2.9.2018

Lang geschlafen. Ich erwähne das, weil es außergewöhnlich ist.
Hin- und hergerissen zwischen Strandweh und Vernunft noch liegen geblieben, aber dann …
Im Büro gelandet. (Mögt Ihr bitte eigenständig hier den Witz mit „selbst“ und „ständig“ einfügen? Danke.)

Gestern in einer winzigen Twitterunterhaltung mit Saskia festgestellt, dass ich dauernd Andeutungen zu Dänemark mache aber in Wirklichkeit gar nicht weiß, was ich da schreiben will. Ich werde mal versuchen, ein tiefes Gefühl der Verliebtheit, das sich in meinem Kopf mit sogenannten „vernünftigen“ Argumenten streitet, in Worte zu fassen. Nicht ganz leicht, aber: Versprochen!

Die Idee von nebenan.de fand ich recht spannend: Statt ein weltweites, an vielen Stellen virtuelles Netzwerk aufzubauen, setzt man dort darauf, sich mit seinen eigenen Nachbarn zu vernetzen, um so das soziale Netzwerken auch in die Kohlenstoffwelt zu tragen.
Anlass, mich dann mal anzumelden war schließlich eine Unterhaltung bei Twitter, in der verschiedene Menschen, denen ich im Bezug auf ihre Einschätzung durchaus traue, von ganz guten Erfahrungen berichteten.

Der erste Blick nach der Anmeldung zeigte mir dann, womit sich meine Nachbarschaft so beschäftigt:

  • Info:
    Da war jetzt schon wiederholt ein Auto mit auswärtigem Kennzeichen durchs Viertel gefahren. Bestimmt, um die Häuser auszuspähen.
    (Und die Polizei wollte nichts davon wissen!)
  • Angebot:
    Jemand hatte vor dem Ende der Glühbirne noch große, wirklich große Mengen gekauft und bietet die jetzt regelmäßig an.
    (Nimm dies, EU!)
  • Termin:
    Im Vorort ist Vorglühen fürs Schützenfest.
    (Der Erfolg eines sauerländer Schützenfestes wird immer noch in Hektos gemessen!)
  • Termin:
    Demnächst ist ein Infoabend gegen die angedachten Windkraftanlagen hinter dem Wald
    (Nicht mit uns!)

Und dann habe ich mich wieder ausgeloggt und einen weiteren Strich auf der Pro/Contra-Liste auf der Seite „ich muss hier weg“ gemacht.

Jetzt kam die E-Mail von nebenan.de, dass ihr Geld alle ist und sie deswegen zuerst mal einen freiwilligen Förderbeitrag einführen wollen. Zweitens könnte ich Werbung für meine Nachbarschaft schalten.
Ich … äh … möchte das gar nicht. Aber vielleicht könnte der Glühbirnenhändler ja …?

Aber ich bin
a) sehr gespannt, was das für Diskussion in meiner Hood auslöst
und
b) ob das ein rentables Geschäftsmodell wird.

Den Nachmittag in einem Tierpark verbracht. Also nicht in einem Zoo, erst Recht nicht in einem modernen Zoo, sondern in einem Tierpark. Ein Freund hatte ihn uns empfohlen.
War nicht so der Burner.

Aber wenn ich daran denke, dass alle diese Menschen auch Handys haben, dann wundere ich mich nicht darüber, wie kaputt das Internet ist.
Grundstimmung überhaupt: Zu viel Alien-Gefühl these days.

6 Kommentare

  1. Ich hatte vor einigen Monaten (Jahren?) einige Artikel über das US-Vorbild von nebenan.de gelesen. Hab’ vergessen, wie es heißt und bin zu faul zum suchen, aber der häufigste Use-case war: Blockwarts aller Hoods, vereinigt Euch und meldet jeden Menschen im Viertel mit einer Hautfarbe dunkler als zwei Wochen Maui-Urlaub. Danke, passe.

    (Schön, dass Du geschlafen hast.)

  2. Ich hatte vermutet, es gäbe vielleicht noch Unterschiede zwischen Stadt & Kleinstadt/Land.
    Hier haben auch die am meisten Angst vor „den Ausländern“, die in dem Vorort leben,in dem noch nie welche gesichtet wurden.

  3. Diese Nachbarschaftsplattform ist spooky. Menschen, die viel Zeit haben, sich mit Dingen zu beschäftigen, vereinigen sich.

  4. Ich hab gestern dann noch mal reingeschaut und dazwischen finden sich jetzt auch ein paar, zwischen dem ganzen anderen Mist sehr rührende Einträge: Da werden Spielgefährten für die Kinder gesucht und jemand ist in Bad Dingenskirchen gelandet und will gerne wieder zurück und sucht ein Zimmer zum Wohnen in Menden.

  5. Bei uns im Dorf ist nebenan.de vor allem ein Weg, mal wieder über Tomatenpflanzentauschen und Hofflohmärkteorganisieren, mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Habe mich echt gefreut, dass ich in meiner Nachbarschaft Leute habe, die auch weniger Müll machen wollen und lieber tauschen als wegwerfen.
    Das ist schon mal ein Pluspunkt. Der Ton ist bei unserer nebenan-Community sehr freundlich, da man ja die Leute in echt auf der Straße treffen könnte. Auch das scheint mir gegenüber größeren Netzwerken ein Vorteil.
    Ich gebe diesem lokalen Netzwerk jetzt erst einmal eine Chance.

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