17.8.2021 – safety first

Der Tag begann damit, dass meine E-Mail-Zertifikate abgelaufen waren. Meine was? Ja, ich zahle Geld dafür, dass ich meine E-Mails digital unterschreiben kann, so dass Sie – wenn Sie sich mit mir mal schreiben sollten – immer sicher sein können, dass ich es bin. Für den seltenen Fall, dass auch Sie mit S/MIME arbeiten, könnten wir uns sogar verschlüsselte E-Mails schreiben.
Absolutes Nischen-Dings, ich weiß. Leider, möchte ich hinzufügen, aber ich bin da nicht mehr missionarisch. Zu müde.

Leider funktionierte irgendetwas bei der Zertifikat-ausgebenden Stelle nicht und ich verbrachte deutlich mehr Zeit damit als ich wollte. Dann fand ich dann irgendwo in den Support-Anmerkungen, dass die Seite nur mit dem IE auf Windows und einer bestimmten, veralteten Firefox-Version läuft und zu dem Zeitpunkt hatte ich schon dreimal alles resettet und der Support-Chat klemmt auch und im Vergleich zu allem anderen ist das Pillepalle aber es strengt trotzdem an.
Das Ende vom Lied: Anbieter gewechselt.

Hier eine Seminarseite, da einen Cookie-Hinweis angepasst. Mitanhören müssen, wie ein Chef pikiert war. Er heißt mit Vornamen wie ich und mein Kontaktmensch und ich, wir duzen uns. Dann landeten wir kurz zu dritt in einer Telko um auf dem kleinen Dienstweg etwas abzusprechen und als der Kontaktmensch mich ansprach war Cheffe kurz empört.

Nachmittags ein Handwerker, der sich den Absatz vor der Haustür mal ansah. Bzw den Hohlraum darunter, den wir letztens zufällig entdeckt hatten. Er schlägt genau das vor, was ich mir laienhaft so vorgestellt hatte: Beton drunter fließen lassen, bis nichts mehr rein passt. Ich hoffe sehr, dass wir nicht heimlich einen Zugang zu den Minen von Moria haben.

Im Briefkasten liegt der Flyer von Paul Ziemiak – hemdsärmelig im Kreise seiner Bürger oder im Anzug am Rednerpult in Berlin, ein bisschen aber nicht zu dynamisch. Er erklärt, warum ich nächsten Monat beide Kreuzchen bei der CDU machen soll: Zusammengefasst, damit alles so bleibt. Nur keine hektischen Änderungen. Das aber über zwei Din A4 -Seiten in immer wieder kehrenden Formulierungen.
Mir macht das Sorgen, ich will, dass sich was ändert; aber ich habe immer noch große Angst, dass die Zielgruppe der CDU das gut findet. Und noch immer glaubt, dass sich dann eben nichts ändern wird, wenn die Politiker nichts ändern wollen. Und dass Klimakatastrophe und Corona dann einfach irgendwie nicht da sind.

Zeugs:

Frau Herzbruch hat aus gegebenem Anlass aufgeschrieben, wie sie dachte, dass Politik funktioniert und wie sie im Gegensatz dazu aber wohl funktioniert:

Ich selber habe ja eine sehr naive Vorstellung von Politik, und die sieht so aus: Ich habe ein Weltbild und eventuell eine Vision, vielleicht sogar ein bisschen Lebenserfahrung und kenne mich in irgendwelchen Themen gut aus, dann werde ich Politikerin

Frau Herzbruch:
It’s a shame

Aus dem selben Anlass möchte ich für alle Leserinnen, die noch keine fünf Jahre dabei sind daran erinnern, dass ich auch mal erklärt habe, wie Politik funktioniert. Das geht ganz gut zusammen, mit dem was die kluge Frau Herzbruch da schreibt. Leider.

Dann stehen Wahlen für den Rat der Stadt an und der Kandidat für den Wahlkreis „Vorort Mitte“ wird von den Anwohnern relativ klar vor die Wahl gestellt: Mach die Jugendlichen da weg, sonst wählen wir Dich nicht.
Er verspricht das.
Die Wahl kommt, der Kandidat zieht in den Rat der Stadt ein, es passiert: Nichts.

Christian, wie funktioniert eigentlich Politik?

Apropos „funktionierende Politik“: Das Gegenteil davon spielt ja gerade quasi jede und jeder und Bundeskanzlerin werden möchte jemand, der es (alles) ganz besonders schlecht macht. Auch zur Gleichberechtigung hat er so seine ganz eigenen Ansichten:

„Mein Ziel wäre es, dass wir in der Gesellschaft auch ohne gesetzliche Vorgaben die Gleichstellung zwischen Mann und Frau besser machen. Und ich glaube, dass kann man als Mann sogar besser als als Frau“, sagt Armin Laschet

Kathrin Reikowski auf merkur.de:
Laschet bei Brigitte-Live: „Als Mann kann ich besser für Gleichberechtigung sorgen als eine Frau“

Nochmal apropos „funktiorierende Politik“, aber diesmal nicht sarkastisch: Neuseeland hat den ersten Covid-Fall seit Februar und zeigt, wie man zu so einer guten Quote kommt:

Die Premierministerin ließ direkt Alarmstufe Vier ausrufen. Zur Begründung erklärte sie, es sei leichter, dann wieder zu lockern, anstatt zu locker anzufangen und dann härtere Maßnahmen ergreifen zu müssen, wenn das Virus sich zu schnell ausbreite.

Lena Bodewien auf tagesschau.de:
Lockdown nach einzelnem Covid-Fall

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