17.12.2018 – ch-ch-ch-changes

(irgendwas mit zu schlecht und zu wenig geschlafen und Kopfweh)

Erster richtiger Urlaubstag. Gleich mal übern Berg zur Ärztin gefahren und ein neues Rezept abgeholt. Das ist ja auch etwas , was ich an dieser Ärztin liebe und bei anderen nicht verstehe: Ich gehe rein, sage: „ich brauche ein neues Rezept” und reiche meine Karte über die Theke – und sie nimmt die Karte, tippt kurz, der Nadeldrucker kreischt los und ich bekomme mein Rezept. Warum TF müssen in anderen Praxen die Helferinnen da „erst zum Unterschreiben rein“?
Eindeutig eine gute Entscheidung, diese Ärztin.

Kopfweh weg. Gut.

Beim Mac-Mann gewesen. Eigentlich wollte ich ja einfach ein bisschen Zeug neu kaufen und ein bisschen altes loswerden; jetzt zwingen mich ein paar Umstände, umzudenken. Und da ist Beratung super, viel superer als eine anonyme Website.

So ca mit sechzehn habe ich beschlosen, kein Fleisch mehr zu essen. Wegen der Tiere; inzwischen lebe ich weitgehend vegan. Treue Leserinnen des alten Blogs werden sich erinnern, dass ich da auch schon mal drüber gebloggt habe, aber im Normalfall ist mir das nicht besonders viel Worte wert. Aber so langsam ändert sich da was, so langsam werde ich etwas ungehalten. Ob andere Menschen sich ihr Karma versauen wollen – ist mir wumpe. Dass nicht alle Menschen an allen Ecken gute Menschen sein können – ebenfalls geschenkt. Kann ich auch nicht. Aber wenn ich lese, dass Deutschland seinen CO2-Ausstoß um 22 Millionen Tonnen im Jahr senken könnte, wenn alle ihren Fleischkonsum halbieren würden, dann bekommt Fleisch zu essen eine gesellschaftliche Bedeutung. Und dann macht mich diese „Mein-Weber-gegrilltes-T-Bone-ist-Lebensqualität-Mentalität“ eben etwas ungehalten. Vor allem wenn die gleichen Menschen zeitgleich das tapfere 15-jährige Mädchen für ihre starke Rede feiern.

Bevor jetzt jemand „Ja, aber Du …“ ruft: Ja, mich macht es auch ungehalten, dass ich in einem Kaff wohne, in dem ich ohne Auto nicht auskomme. Und dass die Bahn so kaputt privatisiert ist, dass ein grippaler Infekt eines Mitarbeiters eine Kleinstadt vom Bahnverkehr abschneiden kann. Und viele andere Dinge.
Und ich arbeite an mir.

Ebenfalls etwas ungehalten machen mich – Themawechsel – übrigens Menschen, die sich lange mit mir darüber unterhalten, wie klug es ist, dass ich ab Mitte Dezember mein Büro schließe – die aber nicht begreifen, dass das auch für sie gilt.  Und die mir dann empört auf den AB sprechen, dass sie mir ja eine Mail geschickt haben und eine Abwesenheitsmeldung zurück bekommen haben.

Mönsch, das ist aber alles negativ hier heute. Ich schieb noch ein paar Fragen nach, ok?

