2.12.2018

Nicht viel zu erzählen. Mittags war ich bei der Probe des diesjährigen Weihnachtsstückes, hab ein paar Fotos gemacht – sonst ist nichts passiert.
Wechseln wir also auf die Metaebene.

Wenn Ihr mich fragt, was mir mehr Angst macht – der allgemeine Rechtsruck oder dass es irgendwie alle egal ist, dann: Zweiteres.
Als ich mich letztens darüber unterhielt, wie Dänemark und Deutschland im Vergleich so mit diesem Rechtsruck umgehen, da konnte ich für Deutschland nur sagen: Die einen starren wie die Kaninchen auf die Schlange und die anderen sagen: Wird schon nicht so schlimm sein.

Hier ist alles versammelt, was in den letzten 30 Jahren falsch gelaufen ist. Eltern, die nach der Wende keine Zeit für ihre Kinder hatten, weil sie mit sich selbst beschäftigt waren. Volkspolizisten, die nicht mehr wissen, was jetzt noch gilt und was nicht. […] Die Nachsicht der Justiz gegenüber jungen Leuten, die Schranken gebraucht hätten. Politiker, die den Ostdeutschen paternalistisch über den Kopf getätschelt haben, das mit der Demokratie würde sich schon noch einrenken. Nichts hat sich eingerenkt. Es wird, im Gegenteil, immer schlimmer. Dieser Prozess hat die rechte Szene nicht eingeschüchtert.

Spiegel Online: „Der NSU-Prozess. Das Protokoll“: Gespräch mit Autorin Annette Ramelsberger

via Kaltmamsell

Apropos „Dänemark“: Die Frau Dico hat beim ZDF@Bauhaus gespielt – jaja genau, bei der Feine Sahne Fischfilet-Eklat-Veranstaltung und das kann man sich hier ansehen.
Sehenswert ist die Sendung vor allem, weil dort ein Gastgeber mal wirklich mit der Künstlerin spricht und nicht nur Standardfragen abspult. Man merkt im Kontrast, wie armselig nomalerweise inzwischen „Interviews“ in Fernsehsendungen sind.

Die Liebste weilt derweil auf einem Anti-Stress- & Burn-Out-Prophylaxe-Seminar – was ich eine sehr gute Idee finde. Man kann gar nicht genug tun, um sich den permanenten Druck, dem wir alle ausgesetzt sind immer wieder zu vergegenwärtigen.
Auch wenn es dann manchmal – Achtung, wir bewegen uns gerade auf geradem Weg zur kleinen Anekdote – etwas knirscht, wenn zwei Menschen, die gerade besonders gut auf sich achten mit widersprüchlichen Interessen voreinander stehen.
So wie letztens ein Kunde am Telefon und ich: Er wollte mir ein paar Änderungen für seine Website diktieren – weil ihm das Aufschreiben zu sehr angestrengt hätte. Und da achtet er sehr auf sich.
Ich lasse mir nichts diktieren sondern nehme eigentlich nur schriftliche Änderungswünsche – weil ich lernen musste, dass ich immer Schuld habe, wenn $kunde sich vertan hat. Und da achte ich halt auf mich.

Wir haben circa zehn Minuten telefoniert; die meiste Zeit davon schwieg er ratlos oder begann einfach wieder zu diktieren. Ich unterbrach ihn  dann halt jedes Mal, dann wieder Schweigen. Muss man auch mal erlebt haben.

Aber auch wenn ich sagte, dass man gar nicht genug auf sich achten kann – werdet mir keine G.s, ok?

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2 Kommentare

  1. Da lese ich hier schon lange über Tina Dico mit, ohne dass auch nur einmal die Gelegenheit gepasst hätte, mir etwas von ihrer Musik rauszusuchen. Heute aber. Der Link zum Bauhauskonzert wars. Und was soll ich sagen: Jetzt hör ich alles rauf und runter, was ich finden kann. So schön. Danke sehr.

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