21.11.2023 – in circles

Die Tage sind etwas eintönig: Ich stehe im Dunklen auf, setze mich an den Schreibtisch, arbeite dort die Dinge ab, die abzuarbeiten sind, gehe irgendwann einmal runter, um kurz zu frühstücken, gehe wieder hoch bis es irgendwann wieder dunkel wird. Das was ich da arbeite, tue ich, um die Raten zu zahlen für das Haus, was ich nicht sehe, weil es ja immer dunkel ist, wenn ich nicht arbeite. Dann gehe ich schlafen, um am nächsten Morgen wieder aufzustehen, hoch zu gehen und naja, vielleicht bin ich gerade etwas düster drauf. Das wird vorbei gehen.

Immerhin sitze ich gerade hauptsächlich an einem Projekt, das aus Gründen sehr lange in einer Warteschleife verbrachte und an dem ich sehr viel Spaß habe.
Außerdem habe ich heute die eine Kundin geknackt, Sie wissen schon, die die immer skeptisch und misstrauisch war – aber wie fast alle Menschen ließ auch sie sich durch stoisch unbeeindruckte Freundlichkeit irgendwann erreichen. Irgendwann in einem Telefonat heute merkte ich: Da sind gerade die Schilde gefallen.

Auf Instagram auf dieses einfache Regel-Set für bessere Selfies gestoßen und ganz zufrieden gewesen:

  • Setz Dich parallel zum Fenster, so dass die eine Gesichtshälfte Licht hat und die andere nicht.
  • Wähle den Portrait-Modus und tippe einmal rechts oben am iPhone das f an. Geh auf den niedrigsten Wert.
  • Tippe unten unterm Bild auf das andere f, dann auf das ± Zeichen. und stell damit die Belichtung noch ein bisschen runter.
  • Guck nicht in die Kamera, sondern aus dem Fenster und Go For It!
  • Mach das ganze nach Lust und Laune hinterher noch schwarz-weiß

Aber mal was anderes: Sie wissen vielleicht, dass ich prinzipiell der Meinung bin, dass wir alle schon ein bisschen Verantwortung für uns alle tragen und Teil dieser Verantwortung auch mal sein kann, sich ein wenig zurückzunehmen.
Nun stieß ich bei den Twitterperlen heute auf diesen ziemlich witzigen Tweet:

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Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Twitter.

… und musste wirklich sehr lachen. Das ist definitiv ein guter Tweet, er ist gut formuliert, er hat einen guten Twist, das ist alles prima.
Dann jedoch dachte ich an eine mir bekannte Lehrerin, die schon vor ein paar Jahren mal ein paar Wochen damit beschäftigt war, in einem unangenehmen Dreieck mit einem Kind und einem Elternpaar zu diskutieren, warum das Kind seine Mitschülerinnen schlug. Also nicht: Im Streit zuschlug, nicht boxte, nicht prügelte, sondern aus heiterem Himmel jemand sehr beiläufig einen Schlag in den Nacken gab. Es stellte sich schließlich heraus – Sie werden es schon ahnen – dass das Kind zu Hause gelernt hatte: „Wer nicht Schulz sagt, kriegt ’nen Schlag in den Nacken“.
Das war zu Hause bestimmt sehr lustig gewesen – und wer noch nie mit ein wenig Alkohol in einer Runde mit dieser Regel saß, die werfe den ersten Stein – und die Eltern standen auch zuerst sehr feste auf einem „Ey, man muss doch noch mal einen Witz machen dürfen“-Position.
Aber in der Schule gibt’s halt aus gutem Grund die feste Regel, dass Schlagen nicht erlaubt ist und das Kind steckte jetzt in einem handfesten Dilemma. Denn es tat ja nur, was es von den Eltern gelernt hatte. Leider ohne Kontext gelernt hatte und so war aus einem harmlosen, vielleicht etwas prolligen Spaß auf einmal ein echtes Problem geworden, denn bis das alles aufgedröselt war, hatte das Kind in der Klasse schon seinen Ruf weg. Und diverse Stunden Arbeit der beteiligten Pädagoginnen waren auch verbraucht.
Und jetzt fügen wir hier wieder das Ding mit der Verantwortung und dem sich-mal-zurücknehmen ein – Sie bekommen das selbst hin, denn ich höre jetzt auf, sonst klinge ich wie meine Eltern. Es ist kompliziert.

Sie mögen das, wenn ich auch mal aus dem täglichen Alltags-Einerlei ausbreche und über Gott und die Welt nachdenke? Hier steht eine virtuelle Kaffeekasse!
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10 Kommentare

  1. Ich wüsste ja gern, woher das “Schulz” kommt. Kenne das natürlich auch noch aus der Schulzeit, aber wo liegt die Quelle?

    1. Ich hab auch gerade noch das hier gefunden:
      https://www.bedeutungonline.de/warum-sagt-man-schulz-wenn-jemand-ruelpst-bedeutung-wortherkunft-erklaerung/

      Aber es klingt mir etwas … unwahrscheinlich? Da halte ich einen Film auch für wahrscheinlicher.

  2. Ich habe mir heute ein Fortbildungsangebot für Mütter bei Vanessa angesehen und erinnerte mich, dass du die Website gestaltet hast. Ich möchte gern noch einmal das Feedback da lassen, wie wunderschön, nutzerfreundlich, ansprechend und freundlich ich diese Seite finde. Ein Angebot öffnete sich wege des fehlenden Cookies-Klick nicht, und auch der Hinweis dazu war so freundlich und warm, es war eine echte Freude, diese Seite zu benutzen.

    1. Diesem Lob möchte ich mich gerne anschließen, dass ist mir letztens auch aufgefallen, wie toll diese Seite gestaltet ist 😊

    2. Oh, das freut mich jetzt sehr, das zu hören. Ich habs auch sofort an die Hauptbeteiligte weiter geleitet ;)

      Und jetzt mach ich’s Büro wieder zu, besser wird’s heute nicht mehr.

  3. Ein Durchbruch bei der „speziellen“ Kundin – wie wunderbar! Möge es für den Rest der Zusammenarbeit anhalten!

Kommentare sind geschlossen.

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