21.9.2020 – make it a better place 4 u & 4 me and the …

Erleditag. Die Tischplatte zum Glaser gebracht. Das Auto zum Ölwechsel angemeldet. Den Handyvertrag der Liebsten nach höchstens drei verpassten Kündigungsfristen dieses Jahr endlich gekündigt. Das Unterteil des Tisches zum sechsten Mal gestrichen. Begonnen, aus dem Papplager in der Garage wieder mal eine Garage zu machen.

Am frühen Morgen am See gewesen.

Der Nebel lag noch zwischen den Sauerländer Hügeln.

Mir wurde zurückgemeldet, dieses Bild sei zu kitschig.
Ich: „So sah es aber aus!
Sie: „Aber es ist mir zu kitschig!
Ich in Gedanken: „Mein Gott – und wenn ich endlich mal Landschaften fotografieren könnte, die ich mag – was das wohl erst kitschig wird!

Ein Buch geschenkt bekommen und mich sehr, sehr gefreut und mich auch gleich festgelesen. Die Idee (Spoiler) gefällt mir sehr, dass der Mensch eigentlich an sich gut ist – und unser Bild vom schlechten Menschen viel daher kommt, dass eben über die Situationen, wo etwas schlechtes passiert mehr gesprochen wird.
Passt gut zu vielen Beobachtungen, die ich an mir selbst mache:
Dass ich negativer werde, wenn ich mich mehr in Social Media rumtreibe.
Dass viele Menschen, die ich online kennen gelernt habe den aggro-Tonfall „der anderen“ aufnehmen ohne es zu merken.

Bei Diana Ringelsieb (Punkrockana) auf eine Doku aufmerksam gemacht geworden, bei der sie schrieb: „Es gab selten ein besseres Beispiel dafür, dass man Menschen nur vor den Kopf schauen kann“ – ich möchte absolut zustimmen. Und ergänzen: Was ein guter Film, um seine eigenen Vorurteile mal anzusehen und abzugleichen.
YouTube bringt es eigentlich mit der Beschreibung auf den Punkt: „Wir dachten, wir kennen Paris Hilton. Wir lagen falsch. Dies ist die unbekannte wahre Geschichte, die die Frau und die Ikone formte, die sie schuf.

Die wahre Geschichte von Paris Hilton | This Is Paris Offizielle Dokumentation

Und ich habe erst die erste Stunde gesehen …

Nochmal zum Buch: Aktuell befürchte ich etwas, dass die Idee, dass eine negative Umwelt einen selbst auch immer weiter runter zieht, auch dazu führen könnte, dass ich noch dringender hier weg will. Aber mal sehen. Vielleicht steht ja weiter hinten ein Resilienz-Rezept …

Lied des Tages daher: Everybody’s got a story.

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6 Kommentare

  1. „Aktuell befürchte ich etwas, dass die Idee, dass eine negative Umwelt einen selbst auch immer weiter runter zieht, auch dazu führen könnte, dass ich noch dringender hier weg will.“

    Ernstgemeinte Frage: Irgendwelche Ideen, die man mit dem Internet teilen kann, wo es dann hingehen soll bzw. wie die neuen Umstände aussehen müssten? (Ich frage für einen Freund… * hüstel *)

    Beste Grüße und mögen die 30/60 Minuten-Tage möglichst bald Geschichte sein!

    1. Naja, zum einen kann man sich ja seinen (social-) Medien-Konsum einteilen, wenn man das erst mal begriffen hat. Vor allem, den der Ablenkung geschuldete, ungefilterte unreflektierte nebenbei-Blick auf Twitter oder facebook habe ich mir sehr abgewöhnt.
      Wenn ich reingucke, dann bewusst eher abends und eben auch: Bewusst. Die Schilde halb hoch und immer das Wissen im Hinterkopf, dass wenig davon gerade wichtig und das meiste in Billboard-Lautstärke geschrieene Meinung ist.
      Das ist der online-Teil.
      Im offline-Teil zieht es mich sehr nach Norden. Die grundsätzliche Mentalität in Dänemark zB scheint mir doch eine andere, einer weniger auf die Ellenbogen ausgerichtete zu sein.

  2. Der Online – Teil mag ja fast wichtiger sein als der Offline – Teil, wenn ich so über das moderne Leben nachdenke. Ich hab social media vor Jahren ganz verlassen, weil mir das mit dem ‚Schilde halb hoch‘ nie so recht gelingen wollte. Leider verpasst man dann auch eine ganze Menge an guten Kontakten.

