und wanderte in irgendein Körbchen und in die nächste Schublade und ins nächste Körbchen und so weiter und ein Jahr später war der Garten fertig und in einem feierlichen Akt holte ich sie raus, steckt die beiden Plastikteile zusammen, drückte den wackeligen Schalter auf „an“ und steckte sie vollkommen unernst gemeint unten im Garten ins Beet. Und war fest davon davon überzeugt, ich würde sie am nächsten Tag wieder rausziehen und wegwerfen

Und seitdem geht sie jeden Abend, wenn die Dämmerung einsetzt, an. Es ist ihr egal, ob die Sonne geschienen hat oder nicht, ihr ist Regen jeder Stärke vollkommen wumpe, sie hat den gesamten Winter über durch die Schneedecke geleuchtet – ihr ist einfach alles um sie herum total egal. Ihr Job ist es zu leuchten und das tut sie. Gut – im Sommer bis spät in die Nacht und bei bedecktem Himmel weniger lang – aber hey, das kann ich gut nachvollziehen, da gehts mir ja ähnlich.

Und wissen sie was? Manchmal, wenn ich abends die Rolladen herunterlasse und ins Bett gehe und ich sie da leuchten sehe – dann macht mir das auf eine vollkommen irrationale Art ein bisschen Hoffnung.

Sie finden gutes altes Tagebuchbloggen gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

Die Website benötigt Cookies. Ich nutze Matomo, um zu sehen, welche Artikel Sie interessieren. Matomo ist lokal installiert, es werden keine Daten mit externen Diensten ausgetauscht oder Cookies gesetzt. Auf Anforderung können Sie zB Videos ansehen, die dann weitere Cookies setzen.