  1. Bist du stolz auf dich?
    Ich arbeite daran. Ich bin so aufgewachsen, dass ich nicht stolz auf mich sein durfte und so alte Prägungen stark sein können, lieber Padawan.
  2. Welches nutzlose Talent besitzt du?
    Ich kann erschreckend viele Song-Texte aus meiner Jugend auswendig und in mehr oder weniger passenden Momenten in ein Gespräch reinsingen. Call me Jess. Dass ich wirklich nicht gut singen kann macht das alles nicht besser. Überhaupt sehe ich das Leben zu oft als Sitcom und steigere mich in die absurden Momente rein und kleide sie für einen billigen Lacher noch weiter aus.
  3. Gibt es in deinem Leben etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?
    Aber ja doch.
  4. Warum trinkst du Alkohol beziehungsweise keinen Alkohol?
    Ich denke, dass sowohl der Geschmack als auch die Wirkung von Alkohol etwas ist, was man lernen muss. Alkohol schmeckt meist scharf oder bitter (oder „herb“) und macht Dinge im Kopf*. Lernt man das in einer positiven Konnotation – also als Jugendlicher, wenn es spannend und/oder verboten ist, dann ist Alkohol vermutlich was Hübsches. Ich habe das als Jugendlicher nie gelernt und ich mag den Geschmack von Alkohol nicht – und die Wirkung in vielen Situationen auch nicht. Ich kann ihn aber situativ einsetzen und das ist ja auch nicht schlecht. Please offer mild Irish Whiskey in those moments.
  5. Welche Sachen machen dich froh?
    Das Meer. Gute Musik. Elegante Technik. Spannende Architektur. Spannende Bilder oder Fotos. Überraschende Kunst allgemein. Ein klarer Sternenhimmel. Wenn ich die ISS sehen kann. Design, dem ich ansehe, dass sich da wer Gedanken gemacht hat. (Ich zähl nur Sachen und keine Menschen auf, weil Du nach sachen gefragt hast, is’ klar, ne?!)
  6. Hast du heute schon einmal nach den Wolken am Himmel geschaut?
    Jein. Ich hab hoch geschaut und hätte gerne in die Wolken geguckt aber da oben ist es durchgängig grau. Leider.
  7. Welches Wort sagst du zu häufig?
    „Spannend“ statt „interessant“.
    „Ein bisschen“ als Steigerung
  8. Stehst du gern im Mittelpunkt?
    Obwohl ich Rampensau genug bin, seit 18 Jahren hier ins Internet zu schreiben: Nope.
  9. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?
    Siehe Frage 105. Und für die Menschen, die ich da nicht genannt habe, weil da ja explizit nach „Sachen“ gefragt war.
  10. Sind Menschen von Natur aus gut?
    Ja. Ich glaube ja.

*) Das ist übrigens auch der Grund, warum ich fest daran glaube, dass man Menschen nicht mit einem „in die Cola gekippten Schuss Heroin“ süchtig machen kann, wie es die Generation meiner Eltern uns weismachen wollte. Ich bin mir sicher, dass man die Wirkungen, die Heroin (oder auch eine andere Droge) hat, als exakt das nimmt, was es ist: Nämlich eine Vergiftung – wenn man es nicht absichtlich herbei geführt hat. Aber das nur nebenbei.

Und dann war es sieben und ich ging kurz online und wollte eigentlich nur noch „Veröffentlichen“ klicken und dann spülten mir die Krautreporter noch einen Auszug aus einem Buch in den Reeder und bitte gehen Sie dahin und lesen Sie.

Wenn Sie verlässliche Informationen haben wollen, dann zahlen Sie gutes Geld dafür.

krautreporter.de mit einem Artikel von Yuval Noah Harari über Fake News (über diesen Link kostenlos)

2 Kommentare

  1. Ich empfinde ein gutes Weber-gegrilltes Steak tatsächlich als eine tolle Sache. Allerdings sind Weber-gegrilltes Gemüse und eine Weber-gegrillte Pizza ebenfalls super. Diese Erkenntnis hat sich allerdings noch nicht durchgesetzt.

    Würden Menschen tatsächlich nur ein gutes Steak pro Person grillen – und nicht zwei Discounter-Würstchen, zweimal Bauchfleisch und ein Discounter-Schnitzel pro Person -, wäre das schonmal ein Anfang. Ich kann nur schwer nachvollziehen, wie man solch einen Grill kaufen und keine Freude an hochwertigen Lebensmitteln entwickeln kann, vor allem auch an anderen Lebensmitteln als Fleisch. Das Ding kann nämlich tatsächlich was.

    Ich denke, die Massenfleischproduktion lässt sich nur durch staatliche Regulierung regeln. Einfach strenge, sehr strenge Regeln für Tierhaltung festlegen, Fleisch wird entsprechend teurer – und der Drops ist gelutscht.

    1. Ich spreche ja auch eher von Menschen, die eben niemals Gemüse auf ihren Weber legen würden. Oder die Restaurants boykotieren, wenn die etwas veganes auf die Karte nehmen (true story)

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