    Daher hatte ich auch ’nur‘ an Offline gedacht, als ich fragte, was mir nach Deiner Antwort als von mir zu kurz gedacht vorkommt.

    Was das Ziehen nach Norden angeht, das kann ich gut verstehen, mir kommt Skandinavien auch oft offener und freundlicher vor. Genau wie die Niederlande. Dann frage ich mich aber immer gleich wieder, ob ich da aus zu wenig Infos zu viel rausdeute. Wenn man bspw. die Schlaglichter der paar Nachrichten, die es bis in unsere Medien schaffen (Kopftuch-Debatte, rechtspopulistische Politik), und des hier sehbaren fiktionalen TVs betrachtet (z. B. Borgen) scheint’s da genau dieselben Probleme zu gebenwie hier. Aber das sind natürlich alles nur sehr limitierte ‚bits und pieces‘ an Information.

    Also alles kompliziert. Aber warum sollte das auch anders sein?

    1. #online
      Ich arbeite auch sehr an dem Maß von „Schilde halb hoch“
      Mein persönliches Problem ist halt, dass ich lange genug dafür hier bin, dass Online für mich mal ein verheißungsvoller neuer Lebensraum war.
      Und obwohl ich natürlich beobachtet habe, wie dieser Traum in den letzten 20 Jahren immer weiter bröckelte – schon aus Gwohnheit gelingt es mir halt nicht immer, online mit der gleichen interessierten Distanz anzuschauen, wie ich beim Sommerhaus der Stars oder beim Frauentausch reinschaue. Was ich tue, um auch diesen Teil der Geellschaft (keine Wertung, es ist halt nur nicht meiner) nicht aus den Augen zu verlieren.

      #offline
      Vollkommen d’accord; die Gedanken habe ich mir auch schon gemacht, denn natürlich sehen wir nur Ausschnitte. Und Skandinavien vor 30 Jahren ist auch ein anderes als heute; natürlich gibt es da ähnliche Entwicklungen.
      Aber: Ich bin seit ein paar Jahren mit einer Gruppe von Dänen ein bisschen befreundet, wir sehen uns ein bis zweimal im Jahr und faszinierenderweise kommen wir fast immer nach spätestens 5 Minuten auf die feinen kulturellen, gesellschaftlichen & politischen Unterschiede dieser beiden Länder zu sprechen. Und natürlich ist auch das wieder nur ein winziger Ausschnitt einer einzelnen (recht priviligiert lebenden) Person, aber es macht ein Gefühl.
      Und ich hab immer wenn ich da war versucht, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen – vermutlich erkennen mich die Überwachnungskameras schon als den tyske, der so seltsame Fragen hat 😉
      Lass es mich so zusammenfassen: Ich habe das Gefühl, die haben alle diese Entwicklungen so viel später begonnen als wir – für meine Lebensspanne reichts

  3. #Online: Da kann ich total folgen, ich hatte (wenn auch nur kurz) die verheißungsvollen neuen Möglichkeiten des Internets gesehen, habe aber nie wirklich geschafft, mir meine eigene ‚positive Nische‘ aufzubauen. Trotzdem hadere ich immer wieder mit der möglichen Rückkehr auch in Social Media – wegen all der Möglichkeiten des Kontakt halten. Den zusätzlichen Aspekt, auch diesen Teil Gesellschaft zu sehen, hätte ich nicht so auf den Punkt bringen können, aber er ist total wichtig. Mehr Gedankenfutter in diese Richtung.

    #Offline: Da bist Du offensichtlich deutlich tiefer drin als ich, gerade was den realen Kontakt angeht. Und auch die Sache mit der eigenen Lebzeit und den erwarteten gesellschaftlichen Veränderungen sticht. Zumal man immer wohl auch annehmen darf, dass kleinere Nationen sich irgendwie anders entwickeln als größere – derzeit scheint’s ja dann eher besser zu laufen, siehe z. B. auch die Niederlande. (Mich verwundert immer noch mal, dass es mit DK einen Staat gibt, der in etwa die Bevölkerungsgröße von der erweiterten Hamburger Metropolregion hat…) Auch noch mehr zum drüber nachdenken, danke! (Wobei, wirklich so richtig ganz groß umziehen… Hm, na ja…)

    1. Ja, dieses „wirklich groß“ umziehen, das beschäftigt uns auch ganz schön. Das macht man nicht so einfach wie damals den Wechsel von einer Studi-WG in die andere.

Kommentare sind geschlossen.

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