2.7.2020 – it’s gonna be a cold, cold summer

denn: Gestern Abend wollte ich gerne eine halbe Stunde in einem Kneipp-„Fühl Dich energetisch“-Schaumbad versinken aber das wurde leider nicht warm. Fehler28/54 oder so, sagte die Heizung. Kurzes Googlen brachte hauptsächlich die Erkenntnis, dass das frühere Fakten-Fakten-Fakten-Blatt online wirklich nur noch suchmaschinenoptimierter Werbedreck ist, und es schafft, auf einer knappen DinA4-Seite statt der versprochenen Lösungen unfasbar viel Werbung aber eben keine Lösung außer „Ruf den Handwerker“ unterzubringen.

Vermutlich war es der erfrischend kalten Katzenwäsche heute morgen zu verdanken, dass ich sofort so etwas kluges twittern konnte.

Also ok: Ich war zwischen 18 und 23 auch durchschnittlich viermal die Woche in der Disco – aber es war eben Freizeitvergnügen und nicht Lebensinhalt. Höre ich Menschen zu, hat sich das offensichtlich geändert.

Falls Sie Lehrerin sind oder Schulrätin oder sowas und gerne wissen möchten, wie Digitalisierung geht, dann sprechen Sie mich gern an – heute Vormittag habe ich da etwas runter geschrieben, was offensichtlich schon seit ein paar Tagen gärte. Hilft ja nix, immer nur anzumerken, dass nix läuft.

Kiki regt sich auf. Und das sehr unterhaltsam.

… und ich denke darüber nach, dass so ein richtig guter Rant nicht nur unterhaltsam anzusehen sein kann, sondern beim Ranten auch die Sicht auf Dinge schärft: Nämlich, wenn man ihn vollkommen ernsthaft meint und am nächsten Tag genau so ernsthaft und voller Verve den Rant für die andere Seite denkt, schreibt, filmt, schimpft.
Ich kenne nicht viel vom amerikanischen Bildungssystem, halte wenig von dem was ich weiß, aber das Prinzip der Debattierklubs, das finde ich gut.
Wir sollten alle viel mehr ranten. Für uns allein, im stillen Kämmerlein – erst dafür, dann dagegen. Und dann können wir uns öffentlich äußern.

Für den Arbeitskreisgucken wir Christians Garten zu“ hier der aktuelle Stand: Hinten in der einen Ecke beginnt es so zu grünen, dass man es als Vorstufe einer geschlssenen Fläche wahrnehmen kann wenn man will. Und an den meisten anderen Stellen stehen auch einzelne Hälmchen. Das wird voll schön.

Von ganz, ganz nahem sieht das übrigens wesentlich beindruckender aus. Und obwohl ich ja – ich hatte es mal erwähnt? – mit Garten gar nicht so viel anfangen kann, finde ich das schon ziemlich faszinierend und ich vermute, die Nachbarn haben viel Spaß, wenn ich morgens als erstes auf den Knien auf der Terasse liege und grüne Spuren suche.

Am Schreibtisch werde ich, so fürchte ich, gerade zum pain in someone elses ass. Der wunderbare Peter erzählte mir vor Dekaden, eine Agentur habe mal zu ihm gesagt: „Bevor Du kommst, ist immer alles in Ordnung mit unseren Dateien“. Ich habe mir die dorthin führende Haltung übernommen – denn er verstand und auch ich verstehe das als Kompliment dafür, dass wir wirklich genau hinschauen.
Gerade nehme ich also diverse Seiten Produktkatalog auseinander und bemerke Rechtschreib- und Grammatikfehler, Lücken und Unlogiken in der Struktur.
This is going to be fun.

Nachmittags kam der Klempner, motzte eine Stunde rum und ging ergebnislos wieder. Morgen kommt er nochmal – dann mit dem richtigen Auto, in dem die richtige Schublade aufgeht (weil nicht der ganze Scheiß draufliegt), in der das richtige Werkzeug liegt und mit dem richtigen Heftchen dabei, in dem steht, was Fehler 29 denn bedeutet – wenn ich das alles richtig verstanden habe.

Das konnte ich alles voll gut haben.

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3 Kommentare

  1. Mir wurde auch schon böses Juju (sic) nachgesagt: Mein damaliger Meister in einer Druckerei wollte neue Kabel verlegen und hat einen entsprechenden Kanal von außen oben in die Wand zu seinem Büro gebohrt. Als ich an seinem Büro vorbei ging, konnte ich sehen, dass der Bohrer nicht wie geplant parallel und sehr knapp zur Decke rauskam, sondern schräg nach oben direkt in die Decke rein ging. Als ich ihm das sagte, brüllte er mich an, dass er wisse, was er mache und ich mit meinem ständigen bösen Juju verschwinden solle. Ok. Bin ich halt gegangen.
    10 Minuten später stellten meine Kollegen fest, dass die Rechner für die Drucker nicht mehr im Netzwerk angesteuert werden konnten. Weitere 30 Minuten der hektischen Fehlersuche später stellte mein Meister endlich und sehr laut fluchend fest, dass er das Netzwerkkabel in der Decke durchgebohrt (!) hatte, weil er ja wusste, was er tut.

    Tja. Mission accomplished.

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