21.5.2019 – plätschern mag nicht jeder

Man könnte sagen: Es plätschert so vor sich hin und an der Oberfläche wäre das auch nicht gelogen. Darunter aber ist es tief und auch etwas dunkel, denn nachdem ich nach dem letzten Seelenmassagebesuch ja schon ziemlich durch die Mangel war, war der gestern nicht besser. Also doch, denn er hat Perspektiven geöffnet, ich kann alles besser machen – ich muss halt dafür nur mein Weltbild über Bord werfen und das ist ja nun unser aller leichteste Übung*. Ich muss nachdenken.

Und so, wie ich letztes mal am Tag danach die Geparden besuchte, wollte ich heute eigentlich mal ein paar Stunden aufs Meer gucken – eben ein bisschen die Gedanken sammeln. Nachdem ich aber fast die eigentlich für die Fahrt bis an den Strand einkalkulierte Zeit gebraucht hatte, um nur bis knapp hinter Dortmund zu kommen hab ich umgedreht. Das war durchaus weder erfreulich noch zur Stabilisierung der Laune förderlich.

Aber an der Oberfläche plätschert es und als die Frau, die ich übernächste Woche in ihrem CMS schulen soll erstaunt fragte, ob sie dann während der Schulung ihren Computer UND Internetzugang brauche, da hab ich auch herzlich gelacht.

Sehr kurzer Rant zwischendurch: Was ist das eigentlich für ein Dreckswetter?

Im Theater gehts mit großen Schritten auf den großen Dinggang zu, ich mache die ersten Bilder und auch wenn der Herr N. skeptisch guckt – das wird großartig. Und ich finde langsam mein Foto-Mojo wieder.

Heute Abend geht „sing meinen Song“ weiter und ich bin sehr gespannt auf Frau Biedermann. Im Trailer sagt sie bedeutungsschwanger „ich wollte diesen Moment hier mal nutzen, um etwas zu sagen was mir am Herzen liegt“ und ich bin sehr gespannt.

Apropos „bedeutungsschwanger“: Das genaue Gegenteil macht gerade Ruth Moschner auf Instagram mit DMs von Dumpfbacken, die glauben, eine Frau in der Öffentlichkeit wäre automatisch ein Sex-Objekt. Sie hat den Fahrt zur Höhle-Award ausgerufen (#fahrzurhöhleaward ). Ich finde das eine sehr humorvolle Idee, mit solchen Honks umzugehen. Vor allem, weil sie sich nicht auf ihrem Celeb-Status ausruht, sondern den Award für jede geöffnet hat.
Für diejenigen unter uns, die immer noch glauben, dass das doch alles nicht so schlimm sein kann ist das sicher sehr erhellend; für Frauen vielleicht eine Möglichkeit, ein Umfeld zufinden, wo frau sich gemeinsam mit anderen stärker fühlen kann. So jedenfalls mein erstes Gefühl. Oder?

*) Anmerkung für diejenigen unter Ihnen, die noch nie bei einer Seelenmassage oder ähnlichem waren: Ich jammer hier nicht rum. Höchstens mal ganz kurz. Ich weiß, dass der Weg zum Besseren manchmal durch ein Tal führt und deswegen bin ich generell sehr positiv gestimmt. Ich habe aktuell die beste aktuell vorstellbare Therapeutin und sie hilft mir in unfassbaren Schritten. Gerade ist halt nur Tal. Also: Weiter gehen.
Und falls Sie das irgendwie nicht wissen möchten, dass jemand zur Therapie geht – ich verspreche Ihnen, dass in Ihrem Umkreis deutlich, deutlich mehr Menschen schon einmal seelische Hilfe in Anspruch genommen haben als Sie denken. Es sprechen nur wenige darüber, denn irgendwie ist das ein Tabuthema und ich mag Tabuthemen nicht – der Typ heisst Voldemor… der heisst nicht mal Voldemort, der heisst Tom Riddle! – und es ist nie gut, etwas zu tabusieren. Und deswegen erzähl ich davon. Ich habe nicht im geringsten vor, hier jetzt dauernd davon zu erzählen und auch Inhalte werden allerhöchstens exakt so konkret wie hier heute.
Aber: Das ist halt ein Teil meines Lebens. ¯\_(ツ)_/¯

2 Kommentare

  1. Ich überlege gerade – hinsichtlich der CMS-Schulung – ob es für manche Menschen tatsächlich nicht enorm hilfreich wäre, könnten sie sich dem Thema tatsächlich zunächst einfach mental öffnen. Also Schulung im Grünen und die Philosophie des CMS als solches erläutern …

    1. @creezy: Es wäre vermutlich unfassbar hilfreich. Aber – nächstes Problem – ich müsste es erklären und es würde weitere Kosten verursachen, die niemand zahlt.

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