19.1.2021 – 11 Fragen sollt Ihr sein

Krank gefühlt um nicht richtig denken zu können, wach genug für Langeweile. Rumgelegen. Mittags zum Coronatest gefahren – Ruhm und Ehre meiner Hausärztin, die das nach einem Anruf und dann mit exakt zwei Minuten vor der Tür und zwei Minuten in der Praxis kann. Da kennt man ja andere Geschichten und ich bin froh, diese erzählen zu können.
Und jetzt Warten aufs Ergebnis.

Ich nutze mal Frau Novemberregens 11 Fragen, um etwas zu erzählen zu haben:

  1. Für welches Thema/welche Themen begeistern Sie sich?
    Immer wieder und durch das ganze Leben durch: Musik. Ich kann sie nebenbei und bewusst hören, darüber sprechen, stöbern, neue entdecken oder mich in Retrospektiven ergehen, darüber lesen oder Dokus sehen, zu Konzerten gehen, selbst Musik machen – Musik geht immer.
    (Inbegriffen sind: Künstler, Instrumente, gesellschaftliche Einordnung von Musik)
    Darüber hinaus bin ich sprunghaft, ich kann ziemlich prima kurz aber intensiv in Themen eintauchen.
  2. Mit was für einer kleinen Aufmerksamkeit kann man Sie so gut wie immer erfreuen?
    Och, da bin ich simpel, bringen Sie mir einfach etwas aus dem Supermarkt mit, was ich gern esse, dann freu ich mich schon. Mit den „richtigen“, großen Geschenken zu den gesellschaftlich dafür vorgesehenen Anlässen kann ich eh nicht so gut.
    Vielleicht freue ich mich deswegen – weil es so anlasslos ist – auch immer ganz besonders, wenn jemand Wishlist oder Kaffeekasse benutzt hat; ehrlich das haut mich jedesmal um.
  3. Wenn Sie irgendwas aus der Realität löschen könnten, so als wäre es nie dagewesen, und niemand wüsste, dass es geschehen ist oder dass Sie das waren (und wie kleingeistig Sie möglicherweise gewählt haben), was würden Sie löschen?
    Ich überlege noch, ob der Fehler war, aus dem Wasser zu kommen, oder auf die Bäume zu steigen. Na gut, etwas weniger flapsig: Bei Herrn Bregmann las ich, dass das Elend losging, als wir auf die Idee kamen, etwas zu besitzen. Also das Konzept „Besitz“.
    Ach, es geht um heute und der Rest bleibt gleich? Nazis. Ich würde Nazis entfernen.
  4. Würden Sie Ihre Entscheidung zu 3 mit jemandem besprechen (also vorher, nachher würde Ihnen ja sowieso niemand glauben)? Wenn ja, mit wem?
    Prinzipiell bespreche ich alles mit der Liebsten aber nötig wäre das nicht. Vielleicht nur, um sich gemeinsam am Moment zu erfreuen.
  5. Wie sprechen Sie „Quarantäne“ aus?
    Na [Ka-ran-tee-ne], wie sonst?
  6. Empfehlen Sie ein Buch. Ganz wichtig: nur eins, nicht mehrere. Absolut nur eins. Das ist Ihre Buchempfehlung. Die eine. No pressure.
    Rutger Bregmann: Im Grunde gut.
  7. Hassen Sie wen? Wenn ja, wen?
    Das Konzept „Hass“ erschließt sich mir nicht mehr, bedeutet es doch nur, dass ich mich mit jemandem, der mir aus Gründen physisch oder emotional nahe ist oder war zu sehr beschäftige. Und das verbraucht doch furchtbar Energie?
  8. Fangen Sie in den nächsten 5 Sekunden an, ein Lied zu singen, und schreiben Sie auf, welches es war.
    Da am Wochenende jemand in ihrer Instagram-Storie zu „Regulate“ durch die Küche tanzte und ich seitdem einen Ohrwurm habe, ist es eben das. Da ich quasi keine einzige Silbe Text davon kenne, pfeife ich eher immer wieder die Hook.
  9. Gibt es Wörter/Phrasen, die Sie ganz besonders doof finden? Gerne mehrere nennen, betrachten wir das als Friedhof, auf dem sie für ewig verscharrt und nie wieder geäußert werden.
    Es gibt das schöne sauerländische Wort „wacker“ (as in: „aba nu mach mal wacker“), das mir aus unbekannten Gründen die Nackenhaare hochstellt. Diese ganzen denglisch Businesskaspar-Phrasen, die kommen und gehen doch eh, da sind wir doch comitted, oder?
  10. In welcher Position schlafen Sie?
    Bitte nutzen Sie zum weiteren Verständnis diese Grafik (und ignorieren den Titel und vor allem den Dateinamen):
    Entweder ich schlafe vor irgendeinem Screen als etwas bequemerer „Soldat“ ein und wache nach ca 35 Minuten mit Nackenschmerzen auf oder ich liege abwechselnd rechts/links als „Träumer“.
  11. Was finden Sie an sich so richtig gut?
    Meinen Humor.

Ach ja, rumgesuft bin ich natürlich auch:

Jöran Muuß-Merholz denkt über Schule nach (ok, das tun im Moment viele) und analysiert:

Im Ausnahmezustand soll die Schule möglichst viel Normalzustand bieten. Das kann nicht klappen, solange wir die Ziele und die Maßstäbe nicht verändern, die wir mit Schule verbinden. Schule hat vier gesellschaftliche Funktionen. Die Hälfte davon muss jetzt zurückstehen, damit nicht alles gleichermaßen an die Wand fährt.

joeran.de: Schule muss scheitern, wenn sie den Normalzustand simuliert

Wobei ich anmerken möchte, dass in my hmbl opinion der Anschluss-Artikel lauten muss: Digitalisierung in der Schule muss scheitern, wenn sie versucht, den aktuellen Zustand zu simulieren. Mal so als These.


Martin Gommel hat die Krautreporter-Community gefragt, was für Worte oder Sätze hilfreich sind, wenn jemand in einer depressiven Phase steckt. Herausgekommen ist eine ganz wunderbare Sammlung, die ich noch ergänzen möchte: Schon ein Virtual Hug oder ein *schulterknuff* ist hilfreich und toll, wenn man es im DM-Fach findet. Und irgendwann sagte jemand zu mir „Been there. I know you will be back“ Dieses Vertrauen war auch toll.

ich weiß von zahlreichen Gesprächen, dass Angehörige von depressiven Menschen häufig nicht genau wissen, was sie sagen können. Viele haben Angst, die Situation der erkrankten Person noch schlimmer zu machen und wollen auf keinen Fall etwas falsch machen. Andere hingegen können nicht verstehen, was ein akut Depressiver durchmacht, wollen aber dazulernen. An diese Menschen ist dieser Text gerichtet
[…] Nicht jeder Satz passt zu jeder Person in jedem Moment. Es geht mir nicht darum, buchstabengetreue Anweisungen zu geben, was man sagen darf und was nicht. Ziel dieses Textes ist es, den Leser:innen ein Gefühl dafür zu geben, wie sich gelingende Kommunikation mit Depressiven anhört.

krautreporter.de: Worte, die mir guttun, wenn ich depressiv bin

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