17.11.2021 – freies Assozieren. Heute: Stars.

Da ich heute einfach nur den ganzen Tag programmiert habe und mich das zwar sehr zufrieden gemacht hat, aber keinerlei erzählenswerte Momente hatte, möchte ich den Platz hier heute nutzen, um mal eine Kleinigkeit der Welt – das sind in diesem Fall Sie – bekannter zu machen.

Manchmal hört man von Musikerinnen, die gaaaanz besondere Wünsche für ihren Backstagebereich haben. Sie möchten weiße Nelken oder exakt 23°C, sie möchten 10 Flaschen Evian oder eine Schüssel M&Ms – aber ohne die braunen.
Jaja, die Damen und Herren Stars“, sagt man dann leicht, „die müssen ihre Divenhaftigkeit halt ausleben wo es geht“.

Aber das wäre ja hier nicht das Fachblog für Reframing und andere Sichtweisen, wenn ich nicht dazu auch eine hätte:
Sie haben ja vielleicht aus Andeutungen, Anekdoten und Erinnerungen mitbekommen, dass ich auch mal ein ganz klein wenig als Musiker unterwegs war, dass ich kurz mal Bands auf Touren begleitet, in einem Studio gejobbt habe und heute noch gelegentlich nach Konzerten Backstage eingeladen bin.
Ich habe da von nüchtern bis rottig alles gesehen, da hinter Bühnen. Meist eher rottig, ja auch in eher bekannteren Venues. Wenn es da zweckmäßig nüchtern ist, hat man schon fast gewonnen.

Ist es da verwerflich, wenn jemand, die ein Drittel bis die Hälfte des Jahres in solchen Räumen sitzt, da gerne ihre Lieblingsblumen um sich hat?
Ist es nicht vielleicht sogar verantwortungsvoll, wenn man sein Instrument, die Stimme, für die viele Leute gekommen und viel Geld bezahlt haben, wenn man dieses Instrument vor Zugluft schützen will? Ist es nicht klug, wenn man nicht den unterschiedlichen Trinkwasserqualitäten zwischen Castrop Rauxel und Wladiwostok trauen möchte und sich deswegen aus Schutz vor dummen Magen-Darm-Erlebnissen auf offener Bühne immer das gleiche, international sicher erhältliche Wasser bestellt?

Ach, und die M&Ms: Die standen recht weit hinten im Anforderungsheftchen von Van Halen; davor viele technische Anforderungen, die die Sicherheit auf und vor der Bühne garantierten. Stabilität, Absicherung der Stromkreise und so. Die Band nutzte die M&Ms um auf einen Blick sicher gehen zu können, ob die örtlichen Veranstalter das Heftchen bis zum Ende gelesen und Ernst genommen hatten. Wer keine M&Ms sortiert hatte, stand im Verdacht, auch bei den wichtigen Anforderungen unaufmerksam gewesen zu sein und da ist einer der genialsten social Hacks, die ich in diesem Umfeld kenne.

Keine Ahnung warum, es fiel mir gerade so ein. Tragen Sie es in die Welt hinaus, denn Künstlerinnen sind gar nicht per se so schlechte Menschen.

2 Kommentare

  1. Aus dem Gedächtnis gekramt: War es nicht so, dass Van Halen sogar mal eine Bühne unterm Hintern zusammengekracht ist, weil der Veranstalter den Vertrag nicht richtig gelesen hatte?

    Letztens hörte ich in einem Podcast von einem Comedian (leider vergessen, wer das war), der sich in diesem ,,Was-der-Künstler-braucht“-Schreiben (den Fachbegriff dafür habe ich ebenfalls vergessen) explizit ein belegtes Brötchen o.ä. wünscht, damit ihm die Veranstalter nicht ein ganzes Büfett auftischen, welches er dann eh nicht nutzt.

    1. Nee, die Geschichte kenne ich vso on Van Halen nicht – was natürlich nicht heißt, dass sie nicht passiert sein kann.
      Und das mit dem belegten Brötchen finde ich höchst sympathisch.
      Eine mir bekannte Sängerin erzählte mal, sie habe drinstehen „no sweets“ – aber da hielte sich nie jemand dran.
      Und mir fiel auf – wenn die vier sich über Konzertorte unterhalten, dann ist das Merkmal an das sich alle erinnern, das Essen.

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