21.4.2026 – Reality bites

Work: Ich arbeite Dinge ab, Kundinnen und Co-Worker zeigen sich zufrieden. Ich mich auch, mehr spannendes gibts nicht zu erzählen. Und ich schätze das sehr.

Life: Gestern war dann der Tag, an dem ich alles Pech des Monats hatte – schön, das hinter mir zu haben. Eine geschlossene Eisdiele am Ende von 20 Minuten Fahrt, Schimmel im Fla, Zimt auf dem irgendwo anders dann erworbenen Eisbecher, mit der Zahnbürste abgerutscht und das Zahnfleisch unangenehm perforiert, alle Läden, die mir ein Kabel hätten verkaufen können hatten Montags zu … und so weiter und so weiter.

Heute Morgen dann schnell in einen Musikladen gefahren, denn ich brauchte wirklich dringend Kabel – warum wird gleich noch ersichtlich. Den Laden im Ort kann ich aus Gründen nicht mehr besuchen, aber im Nachbarort fand Google einen, den ich noch nicht kannte. Ich fand – zum Glück neben den gesuchten Kabeln – dort einen Musikladen wie den, in dem ich mit 18 viele Stunden abgehangen hatte. Ein bisschen abgewarckt, vollgestopft bis an die Decke und in der Luft eine Geruchsmischung aus Möbelpolitur und heißem Lötzinn.
Musikläden waren damals ein ganz normaler Ort, um sich da zu treffen, zusammen herumzulungern, hin und wieder mal ein viel zu teures Instrument in die Hand zu nehmen und Stairway to Heaven zu beginnen, mit dem Verkäufer und den anderen zu fachsimpeln.
Das alles gibt es nicht mehr und der alte Mann hinter der Theke meinte: „Wissen Sie, ich bin alleinstehend und sich nur mit dem Hund (Blick nach unten auf eine freundliche Langhaar-Fellnase) zu unterhalten ist auch langweilig. Ich mach das hier aus Liebhaberei, ich leb hier in meiner Bubble und ich bin ja noch fit. Ich weiß nicht warum, aber es trägt sich noch. Nur hier rumhängen, jaja, das kenn ich auch noch von früher – aber das tut heute niemand mehr.
Ich kam sehr nostalgisch und auch einigermaßen traurig aus dem Laden.

Balance: In einem ziemlich spontanen Anfall von Gear Acquisition Syndrome sind mir am Sonntag endlich mal richtige Studio-Monitorboxen in den Warenkorb gefallen – daher der akute Kabelbedarf, war jetzt klar, oder? Heute mittag waren sie schon da und das hat sich ja mal gelohnt. Sie sehen mich sehr happy ob des neuen Werkzeuges.
Die Liebste – früher ja noch aus der Famile „ich hör das eh nicht“ – schaffte ca 10 Minuten, bevor sie feststellte: „Das ist mir zu anstrengend“. Und das ist ja exakt so gewollt.

In den Himmel fotografiert, weils so hübsch war.

Für den Freundeskreis very, very special interest noch ein Programmtipp: Auf Instagram folgen wir beide gerade voller Freude Wolke Hegenbarth – die ist nämlich auf dem Traumschiff und lässt uns hinter die Kulissen gucken. Und das ist nicht unspannend.


Sagen Sie mal: STRG-F recherchiert jetzt seit diversen Jahren rund um und auch in einer Telegram-Gruppe, in der sich Männer darin fortbilden, wie sie zwecks Missbrauch (ihre) Frauen betäuben können. Ich bin da sehr zufällig draufgestoßen und hätte gedacht, es zieht verdient weite Kreise. Tat es nicht.
Jetzt hat CNN eine ähnliche Recherche durchgeführt und dieser Bericht geht durch die Decke. Kann mir das jemand erklären?

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

Alle bisherigen Antworten finden Sie übrigens hier.

2 Kommentare

  1. Danke für den Tip mit Wolke.
    Ich bin bekennende Traumschiff-Guckerin und mit so einer netten Person schaut eine gern hinter die Kulissen.

  2. Lieber Christian,
    erst einmal ganz herzlichen Dank für diese Seite und den hier mit uns geteilten Teil deiner Gedanken. Sie sind unendlich wertvoll für mich. Bin selbst schon lange in psychotherapeutischer Behandlung und muss momentan aber aussetzen, da alle Möglichkeiten ausgereizt sind.

    Zu deiner Geschichte mit den Plattenläden, die es nicht mehr gibt: In Bremen ist noch einer – Hot Shot Records. Der ist echt noch wie früher, da kann man lange rumhängen. Falls du mal auf dem Weg an die See nach Bremen kommst, lohnt sich ein Besuch.
    Leider haben die gerade große Probleme wegen eines Wasserschadens in ihrem Lager; es ist echt zum Heulen. Hier ein Artikel dazu:
    https://www.metal.de/news/hot-shot-records-gofundme-wegen-wasserschaden-611045/
    Ich habe persönlich nichts mit dem Laden zu tun außer dass ich ihn mag und möchte dies auch nicht als Spendenaufruf verstanden wissen.

Kommentare sind geschlossen.

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