16.6.2019 – viel audiophiles

Gestern gefühlt hauptsächlich rumgegammelt aber da ich nebenbei ein paar Stunden gearbeitet, und viel Zeit mit meiner Musiksammlung (s.u.) verbracht habe war’s dann wohl doch kein so fauler Tag.

Abends zu dritt mit einer Freundin im Kino gewesen und Rocketman geguckt. Ich bilde mir jetzt nicht wirklich ein, die Wahrheit über Elton Johns Leben zu kenne, aber ich fühlte mich sehr gut unterhalten und hatte viel Spaß.

Heute kurz im Feld gewesen und dann weiter viel Zeit mit der Musiksammlung verbracht – die wird nämlich grade vollkommen umstrukturiert.

Nur kurz der Tagebuchvollständigkeit halber: Nachmittags dann X-Men „Dark Phoenix“ und Abends eventuell ein bisschen peinliches Fernsehen. Aber kommen wir zur Musiksammlung:

Bis jetzt kam meine Musik aus AppleMusic. Meine eigenen MP3s hatte ich irgendwann vor ein paar Jahren in die AppleCloud geladen – das hieß, glaube ich, damals iTunes Match.

Prinzipiell war das recht ok – wenn man davon absieht, dass Apple immer wieder Lieder vernichtete. Ich gehe davon aus, dass sie intern mit Prüfsummen arbeiten, um die Songs zu unterscheiden aber das funktioniert offensichtlich nicht gut genug, denn immer wieder verschwinden Lieder und werden durch andere ersetzt. Da hab ich dann mitten im Miles davis Album auf einmal Snow Patrol – und nichts gegen Snow Patrol, aber bitte jeder an seinem Platz.
Das hat mich erst rasend gemacht und dann resignierte ich.
Zum Glück habe ich die Festplatte mit den MP3s nie gelöscht oder ähnlich dummes gemacht, so dass ich im Zweifelsfall immer noch die Dateien finden konnte.

„Wozu denn überhaupt noch MP3s, wenn Du doch Apple Music hattest?“ fragt jemand? Einfach: In meinem Besitz befinden sich auch diverse Songs, die es offiziell nicht gibt.
Da sind Radio- und TV-Mitschnitte, da sind Demoversionen die *hust* irgendwie bei mir angekommen sind, da gibt es *hust* die Master-Dateien einer CD, die dann von der Plattenfirma auf eine EP zusammen gekürzt wurde – sprich: Da sind ein paar Raritäten dabei. Außerdem noch ein paar eigene CDs, die ich mal gerippt habe und die es nie in die Kataloge von AppleMusic oder Spotify geschafft haben.
Und wusstet Ihr, dass natürlich auch die Musik-Streamingdienste Ländergrenzen kennen und man zB in Deutschland nicht an manche dänischen Alben kommt?
Ich wiederhole mich: Da ist durchaus Zeug um das es schade wäre.

Außerdem: Ich habe mir ja vor nicht allzu langer Zeit ein paar recht ok-ishe Boxen und einen Netzwerk-Streamer gekauft und ja: Man hört einen Unterschied zwischen MP3s und einer CD. Also ich.

Schon länger wurde mir immer mal wieder irgendwo Werbung für Tidal angezeigt und ich hab ja gerade sonst nix zu tun, also habe ich mal einen Probemonat gestartet. Tidal wirbt nicht nur mit Streaming in CD-Qualität, sondern arbeitet daran, so viele Alben wie möglich in noch besserer Qualität zu bekommen.

Da 16 Bit und 44,1 kHz [Anmerkung: also: CD-Qualität] nicht sämtliche Informationen der Aufnahme widerspiegeln wird in professionellen Tonstudios häufig mit einer höheren Auflösung gearbeitet. […] Da solch hohe Datenraten nicht mehr auf eine handelsübliche Audio-CD passen, werden sie mittlerweile auf HD-Download-Plattformen zum Kauf angeboten. Das wird dann gern Studio Master genannt und entspricht einer 1:1-Kopie der Dateien, die der Mastering-Engineer aus seinem System ausgibt.

modernhifi.de: Was ist MQA?

Und ich stelle fest: Ja, das klingt sehr beeindruckend gut.
Nachdem ich erst mal begriffen hatte, dass ich meinen Netzwerkstreamer in der Fritzbox aus dem Internet ausgeschlossen hatte kommt das Signal von Tidal jetzt direkt am Streamer an und wird dann decodiert und in den Verstärker geschickt und das ist vermutlich der sauberste Weg.
Eine App fürs Telefon gibts auch und CarPlay zeigt mir die App auch brav im Auto an und jetzt, da ich im Auto keine MP3s mehr höre verschluckt sich auch der Subwoofer nicht mehr an heftig tiefbassigen HipHop-Stücken und vermutlich langweile ich die meisten von Ihnen gerade tot?

Ich fasse zusammen: Das klingt alles sehr geil und ist mir den Mehrpreis wert.
Aktuell noch zwei Nachteile:
Einmal bleibt das ganze trotz eigentlich ausreichend schneller Internetleitung manchmal hängen und zweitens stelle ich jetzt natürlich fest, dass die irgendwann zu MP3 gerippten CDs im Vergleich echt schlecht klingen. Ich fürchte, ich werde also alle meine CDs noch einmal neu zu flac verarbeiten*.

Pro CD ca. 15 Minuten mal dreihundertfünfzig CDs: Knappe siebenundachtzig Stunden. Ich hab ja sonst nix zu tun.

*) Wer es mir nachtun will: Ich bekam XLD empfohlen.