2.3.2019 – Beats retrospektive

(irgendwas mit wirr geträumt und zu früh wach)

Um fünf war ich wach. Endgültig. Und natürlich gibt es da genau eine Möglichkeit, was man morgens um fünf tun kann: Man geht hoch ins Büro und arbeitet am Remix weiter. (Oder?)

Ich arbeite ja im Moment an einem Remix von EMFs „Unbelievable“ und meine Ursprungsidee, es ganz ganz ganz minimalistisch nur mit Drums und E-Piano-Akkorden zu machen war – seien wir ehrlich: Dann doch etwas langweilig. Als nächstes hatte ich lange mit der Gitarre vor dem Computer gesessen und geschaut, was denn so passiert, wenn ich im Loop die Strophe anhöre und dabei ein bisschen spiele; aber auch das war – seien wir ehrlich: Etwas langweilig.
Trotzdem war mir wichtig, aus dem Remix genau zwei Bestandteile vollkommen heraus zu halten: Das Gitarrenriff und das Wörtchen „Unbelievable“ selbst.

Letzte Verzweiflungsstufe: Schauen, was in den AppleLoops so rumliegt. Eigentlich möchte ich bei meinen Remixes auf Material anderer verzichten (also außer das des Original-Songs), aber nun denn. Ich stieß auf eine Sitar-Melodie, die zum einen ein hohes Nerv-Potential hat (was aber irgendwie auch nur daran liegt, dass wir hier selten Sitar hören) aber eben auch einen ziemlich catchy Riff-Charakter. Ein bisschen daran herum geschnitten und EQt, im Netz nach einen PlugIn für LoFi Vinyl-Charakter gesucht und Vinyl gefunden und erfreut benutzt und dann war das Ding auf einmal ziemlich rund.

Und ich wieder müde. Gerade rechtzeitig zu Paula und die wilden Tiere lag ich wieder im Bett und über die Freude, dass es diesmal um Geparden ging – Geparden sind meine Lieblingstiere! – hab ich dann noch ein nettes Stündchen geschlafen.

Leider weiß ich aktuell gar nicht, ob ich Euch den fertigen Remix überhaupt zeigen kann – ich muss da die Wettbewerbsbedingungen noch einmal studieren.

Nach dem endgültigen Aufstehen dann ziemlich spontan auf ins Café und gefrühstückt. Neben uns ein Pärchen mit zwei kleinen Kindern. Sie angestrengte Mutter, er immer mit einem Auge bei den WhatsApps und in Gedanken deutlich am Schreibtisch. So hatten wir dann genug Futter uns darüber zu unterhalten, wie schwer es ist, nicht in diese Falle zu tappen – und vor allem wie viel Aufmerksamkeit es von allen erfordert. Von beiden, nicht einfach die Muster der Eltern zu übernehmen. Von beiden, an allen Fronten zu kämpfen, weil die Umwelt von beiden doch meist bestimmte Rollen erwartet.
Still a long long way to go.

Auf Facebook hatte Isa gestern gejubelt, wie gut der Kruder & Dorfmeister-Gig war. Ich muss zwar zugeben, dass ich etwas erstaunt war, dass Isas und mein Musikgeschmack doch irgendwo Übereinstimmung hat – aber egal: Ich war neidisch. Aber weil das Netz ein gutes ist, wenn wir es dazu machen, bekam ich heute eine Nachricht von Rouven, dass die beiden DJs auch in Köln aufschlagen. Danke dafür, sehr! Ich komm ja selbst nie auf die simple Idee, einfach mal zu schauen, ob jemand vielleicht einfach nochmal woanders auftritt. Ein Bär von geringem Verstand eben.
Falls Ihr die beiden nicht kennt: Es schrieb mal jemand, ihre DJ Kicks-Veröffentlichung sei so etwas wie das Köln Concert unserer Generation und damit ist echt genug gesagt.

Noch zwei, drei Kleinigkeiten am Remix rund gemacht. Nur kurz, mal eben. Höchstens drei Stunden.

Apropos „genug“: Ein bisschen zu arbeiten hab ich auch noch versucht, aber nachdem die Arbeit am Remix mir die Ohren schon komplett zu gemacht hatte, wollte recht schnell auch das graue Dings dazwischen nicht mehr. Es mag sein, dass ich den Rest des Tages mit hochprofessionellem Rumliegen, Instagram-Gucken, nicht zu vergessen: Den Quarkbällchen die die Liebste angefertigt hatte und dem Fallenlassen von Pixelbällen verbracht habe.

Und die ganze Zeit hatte ich einen Ohrwurm von meinem eigenen Lied. Ich sag ja, die Sitar-Melodie ist echt catchy.

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