20.2.2026 – tell your children not to walk my way

Ausgeschlafen, etwas angespannt aufgewacht, weil verschiedene Vormittags- & Mittags-Termine dicht hintereinander lagen und sich das beim Aufwachen gar nicht mehr so klug anfühlte. Natürlich passte alles bestens und mittendrin konnte ich sogar meine Referenzen-Seite neu ordnen, weil auf einmal jemand „nur kurz noch – vielleicht ne halbe Stunde“ länger brauchte.

Außerdem zusätzlich zu ange- auch noch verspannt – dunkle Erinnerung, dass ich nachts kurz davon aufgewacht war, dass ich den Kopf so fest es ging gegen das hölzerne Kopfende des Betts gepresst hatte. Dummes Schlaf-ich, dumm, dumm. Wussten Sie, dass man den Oberkiefer verspannt haben kann? Ich bis heute nicht. Sehr interessantes Schmerzerlebnis vom oberen Hinterkopf aus, durch den Oberkiefer bis ca ins Kinn, als steckte da ein Armbrust-Pfeil. Hab aber nachgeschaut, da steckte keiner.
Wie gut, dass die beste Physio-Frau mir so viel Zeug beigebracht hat.

Erster Termin kurz, schmerzlos und zur allgemeinen Zufriedenheit, der zweite etwas länger, denn wir hatten uns zur strategischen Planung getroffen, um die schöne, recht neue Website und damit das Angebot des schönen, recht frischen StartUps bekannter zu machen. Leider hat die Kundin die Nische, in der sie ist, vor zwei Dekaden quasi erfunden – da lief alles prima, aber es kamen literally hunderte von „Oh, das mach ich auch“-Anbietern. Dann wurde sie Mutter, war ein paar Jahre raus und beginnt quasi von Null. Mütter wissen, wovon ich spreche.
Wir haben haben also mal geschaut, wo wir stehen und wohin wir wollen und da wir uns auch gut verstehen, waren das sehr, sehr angenehme zwei Stunden.


Nachmittags dann noch ins Hospiz gefahren. Ich bin weiterhin unfassbar beeindruckt davon, wie viel Würde, Frieden und Liebe ein Ort ausstrahlen kann. T. gehts da gut und das in der aktuellen Lebensphase sagen zu können, dürfte das größtmögliche Geschenk sein.


Eine Mail bekommen. Einfach so ein Go für die mutigste Idee der Welt. (Nein, weder Produzent noch Plattenlabel, aber natürlich Musik)
Ich bin noch zu überrascht, um mich zu freuen; außerdem kam die Mail auf dem Rückweg aus dem Hospiz und da versuche ich immer sehr, den letzten Moment im Kopf zu behalten. Falls es der letzte Moment war.

Aber: Jetzt müssen wir es nur noch tun. Haha, „nur“ …


Wissen Sie noch, wie wir alle das hohe Lied der Wissenschaft sangen – also damals in der Pandemie? „Ich kann und will mit solchen Leuten gar nicht mehr reden, Christian, wenn die so jede Forschung verleugnen. Und verstehen, so wie Du, will ich die schon gar nicht
Ach, was wünsch ich mir die Pandemie zurück. Also zum Beispiel, wenn Wissenschaftler warnen, wie uns diese sogenannte KI ficken wird. Wenn Kommunikationsprofis warnen, dass öffentliche Gegenrede die Faschotrolls nur stärkt. Wenn Bildungsforscher das Schulsystem komplett in Frage stellen aber wir Witze darüber reißen, dass jemand „nur singen und klatschen in der Schule“ hatte und schon geiler finden, wenn unsere Kinder jetzt mal „ordentlich“ lernen.
tbc


Claudia schreibt in ihrer unnachahmlichen Art übers „Normal-Sein“. Und mir ist das Thema so wichtig, weil „normal“ vs „unnormal“ eines der Basiskonstrukte für den ganzen Mist ist, der gerade passiert. Menschen wie Claudia oder ich wissen das aus Erfahrung:

Man lebte in einer Zeit, in der Depressionen lediglich eine Frage der Einstellung waren und jenseits von Schizophrenie und Psychopathie –, Begriffe mit denen der durschnittliche Deutsche so viel medizinisches Fachwissen verband wie man in eine Folge CSI packen konnte – kein Bewusstsein für eine neutrale Form der Andersartigkeit existierte. Anders zu sein war grundsätzlich erstmal von pathologischer Natur.
Wenn man also nicht durchschnittlich war, nicht der Norm entsprach, hatte man sich anzupassen und bitte durchschnittlich zu wirken und wenn man das nicht wollte, war man verzogen und/oder aoszial, und wenn man das nicht konnte, war man vor allem eines: falsch.

Claudia Haessy:
Durchschnittlich undurchschnittlich

… und diese Erfahrung macht uns garantiert sensibler als die, die immer glatt durch kamen und sich halt unreflektiert für normal und alle anderen für unnormal hielten.

Ja nun gut, die Zeiten haben sich geändert, in der Lindenstraße haben sich zwei Männer geküsst, Princess Charming war lesbisch, Rain Man hat uns die Autisten und das RealityTV die mit ADHS ins Wohnzimmer gebracht und ist das heute wirklich noch so wichtig, Christian? Ja. Denn in Amiland hat einer, (über dessen Normalität es sich nachzudenken lohnte), innerhalb von Monaten die Grenzen des Normalen nach Belieben hin und hergeschoben und weil er genug Geld, genug Speichellecker und das Kommando über bewaffnete Volldeppen hat, passiert das halt erstmal so und ehemals normale Nachbarn kommen jetzt in Lager, weil sie in Mexiko geboren sind. Tja.
Während unser Kanzler versucht, Freizeit und Kranksein aus dem Spektrum des Normalen hinauszuschieben, übrigens – aber das natürlich nur nebenbei, Du willst doch gerade den Sauerländer nicht mit dem Orangenkopf vergleichen, Christian?
Nein, will ich nicht. Ich bin nur unglaublich gut darin, Strukturen zu erkennen.

The problem began, when we began to differ between them and us“. Hat nicht Jesus oder Ghandi gesagt, sondern Peter Gabriel, aber der ist ja nun auch nicht doof. Weiter gedacht ist das übrigens ein sehr radikaler Gedanke, aber warum nach all dem Dreck da draußen nicht mal wieder radikal menschenfreundlich sein?

Huch, ich wollte doch nur Claudias Artikel verlinken, wo kam das denn jetzt her?

Cover Malcolm F: Circles & Squares

Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.

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