15.5.2026 – ich glaube man sagt »kafkaesk«

  • Ich: Hallo, können Sie mir sagen, wie ich ein Zertifikat für eine Subdomain bestelle? Ich kann die Subdomain im alten Adminbereich in ihrem Bestellprozess nicht mehr auswählen?
  • Support: Ja, nee, wir haben ja alles verändert, das geht jetzt im not-so-shiny neuen Adminbereich, den wir an den alten angedockt haben. Klicken Sie einfach da und dort und dann nochmal da – aber eigentlich sollte das Zertifikat sowieso schon da sein.
  • Ich: Vielleicht bedeuten diese grünen Häkchen [Screenshot hinzugefügt] wirklich, dass wir schon ein Zertifikat haben? Können Sie mir dann sagen, warum alle getesteten Browser eine Warnung vor einen falschen Zertifikat ausgeben?
  • Support: Ach ja, Sie haben ja den falschen Tarif, da stellen wir dann immer erstmal automatisch ein von Browsern nicht akzeptiertes Zertifikat aus. Sie können aber gern eines für die Subdomain bestellen. Gehen Sie dafür in den alten Adminbereich, wählen Sie einfach die Subdomain aus und fahren Sie wie gewohnt fort.
  • Ich: 🤯

  • Sie: Ich habe Ihnen das mal in Excel gestaltet, aber ich fürchte, beim Kopieren von Excel nach Outlook ist das etwas verzerrt.
  • Ich [starre auf verschiedene ungeordnete graue Rechtecke in der Mail in denen manchmal Text steht]: 🤯

Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) kritisiert den aktuellen Entwurf des Medizinregistergesetzes scharf und warnt vor einer zunehmenden Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten ohne aktive Zustimmung der Betroffenen.

heise.de:
Medizinregister: Psychotherapeuten warnen vor umfangreichen Gesundheitsprofilen

Das Dilemma, in das wir mit solch unbesorgtem Umgang mit Daten rein steuern ist vor allem Folgendes: Irgendwann (fast jetzt) sind alle so resigniert, haben alle nur noch so wenig den Durchblick, ist es allen so egal, ob sie noch verstehen, wo der Unterschied zwischen sensiblen und unsensiblen Daten, wo der Unterschied zwischen Zuckerberg, Fritze M. aus dem S. oder demnächst der AFD ist, dass allen halt alle Daten vollkommen egal sind.
Wenn man dann jemand ist, die zB der ePa widerspricht, macht man sich in den Augen der unbesorgten Bürger quasi schon automatisch verdächtig – denn wenn man nichts zu verbergen hätte, müsste man ja nichts verbergen. Ist mir schon vor zwanzig Jahren passiert, als ich dem Mann, der mir einen Gewerbeschein ausstellen sollte sehr suspekt war, weil er meine Daten aus dem Einwohnermeldeamt nicht automatisch auf seinen Bildschirm bekam.


die große Gereiztheit, […] im Alltag […] Ich glaube, das stimmt, wenn natürlich nicht flächendeckend, nicht immer und überall. Drei popsoziologische Theorien dazu:
Gesellschaft als Nullsummenspiel
Das Gefühl von Ungleichgewicht
Zeitverdichtung bei Reibung im Alltag
Hyper-Individualismus

Johannes Kuhn:
Die große Gereiztheit

Vor allem die Fragen am Ende jeder These habe mich sehr zum Nachdenken gebracht, fühlte ich mich doch durchaus bei meinem manchmal ja auch bequemen Suhlen in der Ungerechtigkeit der Welt ertappt.

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

Alle bisherigen Antworten finden Sie übrigens hier.

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