20.3.2020 – Lebenszeichen aus dem Codeflöz

Nicht viel zu sagen: Um sieben am Schreibtisch gelandet und um siebzehn Uhr wieder aufgestanden.
Ok, fast. Die Liebste und ich hatten uns verabredet, gemeinsam eine Stunde Qi-Gung zu machen und das haben wir auch gemacht. Gemeinsam wegen Schweinehund und so, Sie kennen das. Und Qi-Gong, weil wir, während alle anderen gerade auf die Yoga-Welle sprangen schon vor ein paar Jahren entdeckt haben wie gut uns das tut.
Der Überbau ist mir ehrlich gesagt ziemlich so egal, dass ich nicht mal weiß, ob es einen gibt, aber die Bewegungen sind super – einfach, fließend und kraftvoll – und danach bin ich warm und beweglich. Not too shabby für einen Schreibtischsitzer.

Außerdem bekam ich gestern über zwei Kanäle zwei wertschätzende, aufmerksame, liebevolle Nachrichten, die mein Herz so sehr erwärmten, das können Sie sich gar nicht vorstellen.

Abends kam, ausnahmsweise noch einmal, eine Freundin zu Besuch; wir hielten alle alle Abstände ein und desinfizierten hinter ihr her und vielleicht war dieser Besuch nötig, denn wir merkten alle drei: Das ist hier gerade falsch, wir alle wollen hier nicht zusammen sein.

Wenn Sie inhaltlich über mehr über das Projekt #M4MvsCovid wissen wollen, folgen Sie besser dem Hashtag oder lesen bei Vanessa, denn ich bin inhaltlich gerade ziemlich raus – nötig, um schnellstmöglich vor mich hin coden zu können.
Ich code gerade den Spagat zwischen dem einfachst-möglichen, flexibelst-möglichen CMS-Aufbau, damit das später so schnell wie möglich bedient werden kann.
Die Struktur, die wir gefunden haben ist einfach und klar und gleicht am ehesten einer App. Vermutlich wird die Site oft genug auf dem Handy auf dem Weg zum Patienten aufgerufen werden. Gleichzeitig muss ausgedruckt aber auch alles super aussehen.
Als hätte ich mich mein ganzes Berufsleben auf dieses Projekt vorbereitet.

Corona-Etikette: Das aktuelle DHL-Männchen will keine Unterschrift mehr. Wir desinfizieren Pakete und hinter Menschen her.

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Derweil platzt draußen die Hecke, weil dort Nest-gebaut wird, dass es eine Freude ist. Die sind auch ungestört wie noch nie. Bin gespannt, wann die Rehe, die im Sommer manchmal im Grünstreifen vorm Haus die Nacht verbringen dort fest einziehen.

Lese ich Artikel über Home-Schooling, (z.B. Mathe im Livestream, Goethes Gretchen als Gif – […] Ein Überblick über die besten Ideen) dann geht es fast nur um weiterführende Schulen, oft um Gymnasien. Natürlich. Wir sind alle Dauer-online, haben die best verfügbare Internet-Anbindung zu Hause. „Wir“ in diesem Falle as in: Die gut ausgebildete Medien-interessierte, Computer-arbeitende Blase. Ich weiß nicht, was Sie für Ihr Internet zu Hause bezahlen, aber hier kostet es in Kombi mit Kabel-TV und 4 Telefonnummern fast dreistellig.
In Schulen abseits des Gymnasiums, in anderen sozialen und Bildungsschichten reicht als Internet der Handytarif und wieder bestätigen wir, dass Bildung in Deutschland von sozialen Status abhängig ist wie fast nirgends sonst. Auch in der Krise.

2 Kommentare

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