Gestern beschlossen, mal wieder etwas von dem zu tun, was wir so gut können: Ausflüge, Ausstellungen und so. In Dortmund gibt es – so fand die Liebste heraus – „House of Banksy“. Banksy? Spannend. Ausstellung? Immer gut. Wir buchten einen Zeitslot und fuhren los.
Falls Sie es uns in Dortmund oder eine der anderen Städte nachtun wollen, zitiere ich mal fix die wichtigsten Sätze aus der Selbstbeschreibung auf der Website, damit Sie gut informiert entscheiden können: „Graffitis, Fotografien, […] auf verschiedenen Materialien wie Leinwand, Fine Art […] wurden eigens für diese Schau reproduziert […] Diese Hommage und die dort gezeigten Bildinstallationen sind aufgrund seines anonymen Status nicht vom Künstler selbst autorisiert.“
Wenn Sie also Spaß daran haben, nachgemalte Graffitis nahezu ohne Kontext zu begucken – nur zu.
Die Schildchen neben den oft deckenhohen Bildern sind in lesefreundlichem 12pt, einzeilig gesetzt, so dass Sie auch gleich noch was für’s Schrittziel tun, wenn Sie an jedem Werk nach vorn und nach hinten sprinten. Weil alle das tun, begegnen Sie auch gleich vielen Menschen und das strengt vielleicht auch Sie so an, dass Sie gar nicht bemerken, dass die Bilderklärungen auf einem guten 12te-Klasse-„Kunst-Grundkurs-schriftlich“-Niveau verfasst sind.
Fahren Sie also ruhig, auch so etwas hat man ja das letzte Mal kurz vorm Abi gelesen.
Danach „arabisch“ Essen gewesen – sieht im Vergleich zu den Soßenspiegeln und anderem Chichi, was man ja heute gern so bekommt fast profan aus, war aber sehr gutes Essen.

Heute in kleinen Portionen immer wieder am Schreibtisch gesessen und immer wieder kleine Portionen erledigt. Hat überraschend gut funktioniert.
Tim Berners Lee – für die jüngeren unter Ihnen: Der Mann, der das WWW erfunden hat – baut an einem Nachfolger für das Social Web wie wir es kennen. Ich habe gerade das erste Mal davon gehört und finde die Idee so einfach wie bestechend logisch:
Social Linked Data (Solid).
Meike Wocken auf Instagram:
Deine Daten bleiben bei dir. Du entscheidest, welche Anwendung Zugriff bekommt. Und wenn du die App wechselst, sind deine Daten bei dir und ziehen einfach mit um. Wie klingt das für dich?
Du hast mit Deinen Daten bezahlt
Gibt es wirklich Menschen, die darauf reinfallen?

Ich glaube, am meisten habe ich über springerfriede01@hotmail gelacht.
Ein Nachtrag zu Freitag: Nachdem ich alles getippt und veröffentlich und dann mit Abstand nochmal gelesen habe, wurde mir klar, dass sich alles deutlich gestrafft auch so sagen ließe: Wir alle wissen, was marginalisierte Gruppen sind, so irgendwie. Aber wir müssen verstehen, dass jeder mit Macht uns selbst auch zu einer marginalisierten Gruppe machen kann. Und wir aus der wohligen Sicherheit, dass es ja doch nur irgendwie andere* sind, aufwachen müssen.
*) Ich bekomme durchaus erstaunte Blicke, wenn ich Menschen sage, dass ich – auf Grund dessen, was ich so ins Netz schreibe – mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr problemlos in die USA reisen kann. Das holt dann immer das Problem anderer Leute in Weitweitweg so unangenehm nah an den eigenen Kaffeetisch.
Die nächste, vielleicht noch unangenehmere Erkenntnis: Nicht nur jede von uns kann morgens aufwachen und ohne eigenes Zutun auf die Opferseite gewechselt worden sein. Auch auf der Täterseite müssen wir beginnen zu hinterfragen, ob es sein kann, dass immer ganz bequem nur die Fremden verantwortlich sind. Marc Raschke formuliert so treffend:
Man kann daraus eine unbequeme These ableiten: Vielleicht liegt das Problem nicht bei „den Anderen“, sondern bei denen, die seit Jahrhunderten definieren, was normal, erfolgreich und unantastbar ist. Vielleicht gehen nicht bestimmte Kulturen schlechter mit Frauen um, sondern bestimmte Machtpositionen. Und vielleicht sind es gerade jene, die am lautesten moralisieren, die am meisten zu verlieren haben, wenn wirklich hingeschaut wird.
Marc Raschke auf Instagram
Der Link geht direkt zu Slide 7, aber man kann ruhig alles Slides lesen.
Gerade den letzten Satz kann ich – anekdotisch zwar, aber mit 100% Trefferquote – aus einem erzkonservativem Elternhaus, einer katholischen Privatschule und aus der lokalen politischen Arbeit hier im Ort vollkommen bestätigen.
Aber egal von wo aus man drauf guckt: Das Problem fängt da an, wo man zwischen den eigenen Leuten und den anderen zu unterscheiden. Oder anders: Daran kann man mit traumwandlerischer Sicherheit die Schlechten erkennen – es sind immer die, die als erstes versuchen, irgendwelchen willkürlich anderen die Schuld zu geben und sie dann auszuschließen.

Nach immer noch weniger als einem Monat ist das der Blick auf die Stats zu Circles & Squares und ich bin sehr geplättet.
Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.

